Heute ist der 2. Juni 2026, und in Kiel schwirren die Erinnerungen an einen ganz besonderen Tag durch die Luft. Vor 13 Jahren, am 02. Juni 2012, hat der THW Kiel Geschichte geschrieben – und das mit einer Saison, die in den Annalen des Handballs ihresgleichen sucht. 68:0 Punkte, keine einzige Niederlage, und das in einer Liga, die für ihre Unberechenbarkeit bekannt ist. Es war eine Zeit, in der die Emotionen hochkochten, das Publikum in der Sparkassen-Arena tobte und Trainer Alfred Gislason mit einem strahlenden Lächeln die Mannschaft führte.

Die perfekte Saison begann am 4. September 2011 mit einem beeindruckenden 35:21-Sieg über die SG Flensburg-Handewitt. Die Euphorie war spürbar, und es war der Startschuss für eine unglaubliche Erfolgsserie, die am 22. Mai 2011 mit einem Sieg gegen die TSV Hannover-Burgdorf ihren Anfang nahm. Ab dem fünften Spieltag war der THW Kiel alleiniger Spitzenreiter der Bundesliga, und die Konkurrenz konnte nur hinterher schauen. Am Ende der Hinrunde lag der Hauptstadtclub, die Füchse Berlin, bereits mit fünf Punkten im Hintertreffen.

Ein Triumph, der in die Geschichtsbücher eingeht

Am 18. April 2012 sicherte sich der THW Kiel schließlich mit einem 33:23-Sieg gegen Frisch Auf Göppingen die Meisterschaft. Ein weiterer Höhepunkt folgte am 6. Mai 2012, als der DHB-Pokal mit einem knappen 33:31 gegen die SG Flensburg-Handewitt gewonnen wurde. Und dann, wie das i-Tüpfelchen einer perfekten Saison, der Champions-League-Sieg am 27. Mai 2012 gegen Atletico Madrid mit 26:21. Was für ein Jahr – das Triple war perfekt!

Filip Jicha, der Kapitän der Mannschaft, bezeichnete diese Truppe als „die beste Handball-Mannschaft, die es je gab“. Das Gefühl, gemeinsam mit den Fans zu feiern, war überwältigend. Nach dem letzten Bundesliga-Spieltag, das mit einem 39:29-Sieg über den VfL Gummersbach endete, tobte das Stadion. Die Spieler hatten sich die Feier redlich verdient! In einem Restaurant wurde bis in die späten Stunden gefeiert, und am nächsten Tag fand ein Meisterbrunch im Kieler Rathaus statt, zu dem sage und schreibe 15.000 Fans kamen. Ein wahres Volksfest!

Die Herausforderungen und die Zukunft

Doch Trainer Alfred Gislason war realistisch. Er wusste, dass solch eine Saison „nicht automatisch wiederholbar“ sei. Niederlagen gehören dazu, und auch die besten Mannschaften müssen sich Herausforderungen stellen. Komischerweise kam die erste Niederlage für Kiel erst am 9. Dezember 2013 – das blieb für viele ein Schock. Nach dem Triumph verließen fünf Spieler den THW: Henrik Lundström, Milutin Dragicevic, Daniel Kubes, Tobias Reichmann und Kim Andersson. Veränderungen, die notwendig waren, um frisch in die nächsten Wettkämpfe zu starten.

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Der THW Kiel bleibt in der Handball-Welt ein Maßstab. Mit einem Rekord von 68:0 Punkten pulverisierte die Mannschaft den bisherigen Startrekord des TBV Lemgo, der bei 36:0 Punkten lag. Es gibt keinen Zweifel: Diese Saison wird für immer in der Erinnerung der Fans bleiben, und der THW Kiel hat sich einen Platz in den Geschichtsbüchern gesichert. Wenn man heute in Kiel umhergeht, sieht man noch immer die Begeisterung in den Gesichtern der Menschen, die diese magischen Momente miterleben durften.