In einer packenden Begegnung hat der THW Kiel das Endspiel des Final-Four-Turniers um die European League in Hamburg erreicht und sich damit ein Stück weit rehabilitiert. Nach einer Saison, die für die Mannschaft alles andere als rosig war – frühes Ausscheiden im DHB-Pokal und ein eher enttäuschender fünfter Platz in der Bundesliga – war der Sieg gegen Montpellier HB mit 29:28 (15:12) ein echter Lichtblick. Schöner kann der Handball nicht sein: Der entscheidende Treffer fiel erst 15 Sekunden vor Schluss, geschossen von Eric Johansson, der sich damit zum Helden des Abends krönte.

Im Tor stand Andreas Wolff, der mit zwei sensationellen Paraden in der Schlussphase maßgeblich zum Erfolg beitrug. Man könnte sagen, die Montpellier-Spieler hatten einen echten „Problem-Wolff“ vor sich. Komischerweise erinnert man sich an das letzte Aufeinandertreffen der beiden Teams, bei dem Kiel im Vorjahr mit 30:31 verlor. Hier war es also Zeit für eine kleine Revanche – und die haben sie ordentlich genommen! Zwischenzeitlich führte Kiel sogar mit fünf Toren (15:10) im ersten Abschnitt, bevor Montpellier zurückkam und kurzzeitig sogar mit zwei Toren in Führung ging. Ein echter Krimi.

Der Weg ins Finale

Die Kieler Mannschaft musste auf die verletzten Rückraumspieler Emil Madsen und Elias Ellefsen à Skipagøtu verzichten, die im Vorjahr die Top-Scorer bei den EHF Finals waren. Doch das Team ließ sich davon nicht unterkriegen und änderte seinen Spielstil, um die Stärken ihrer Kreisläufer besser auszuspielen. Diese taktische Umstellung trug Früchte, und im zweiten Durchgang erarbeiteten sie sich eine Drei-Tore-Führung (24:21). Als Montpellier in der Schlussphase zum 28:28 ausglich, könnte man fast das Herz in die Hose rutschen sehen – doch der THW blieb cool.

Der nächste Gegner im Finale wird MT Melsungen sein, die Flensburg-Handewitt mit 37:30 besiegten. Melsungen hat noch nie einen bedeutenden Titel gewonnen und strebt nun nach dem ersten großen Erfolg in der Vereinsgeschichte. Timo Kastening von Melsungen äußerte sich euphorisch über das bevorstehende europäische Finale gegen Kiel. Luka Zerbe von Kiel sprach von einer „Achterbahnfahrt“ und hob die Bedeutung von Wolff für den Sieg hervor. Es wird spannend zu sehen, wie sich die beiden Teams im Finale schlagen werden.

Ein Blick in die Geschichte

Die European League hat eine lange Tradition, die bis in die 1950er Jahre zurückreicht. THW Kiel ist ein echter Schwergewicht im europäischen Handball und kann auf eine beeindruckende Sammlung von Titeln zurückblicken. Insgesamt hat der Verein vier EHF Champions League- und vier EHF Cup-Titel gewonnen. Der letzte Titelgewinn in einem EHF-Wettbewerb datiert allerdings schon eine Weile zurück, seit 2020 haben die Kieler keinen großen Wettbewerb mehr gewonnen. Ein Sieg im Finale gegen Melsungen könnte also eine willkommene Wende in der Geschichte des Vereins darstellen.

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Die Vorfreude auf das Finale ist spürbar. Während die Fans in Kiel die Daumen drücken, bleibt abzuwarten, ob der THW Kiel seinen Platz in der europäischen Handball-Elite zurückerobern kann. Die Kulisse in Hamburg wird sicher grandios sein und die Atmosphäre elektrisierend. Bereit für ein Spektakel, das den Puls höherschlagen lässt!