Die Schleifähre „Missunde III“ zwischen Brodersby und Kosel hat erneut für Aufregung gesorgt. Nach nur wenigen Wochen nach ihrer offiziellen Inbetriebnahme Ende April – ja, da gab es ja auch schon eine Menge Verzögerungen – musste die Fähre aufgrund eines defekten Antriebsriemens wieder außer Dienst gestellt werden. Das hat die Region kalt erwischt. Zehn Tage vor Pfingstsonntag, einem der wichtigsten Tage für den Tourismus und die Wirtschaft hier, ist das natürlich ein echtes Problem. Autofahrer müssen nun weite Umwege in Kauf nehmen, da auch die nahegelegene Lindaunisbrücke gesperrt ist. Was für ein Schlamassel!

In einem offenen Brief haben 13 engagierte Bürger, darunter Bürgermeister und Amtsvorsteher aus dem Amtsbereich Süderbrarup, nun die Rückkehr der alten Fähre „Missunde II“ gefordert. Sie sind nicht als offizielle Vertreter an die Landesregierung herangetreten, sondern aus persönlicher Betroffenheit. Das zeigt, wie ernst die Situation genommen wird. Die Unterzeichner wünschen sich, dass die „Missunde II“ bis zu den Sommerferien, also Anfang Juli, wieder in Betrieb genommen wird. Ein Konzept zur Modernisierung der alten Fähre soll zudem angefertigt werden, um sie für die nächsten 15 bis 20 Jahre zu erhalten. Ein ambitioniertes Vorhaben!

Die Reaktion der Behörden

Das Verkehrsministerium hat Verständnis für den Unmut der Bürger, betont jedoch, dass vor endgültigen Entscheidungen Gespräche mit Ingenieuren notwendig sind. Ein bisschen Geduld ist also gefragt. Der Landesbetrieb für Küstenschutz (LKN.SH) steht ebenfalls in den Startlöchern und wartet auf neue Antriebsriemen, die in etwa 15 Werktagen eintreffen sollen. Die Aussicht auf eine Rückkehr der „Missunde III“ ist also gegeben, voraussichtlich wird sie Mitte Juni wieder in Betrieb genommen. Aber bis dahin… die Geduld der Anwohner wird auf eine harte Probe gestellt.

Der Betreiber der Marina Brodersby hat sich in einem Interview zu dem Fährausfall geäußert und bezeichnete die Situation als „Worst-Case-Szenario“. Das kann man wohl so stehen lassen. Die Vorfreude auf die Sommermonate wird durch diese Unannehmlichkeiten ordentlich getrübt. Um das noch zu toppen, wird bereits eine Sammelklage gegen das Land Schleswig-Holstein vorbereitet, an der sich sowohl Unternehmen als auch Privatpersonen beteiligen, die durch den Fährausfall wirtschaftliche Schäden erlitten haben. Das ist schon eine ganz schön massive Reaktion!

Die Bedeutung der Fährverbindungen

Die Fährverbindungen in Schleswig-Holstein sind schlichtweg von zentraler Bedeutung, nicht nur für die Menschen vor Ort, sondern auch für den Tourismus. Die Häfen in dieser Region bilden ein wichtiges Netzwerk in internationalen Logistikketten und sind elementar für den Güterverkehr. Fährverkehr zu Inseln und Halligen ist für die dort lebende Bevölkerung unerlässlich. Und wenn man bedenkt, dass die Häfen jährlich etwa 50 Millionen Tonnen Güter umschlagen und über 12 Millionen Passagiere im Reiseverkehr abfertigen, wird deutlich, wie wichtig solche Verbindungen sind.

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Die Situation rund um die „Missunde“ ist ein kleines Abbild für die Herausforderungen, vor denen die schleswig-holsteinischen Häfen stehen. Größere Schiffe, die an die Terminals kommen wollen, erfordern Investitionen und Modernisierungen, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Gerade in Kiel und Lübeck, die als bedeutende RoRo- und Kreuzfahrthäfen agieren, wird an der Infrastruktur gearbeitet. Es wird sogar über eine Elektrifizierung der Terminals nachgedacht, um die Emissionen während der Liegezeiten der Schiffe zu reduzieren. Diese Entwicklungen sind notwendig, um die Abhängigkeit von ausländischen Pipelines zu verringern und die Region zukunftsfähig zu machen.

Es bleibt also spannend, wie sich die Lage rund um die „Missunde“ entwickeln wird und welche Schritte als Nächstes folgen werden. Die Hoffnung auf eine baldige Rückkehr der Fähre ist da, aber die Herausforderungen, die die Region bewältigen muss, werden nicht so schnell verschwinden.