Heute ist der 19. Mai 2026, und in Schleswig-Holstein tut sich etwas. Nach langen Jahren des Stillstands und unzähliger juristischer Auseinandersetzungen wird endlich der Weiterbau der A20 bei Bad Segeberg wieder in Angriff genommen. Der erste Spatenstich für den dritten Abschnitt, der von Weede bis Wittenborn führen wird, ist für den 28. Mai geplant. Ministerpräsident Daniel Günther, Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder und Michael Güntner von der Autobahn GmbH sind dabei – ein Moment, auf den viele gewartet haben!
Das Besondere an diesem Projekt? Es geht nicht nur um den Bau einer Autobahn. Der Fokus liegt stark auf dem Schutz der Fledermäuse! In einer Einigung zwischen dem Land Schleswig-Holstein und dem Umweltverband BUND wird eine Stiftung „Fledermausschutz Schleswig-Holstein“ ins Leben gerufen, die mit 14 Millionen Euro ausgestattet wird. Diese Initiative ist das Ergebnis monatelanger Gespräche, die auch die Naturschutzbelange im Travetal berücksichtigen. Es ist schon fast ein Wunder, dass nach all den Diskussionen und dem Stopp des Baus im Jahr 2013 wegen unzureichendem Fledermausschutz nun endlich Fortschritte gemacht werden können.
Ein Kompromiss für die Zukunft
Der Bau von Tunneln und Schutzwänden ist eine der Maßnahmen, die beschlossen wurden, um Kollisionen mit den fliegenden Säugetieren zu vermeiden. Es ist ein Kompromiss, den Ministerpräsident Günther als gelungen bezeichnet, denn er bringt Ökologie und Ökonomie in einen Einklang, der für alle Beteiligten vorteilhaft ist. Das Land hat sich dazu verpflichtet, die Fledermaus-Stiftung zu finanzieren, während der Bund die Kosten für Naturschutzprojekte im Travetal übernimmt. Ein bisschen wie ein Tanz, bei dem jeder seinen Schritt kennt, um nicht auf die Füße des anderen zu treten.
Spannend ist auch, dass der Verkehr auf der Bundesstraße 206, die derzeit über 33.300 Fahrzeuge pro Tag zählt – darunter 3.000 Lastwagen –, durch den Bau der A20 auf etwa 13.600 Fahrzeuge reduziert werden soll. Das klingt fast zu gut, um wahr zu sein! Es ist ein großer Schritt, um die Pendlerströme zu entlasten und den Güterverkehr in eine effizientere Bahn zu lenken. Und nicht zu vergessen: Die Karl-May-Spiele ziehen viele Besucher an, die ebenfalls von weniger Stau profitieren dürften.
Ein langer Weg bis zur Vollendung
Doch der Weg ist noch lang. Die Bauarbeiten an dem knapp zehn Kilometer langen Abschnitt werden voraussichtlich sieben Jahre in Anspruch nehmen. Ja, Zeit ist relativ, und manchmal fühlt es sich an, als würde man auf einen Bus warten, der einfach nicht kommt. Aber die letzten technischen Details der Stiftung müssen noch geklärt werden, und die Vorbereitungen für die europaweite Ausschreibung des insgesamt 550-Millionen-Euro-Projekts stehen ebenfalls an. Ein Mammutprojekt, das nicht nur den Verkehr, sondern auch die Umwelt im Blick hat.
Die Planungen für die anderen Abschnitte der A20 sind ebenfalls in vollem Gange. Während Abschnitt 8 (die Elbquerung nach Niedersachsen) bereits Baurecht hat, wird für Abschnitt 7 (Kreis Steinburg) der Planfeststellungsbeschluss noch in diesem Jahr erwartet. Abschnitt 4 (von Wittenborn bis zur A7) wird im zweiten Halbjahr 2026 einen solchen Beschluss erwarten, und die Anträge für die Abschnitte 5 und 6 (von der A7 bis zur A23) sollen 2027 eingereicht werden. Es ist also ein ganzes Netzwerk an Planungen, das hier zusammenwächst.
Bad Segebergs Bürgermeister Toni Köppen hat bereits seine Erleichterung über die Einigung geäußert. Planungssicherheit, das ist es, was alle wollen – und jetzt scheinen die Dinge endlich ins Rollen zu kommen. Und wer weiß, vielleicht wird die A20 eines Tages nicht nur ein Verkehrsweg, sondern auch ein Symbol für den gelungenen Dialog zwischen Naturschutz und Infrastrukturentwicklung.