Heute ist der 24.05.2026, und wir werfen einen Blick auf einen besonderen Ort im Saarland: Herrensohr. Hier gibt es nicht nur eine spannende Geschichte, sondern auch einen eigenartigen Spitznamen, der die Neugier weckt: „Kaltnaggisch“. Diese Bezeichnung hat ihren Ursprung im 19. Jahrhundert, als die Wälder für den Bergbau gerodet wurden. Die kahlen Flächen, die dabei entstanden, sorgten für einen Anblick, der Reisende dazu brachte, beim Vorbeifahren zu rufen: „Oh, wie kahl und nackig ist das hier.“ Das klingt irgendwie nach einer Mischung aus Ehrfurcht und Verwunderung, oder? Und so wurde Herrensohr geboren, als ein Ort, der ein wenig ansehnlicher war, als es der Name vermuten lässt.

Interessanterweise ist dieser Name nicht nur in Herrensohr bekannt, sondern hat ein Pendant in Rheinland-Pfalz. Der Südwestrundfunk (SWR) hat die Ursprünge des Namens unter die Lupe genommen. In einer interessanten Sendung, die sowohl in der Landesschau Rheinland-Pfalz als auch in der SR-Sendung „Tee & Kaffee“ ausgestrahlt wurde, wurden die Verbindungen zwischen Herrensohr und der Stadt Bingerbrück beleuchtet. Dort hat man ebenfalls eine eigene Abhandlung zur Namensgebung publiziert und gleich zwei Legenden dazu ausgegraben. Eine davon erzählt, dass der Erbauer des ersten Hauses auf dem Hügel seine hessischen Kameraden mitbrachte, die ebenfalls über die kahle Landschaft staunten.

Freundschaft mit Bingerbrück

Seit 2019 besteht eine freundschaftliche Verbindung zwischen Herrensohr und Bingerbrück, die vom Ortsinteressenverein Herrensohr (OIV) getragen wird. Der Verein, der 1982 gegründet wurde und heute 150 Mitglieder zählt, engagiert sich für die Vernetzung und Belebung des Ortes. Die Bürger sollen nicht nur in Kontakt mit den Behörden treten, sondern auch eigene Projekte umsetzen. Eine erfolgreiche Initiative war die Umgestaltung der Fußgängerunterführung im Dorf, die 2016 in eine beeindruckende Unterwasserlandschaft verwandelt wurde – mit Hilfe eines Künstlers und Schülern. Das klingt einfach nur genial!

In diesem Jahr hat der OIV einige spannende Veranstaltungen auf die Beine gestellt. So findet am 30. Mai ein Dorfflohmarkt statt, bei dem die Bürger ihre Verkaufsstände auf eigenem Gelände aufstellen können. Man darf gespannt sein, welche Schätze da zu finden sein werden. Und als ob das nicht genug wäre, ist auch ein Ausflug nach Bingerbrück für den 29. August geplant. Die Vorfreude ist sicher groß, besonders nach den Einschränkungen durch die Corona-Pandemie, die den Austausch zwischen den beiden Orten beeinträchtigt hat.

Die Wurzeln des Bergbaus

Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass die Kohleförderung in der Saar-Region schon seit der keltischen Besiedelung belegt ist. Der Bergbau hat hier seine Wurzeln bis ins Spätmittelalter, als Kaiser Karl IV. Bergbaurechte vergab. In den 1850er Jahren florierte der Kohleabbau, und das führte dazu, dass neue Siedlungen entstanden, um die Arbeitskräfte für die Kohlengewinnung unterzubringen. Die gerodeten Hügel von Herrensohr, die Reisende als „kahl und naggisch“ wahrnahmen, haben den Namen „Kaltnaggisch“ geprägt.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die enge Verbindung zwischen Bergbau und der Entwicklung von Herrensohr und Bingerbrück zeigt sich auch in den Bautätigkeiten, die zur Ansiedlung von Bahnbediensteten in Bingerbrück führten. Interessanterweise entdeckte man die Namensverwandtschaft zwischen den beiden Orten erst Anfang der 2000er Jahre über das Internet. Ein wenig skurril, oder? Wenn Reisende beim Anblick der kahlen Hänge ausriefen: „Das sieht do jo aus wie bei uns in Kaltnaggisch!“, dann ist das eine amüsante Verbindung zwischen den beiden Orten, die sich bis heute hält.

Die kulturellen und sozialen Aktivitäten des OIV Herrensohr sind ein wunderbares Beispiel dafür, wie gemeinschaftliches Engagement die Lebensqualität erhöhen kann. Die Freundschaft zwischen Herrensohr und Bingerbrück ist nicht nur ein Zeichen der Verbundenheit, sondern auch ein Schritt in eine gemeinsame Zukunft, in der die Traditionen und Geschichten der Orte lebendig bleiben. Und wer weiß, vielleicht wird der Name „Kaltnaggisch“ eines Tages in neuen Legenden weiterleben, während die Menschen an den kahlen Hängen der Vergangenheit vorbeigehen.