Heute ist der 12.05.2026 und in Saarbrücken gibt es Grund zur Freude, aber auch zur Wehmut. Michael Berres, der langjährige Küchenchef des Klinikums, zieht nach fast drei Jahrzehnten im Alter von 65 Jahren den Hut. Was für ein Weg! Als er Mitte der 90er Jahre seinen Dienst antrat, waren die Abläufe in der Krankenhausküche stark festgefahren. Doppelt so viele Vollzeitstellen wie heute, starre Schichtpläne und manuelle Bestellungen – das Ganze war eine echte Herausforderung.

Die Küche war damals ein Ort, an dem große Kochkessel und eine Durchlauffritteuse mit 220 Litern Fett dominierten. Berres hat sich jedoch nie mit dem Status quo zufriedengegeben. Er kämpfte für Veränderungen, förderte flexiblere Dienstpläne und setzte auf digitale Bestellsysteme. Er wollte ein Team, das vielseitig einsetzbar ist. Und das hat sich gelohnt! Heute sind bis zu 150 Salatteller am „Salatmittwoch“ keine Seltenheit, und die Speisekarte bietet immer mehr vegetarische Optionen.

Ein Blick in die Vergangenheit

Als Berres die Küche übernahm, waren die Beschwerden häufig und oft organisatorischer Natur. Doch die Stabilität, die er aufgebaut hat, spricht für sich: 365 Tage im Jahr, auch an Feiertagen, wird für rund 500 Patienten und 60 bis 70 Essensgäste im Therapiezentrum gekocht. Die Küche hat sich von den großen Mengen – 80 Liter Linsensuppe und 150 Liter Kartoffelsuppe – zu einem Ort entwickelt, der auch für spezielle Unverträglichkeiten kocht. Berres hat seine Lieblingsgerichte, wie den Kaiserschmarrn und die Käsespätzle, eingeführt. Er hat die Freiheit, neue Ideen auszuprobieren, und die Unterstützung der Geschäftsführung stets im Rücken gehabt.

Sein Nachfolger René Stein wird nun das Ruder übernehmen. Berres hat ihn bereits eingearbeitet, damit die Erfolge der vergangenen Jahre nicht verloren gehen. Im Ruhestand plant Berres, erst einmal anzukommen und vielleicht öfter für sich und seine Familie zu kochen. Manchmal ist es einfach an der Zeit, sich selbst zu verwöhnen.

Die Zukunft der Krankenhausverpflegung

Doch nicht nur im Klinikum Saarbrücken wird an der Verpflegung gefeilt. Ein junges Unternehmen aus München, HospiChef, hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Verpflegungsmanagement in Krankenhäusern zu modernisieren. Ihr innovatives digitales Menübestellsystem bindet Patientinnen aktiv ein und nutzt künstliche Intelligenz, um Küchenprozesse effizienter zu gestalten. Das klingt spannend, oder?

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Die Herausforderungen sind vielfältig: Fachkräftemangel in Service, Pflege und Küche, zeitaufwendige Abfragen der Essenswünsche – das alles soll mit HospiChef der Vergangenheit angehören. Die Patientinnen können über eine App ihre Mahlzeiten auswählen, während das System historische Bestelldaten analysiert und Produktionsprognosen erstellt. So wird Überproduktion vermieden und die Planung der Einkaufs- und Vorbereitungsprozesse optimiert.

Im Rahmen eines Projekts der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) wird diese Plattform weiterentwickelt. Das Ziel? Lebensmittelverluste um bis zu 60 Prozent zu reduzieren und Pflegekräfte zu entlasten. Wer weiß, vielleicht werden wir bald auch im Klinikum Saarbrücken von dieser innovativen Lösung profitieren. Die Zukunft der Krankenhausverpflegung scheint vielversprechend! Ob Berres und Stein die digitale Welle mitnehmen, bleibt abzuwarten.