Im Saarland brodelt es gewaltig. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat angekündigt, dass die Lokführer der Saarbahn in den Streik treten könnten. Der Grund für diese brisante Situation? Die zweite Tarifverhandlungsrunde wurde für gescheitert erklärt. Das betrifft immerhin 80 Lokführer, die sich bereits auf unruhige Zeiten einstellen müssen. Ein konkreter Termin für den ersten Streik steht zwar noch nicht fest, doch die GDL hat versichert, dass diese rechtzeitig bekannt gegeben wird. Das lässt die Nervosität steigen.

Die GDL lässt kein gutes Haar an der Arbeitgeberseite. Man wirft ihnen vor, unvorbereitet und unprofessionell zu handeln. Trotz mehrfacher Aufforderungen gab es kein Angebot, das auf die Forderungen der Gewerkschaft eingegangen wäre. Die nächste Urabstimmung steht für Ende der Woche an und könnte unbefristete Streiks nach sich ziehen. Der Kommunale Arbeitgeber Verband Saar (KAV Saar) reagiert mit Unverständnis. Er hält die geforderte Lohnerhöhung im deutlich zweistelligen Bereich für nicht finanzierbar und betont, dass tarifpolitische Entscheidungen das Gesamtwohl des Unternehmens im Blick haben müssen. Gut, dass sie bereit sind, zurück an den Verhandlungstisch zu kommen – vielleicht kann man ja doch noch einen Kompromiss finden.

Ein Blick auf die Tarifverhandlungen

Die Situation ist nicht neu. Bereits seit 2006 gibt es in Deutschland zwei unterschiedliche Tarifverträge im öffentlichen Dienst. Die Gewerkschaft ver.di setzt sich für die Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen ein. In den letzten Jahren gab es immer wieder Forderungen nach Lohnerhöhungen, die durch die Inflation und die steigenden Lebenshaltungskosten besonders drängend wurden. Die Tarifverträge sind komplex: Der „Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst“ (TVöD) gilt für Bundes- und Kommunalbeschäftigte, während spezifische Regelungen für kommunale Versorgungs- und Nahverkehrsunternehmen existieren.

Die ver.di fordert nicht nur eine angemessene Übertragung der Ergebnisse auf Beamt*innen, sondern auch eine deutliche Lohnsteigerung, um qualifizierte Arbeitskräfte zu binden. Die Verhandlungen über den TV-L, der für die Tarifbeschäftigten der Länder zuständig ist, werden ab dem 1. November 2025 wieder aufgenommen. Der erste Termin ist für den 3. Dezember 2025 angesetzt. Diese Verhandlungen könnten auch Auswirkungen auf die aktuelle Situation der Saarbahnlokführer haben.

Die Arbeitgeber der Bundesländer werden von der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) vertreten. Die Inflation hat die Lebenshaltungskosten, insbesondere bei Lebensmitteln und Energie, in die Höhe getrieben. Das drückt den Beschäftigten sicherlich auf die Stimmung, denn die Preissteigerungen liegen aktuell bei etwa zwei Prozent, und die anhaltende Inflation macht die Situation nicht einfacher.

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Die GDL und der KAV Saar stehen also vor einer Herausforderung. Die kommenden Wochen werden entscheidend sein, ob es zu einem Streik kommt oder ob man sich doch noch einig wird. Aber bis dahin bleibt es spannend im Saarland!