In der Welt der Notfallmedizin, wo jede Sekunde zählen kann, ist der Druck enorm. Das wissen auch die Teams der Interdisziplinären Notaufnahmen am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) in Kiel und Lübeck nur zu gut. Hier wurde ein spannendes Projekt ins Leben gerufen, das nicht nur die Arbeit der medizinischen Fachkräfte erleichtern soll, sondern auch den Patienten einen schnelleren und effizienteren Aufnahmeprozess bieten möchte. Dr. Domagoj Schunk, der Leiter der Notaufnahme am Campus Kiel, ist überzeugt: „Ein schneller, strukturierter und zuverlässiger Überblick über den Zustand der Patienten ist entscheidend!“

Das Ziel ist klar: Entlastung der Teams und schnellere Prozesse bei der Patientenaufnahme. Besonders in Zeiten, in denen die Notaufnahmen mit einer Flut von Fällen und knappen Personalressourcen kämpfen, sind effiziente Lösungen gefragt. Das Projekt wird für beide Campi gemeinsam entwickelt, um den Herausforderungen, die sowohl in Kiel als auch in Lübeck herrschen, gerecht zu werden.

Die Bedeutung der Digitalisierung

Im Jahr 2023 gab es in Deutschland beeindruckende 13,4 Millionen Rettungsdiensteinsätze und etwa 12,4 Millionen ambulante Notfallbehandlungen in Krankenhäusern. Eine unglaubliche Zahl! Die Notfallmedizin ist ein zentraler Bestandteil unseres Gesundheitswesens und der staatlichen Daseinsvorsorge. Da überrascht es kaum, dass moderne Informationstechnologie (IT) immer mehr Einzug hält, um die notfallmedizinische Versorgung schneller, effizienter und sicherer zu gestalten. Denn wenn es um Herzinfarkte oder Schlaganfälle geht, zählt jede Minute. Patienten müssen innerhalb von 60 Minuten nach dem Notruf in einer Klinik sein. Bei Verzögerungen steigt die Sterblichkeit drastisch – ein beängstigender Gedanke!

Ein Beispiel verdeutlicht dies: Eine Patientin mit Herzinfarkt benötigte über zwei Stunden, um im Herzkatheterlabor zu landen. Das ist nicht nur frustrierend, sondern auch gefährlich. Digitalisierung könnte hier viel bewirken, etwa durch den Einsatz von Smartwatches, Videonotrufen oder der digitalen Übermittlung von Patientendaten. Doch trotz der vorhandenen Technologien ist ihre Anwendung oft fragmentiert. Organisatorische Hürden und rechtliche Vorgaben stehen dem Einsatz von automatisierten Notrufen und innovativen Lösungen im Weg. Auch das Vertrauen in neue Systeme, insbesondere in der Notfallmedizin, ist eine Herausforderung.

Künstliche Intelligenz und Expertensysteme

Doch es gibt Lichtblicke: Künstliche Intelligenz (KI) hat das Potenzial, die Notfallmedizin zu revolutionieren. Projekte wie der ENSURE-Prototyp nutzen maschinelles Lernen, um Symptome und klinische Befunde zu analysieren und wahrscheinliche Diagnosen zu erstellen. Dieses System, das sowohl regelbasierte als auch maschinelle Lernmethoden verwendet, hat bereits gezeigt, dass es die Diagnosezeit verkürzen und die diagnostische Übereinstimmung erheblich verbessern kann. In vielen Fällen wurde die Diagnose schneller gestellt, was für alle Beteiligten eine Erleichterung darstellt.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die Akzeptanz dieses Systems bei Ärzten und Patienten ist hoch. Das ist ein gutes Zeichen! Auch die geplante Zertifizierung als Medizinprodukt und der Einsatz in der Aus- und Weiterbildung lassen auf eine positive Entwicklung hoffen. Die Integration von über 300 Handlungsanweisungen in ein Expertensystem zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind, die Notfallmedizin zu optimieren.

Abschließend lässt sich sagen, dass die Digitalisierung und der Einsatz neuer Technologien in der Notfallmedizin nicht nur das Potential haben, die Abläufe zu verbessern, sondern auch das Leben von Patienten zu retten. Die Herausforderungen sind groß, aber die Fortschritte, die bereits gemacht wurden, sind ermutigend. In diesem Sinne bleibt nur zu hoffen, dass die Entwicklungen in der Notfallmedizin weiter voranschreiten und die Teams in Kiel und Lübeck entlasten können. Denn eines ist sicher: Wir alle können in eine Situation geraten, in der jede Sekunde zählt.

Unsere neue VeloCore-Plattform vereint mehrere zentrale Stärken: hervorragende Ladezeiten, hohe Datenschutzstandards und eine wartbare, redaktionell skalierbare Architektur. Die Umsetzung durch Daniel Wom schafft damit eine zukunftssichere und qualitativ hochwertige Basis für unser Magazin.