In St. Wendel und Neunkirchen brodelt es: Die Zukunft der Marienhaus-Standorte, insbesondere die Geburtshilfe, steht zur Debatte. Die CDU hat das Aus der geplanten Verlegung der Geburtshilfe von Neunkirchen nach St. Wendel scharf kritisiert. Gesundheitsminister Magnus Jung (SPD) sieht sich Vorwürfen eines „Zickzackkurses“ gegenüber, während die SPD-Abgeordneten Réka Klein und Nadia Schindelhauer die Angriffe der CDU als parteipolitisch motiviert zurückweisen. Sie bedauern das Ausbleiben der Verlagerung und betonen, dass die Entscheidung nicht am Gesundheitsminister gescheitert sei, sondern an der Marienhaus-Gruppe, die den ursprünglichen Plan nicht weiterverfolgen wollte.

Die Situation ist komplex. Gesundheitsminister Jung hat klargestellt, dass er die Krankenhausträger nicht zwingen kann, bestimmte Leistungen zu verlagern. Zudem wirft die CDU der SPD vor, keine klare gemeinsame Haltung zur Stärkung des Standortes St. Wendel zu haben. In diesem Zusammenhang wird die Wichtigkeit der Erhaltung bestehender Fachbereiche und der medizinischen Versorgungsfunktion in St. Wendel hervorgehoben. Das Marienkrankenhaus in St. Wendel bietet weiterhin wichtige medizinische Angebote, einschließlich Notfallversorgung und Kardiologie.

Neustrukturierung in Neunkirchen

Am 20. April 2026 wurde in einer Pressekonferenz die Umstrukturierung des Marienhaus Klinikums Neunkirchen vorgestellt. Geplant ist der Abbau von Doppelstrukturen und die Neuausrichtung als Fachklinik für Frauenheilkunde, Geburtshilfe sowie Kinder- und Jugendmedizin. Während die Notfallversorgung, Innere Medizin und Allgemeine Chirurgie künftig am Diakonie Klinikum Neunkirchen konzentriert werden, wird das Marienhaus Klinikum Neunkirchen eine Notfallambulanz für Kinder- und Jugendmedizin sowie Gynäkologie anbieten.

Zusätzlich sind neue Betreuungsangebote wie Kleinkind- und Mutter-Kind-Wohngruppen vorgesehen. Minister Jung betont die langfristige Sicherung der somatischen Versorgung in der Region und die Stärkung des Standorts St. Wendel mit den vorhandenen Fachgruppen, einschließlich konservativer Orthopädie. Auch SPD-Fraktionsvorsitzender Heinz Detlev Puff wünscht sich Geburten am Standort St. Wendel und unterstützt die gefundene Lösung zur Stärkung beider Standorte.

Die Herausforderungen der Geburtshilfe

Die Diskussion um die medizinische Versorgung in der Region spiegelt sich auch in der neuesten Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe wider. Die Empfehlung zur „zukunftsfähigen flächendeckenden geburtshilflichen Versorgung“ legt großen Wert auf die Sicherstellung der Versorgung in ländlichen Gebieten und die Erreichbarkeit von Geburtshilfeeinrichtungen. In den Fokus gerückt werden auch die Herausforderungen des Personalmangels sowie die Notwendigkeit zur Verbesserung der Qualität der klinischen Geburtshilfe.

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Die Reform hat das Potenzial, die Versorgungssituation in der Geburtshilfe und Perinatalmedizin nachhaltig zu verbessern. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen ist es wichtig, dass parteipolitische Angriffe die Zusammenarbeit zwischen den Parteien nicht gefährden. Sowohl SPD als auch CDU hatten sich zuvor gemeinsam für die Stärkung des Krankenhausstandorts eingesetzt. Die Erhaltung der medizinischen Versorgungsangebote in St. Wendel bleibt ein zentrales Ziel, das die Bürgerinnen und Bürger in der Region besonders am Herzen liegt.