Heute ist der 4. Mai 2026 und in Kiel ist die Luft elektrisierend. Der THW Kiel steht vor einem entscheidenden Rückspiel im Viertelfinale der Handball-European-League gegen RK Nexe aus Kroatien. Nach der knappen 30:33-Niederlage im Hinspiel ist die Ausgangslage angespannt. Die Spieler müssen jetzt alles geben, um die Fans in der Sparkassen-Arena mit einer beeindruckenden Vorstellung zu begeistern.

Ein Sieg mit mindestens vier Toren Unterschied würde bedeuten, dass sich die Mannschaft für das Final Four in Hamburg qualifiziert. Das wäre ein echtes Highlight für die Stadt und die Fans. Ein dicker Brocken, denn ein Sieg mit drei Toren Unterschied führt nur zu einem Siebenmeterwerfen. Und die Vorstellung, dass eine Niederlage oder ein knapper Sieg mit zwei oder weniger Toren die Saison als misslungen klassifizieren könnte… das ist schon ein ziemlicher Druck, oder?

Hoffnungsträger und Verletzungspech

Lukas Zerbe, der Rechtsaußen des THW, hat es treffend formuliert: Konzentration ist das A und O. Die Unterstützung der Fans ist unerlässlich. Und die gibt es – das Publikum wird sicher alles geben, um das Team nach vorne zu peitschen. Coach Filip Jicha hat ein klares Ziel vor Augen: eine „magische Kieler Nacht“ zu schaffen. Doch die Realität sieht etwas anders aus. Verletzungsprobleme plagen das Team. Gleich vier Rückraumspieler fehlen, darunter auch die Schlüsselspieler Bence Imre und Emil Madsen. Die Liste ist lang und frustrierend.

Aber da ist ja noch Rasmus Ankermann, der 18-jährige Rückraumspieler, der als Hoffnungsträger gilt. Er könnte der entscheidende Faktor sein, um das Blatt zu wenden und das Team in die nächste Runde zu bringen. Geschäftsführer Viktor Szilagyi hofft zudem auf die Rückkehr von Eric Johansson, der nach einer Knieverletzung ausfällt. Ein Comeback würde sicher frischen Wind ins Team bringen.

Nexe: Stark und selbstbewusst

Auf der anderen Seite steht RK Nexe, die im ersten Spiel stark auftrumpften. Mit einer Angriffs-Effizienz von über 80 % bis zur Halbzeit und einem Top-Scorer Tin Lučin, der neun Tore erzielte, haben sie sich nicht nur Respekt, sondern auch Selbstbewusstsein erarbeitet. Torwart Marcel Jastrzębski war mit 11 Paraden ein echter Rückhalt für die Kroaten. Die erste Halbzeit war ein Schaulaufen für Nexe – sie führten durchgehend, abgesehen von zwei Ausgleichsständen. Erst in der zweiten Halbzeit zeigte Kiel seine Zähne und konnte sogar in der 39. Minute mit 18:17 in Führung gehen. Doch der Druck blieb bis zur 53. Minute hoch, als Nexe erneut die Oberhand gewann.

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Für Nexe wäre die Teilnahme an den EHF Finals Men eine Wiederholung des Erfolgs von 2021/22, als sie den vierten Platz belegten. Ein großes Ziel, das sie mit aller Macht anstreben. Und vielleicht ist das der Grund, warum sie Kiel nicht unterschätzen dürfen, auch wenn die Vorzeichen nicht gerade günstig sind.

In der Kieler Arena wird die Atmosphäre heute Abend einzigartig sein. Die Fans werden bereit sein, ihre Mannschaft zu unterstützen, während die Spieler alles auf das Feld bringen müssen. Die Hoffnung auf ein positives Ende schwebt über der Stadt. Es bleibt spannend, ob der THW Kiel aus der misslichen Lage herausfindet und doch noch einen Platz im Final Four ergattern kann. Der Handball lebt von solchen Momenten – und dieser könnte einer der magischsten werden.