Heute ist der 18.05.2026 und im Saarpfalz-Kreis brodelt es. Der Marburger Bund, der größte Ärzteverband Deutschlands, hat auf seiner 147. Hauptversammlung in Hannover eine bemerkenswerte Forderung erhoben: ein Verbot des Verkaufs von hochprozentigem Alkohol in Supermärkten, Tankstellen und Kiosken. Stattdessen soll dieser nur noch in speziellen „Alkoholshops“ erhältlich sein. Ein Schritt, der nicht nur für die Händler, sondern auch für die Konsumenten auf viel Resonanz stößt.
Anne Hoffmann von Edeka bringt es auf den Punkt: Altersprüfungen beim Alkoholverkauf werden ganz klar ernst genommen. Das Personal ist gut geschult. Hoffmann sieht Alkohol als Genussmittel und plädiert für eine höhere Besteuerung anstelle eines Verbots. „Das könnte nur den Schwarzmarkt ankurbeln“, meint sie und hat damit einen wichtigen Gedanken angesprochen. Tristan Klein, der Marktleiter von Rewe, sieht die Alkoholproblematik in St. Ingbert als eher gering an. Er betont, dass die Altersvorgaben strikt eingehalten werden und sieht die Vorschläge des Marburger Bundes eher skeptisch. Komischerweise fordert er eine klare Positionierung der Ärzte zur Legalisierung von Cannabis. Ein spannendes Thema, das in den Diskussionen rund um Alkohol nicht unbeachtet bleiben sollte!
Die Sicht der Kiosk- und Tankstellenbetreiber
Nico Fabio, ein Kioskbetreiber, hat ganz andere Sorgen. Er sieht die Probleme, die die Ärzte ansprechen, nicht wirklich und möchte selbst entscheiden, was er verkauft. Auf der anderen Seite gibt es auch Meinungen, die das Verbot von hochprozentigem Alkohol unterstützen. Der Betreiber eines „Späti“ erklärt, dass dieser Alkohol nicht gut verkauft werde, was die Idee eines Verbots in einem anderen Licht erscheinen lässt.
Tankstellenbetreiber wie Horst Recktenwald äußern Verständnis für den Regelungsbedarf, sind jedoch skeptisch gegenüber staatlichen Eingriffen. Susanne Hoffmann von einer Esso-Tankstelle berichtet von einem frühen Alkoholkauf und glaubt, dass ein Verbot die Probleme nicht lösen würde. Ihre Meinung ist klar: Die Verbraucher sollten selbst entscheiden, wo sie ihren Alkohol kaufen. Zudem kritisiert sie die Heuchelei des Staates in Bezug auf Steuern und Warnhinweise. Ein spannendes Argument, das zeigt, wie komplex das Thema ist.
Die gesundheitlichen Aspekte
Doch warum ist das alles so wichtig? Alkoholkonsum gilt als eines der größten vermeidbaren Gesundheitsrisiken in Deutschland. Besonders junge Menschen sollen besser geschützt werden. Früh etablierte Konsummuster können das Risiko für spätere Abhängigkeiten sowie gesundheitliche und soziale Folgeschäden erhöhen. Die Gesetzespläne des Bundesfamilienministeriums zur Abschaffung des „begleiteten Trinkens“ für Jugendliche ab 14 Jahren unterstützen die Forderungen des Marburger Bundes. Momentan dürfen Jugendliche in Begleitung einer sorgeberechtigten Person Bier, Wein und Sekt kaufen – eine Regelung, die viele als problematisch ansehen.
Der Marburger Bund fordert eine bundesweite, langfristige Präventionsstrategie, die Aufklärungskampagnen, die Stärkung der Suchtprävention in Schulen und den Ausbau niedrigschwelliger Beratungsangebote umfassen soll. Internationale Erfahrungen zeigen, dass höhere Altersgrenzen und strengere Verkaufsregulierungen den Alkoholkonsum signifikant senken können. Ein Ansatz, der durchaus Potential hat, um Jugendliche zu schützen und die Gesellschaft insgesamt zu entlasten.