Heute ist der 1.05.2026 und das Theater Kiel hat mit der Uraufführung von „Anatomy of Failing“ am 30. April 2026 einen neuen Meilenstein gesetzt. Unter der Regie von Anna-Elisabeth Frick, die in dieser Saison als Oberspielleiterin in Kiel tätig ist, wird das Publikum in die tiefen Gewässer des Theaters entführt, wo das Scheitern in all seinen Facetten beleuchtet wird. Die Ausstattung stammt von Nina Sievers, während Ted Stoffer für die Choreografie und Jens Paulsen für die Dramaturgie verantwortlich zeichnen.

Die Inszenierung, die etwas mehr als eine Stunde dauert und ohne Pause auskommt, thematisiert unter anderem die faszinierenden Anglerfische der Tiefsee. Diese Kreaturen, bei denen die Weibchen größer sind als die Männchen, leben in Meerestiefen zwischen 200 und 4000 Metern und besitzen eine Angel mit fluoreszierender Extremität – ein Bild für das Streben nach Licht und Hoffnung in der Dunkelheit des Scheiterns.

Ein Stück über das Scheitern

In „Anatomy of Failing“ wird das Thema des Scheiterns nicht nur als Konzept, sondern auch als Quelle für Slapstick-Momente greifbar. So hält der Charakter Naruto, gespielt von Mischa Warken, einen gescheiterten Vortrag über Anglerfische, was die Zuschauer zum Schmunzeln bringt. Die Inszenierung konzentriert sich auf poetische Situationen und Geschichten, die sich um die verschiedenen Charaktere entfalten.

Zu den Protagonisten gehört Sam (Rudi Hindenburg), der in die Zukunft blicken kann, jedoch nur unspektakuläre Ereignisse sieht. Marie (Fayola Schönrock) wünscht sich, getragen zu werden, stellt jedoch hohe Anforderungen an die Tragenden. Ulrike (Ellen Dorn) wird gegen ihren Willen auf die Bühne gezerrt, was auf die Gewalt im Theater anspielt, während Mario (Nikolaus Okonkwo) von einer Lüge berichtet, die er als Schauspielstudent erzählt hat.

Geschichten und Musik

Ein besonderes Highlight der Inszenierung ist, dass die Schauspielerinnen während der Aufführung Kostüme anprobieren und Geschichten erzählen, die das Geschichtenerzählen selbst thematisieren. Am Ende formiert sich die Gruppe zu einer Band und spielt Musik, was einen lebendigen Abschluss der Vorstellung bildet. Ulrike erzählt von einem dramatischen Sturz von einem Segelschiff und dem Sinken in die Tiefen des Meeres, umringt von Anglerfischen – eine Metapher für das Eintauchen in die Ungewissheit.

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In der kommenden Saison wird Anna-Elisabeth Frick zudem die Inszenierungen von „Madame Bovary“ und „PeerGynt“ in Kiel übernehmen, was die Vorfreude auf ihre kreative Vision weiter steigert. „Anatomy of Failing“ zeigt eindrücklich, dass Scheitern nicht das Ende, sondern oft der Beginn von etwas Neuem sein kann – ein Gedanke, der in der Kunst und im Leben gleichermaßen gilt.