Heute ist der 2.05.2026. Ein Blick aus dem Fenster zeigt es deutlich: Der Mai hat sich mit herrlichem Wetter zurückgemeldet. Am gestrigen 1. Mai erlebte Deutschland einen echten Sommertag, mit Temperaturen, die bis zu 26,1 Grad kletterten. Die Höchsttemperatur wurde in Waghäusel-Kirrlach um 16:40 Uhr gemessen. Auch in anderen Regionen wie Rheinau-Memprechtshofen und Ohlsbach wurden mit 25,7 Grad respektable Werte erreicht, während Waltrop-Abdinghof mit 25,0 Grad aufwartete. Hoch WINFRIED sorgt für dieses sommerliche Wetter, das sich über weite Teile Mitteleuropas bis zum Schwarzen Meer erstreckt. Deutschland genießt die warme Südflanke, während Tiefs vom Atlantik keinerlei Einfluss haben.
Am 1. Mai konnten die Menschen in Deutschland mit 13 bis 15 Sonnenstunden rechnen, was astronomisch fast das Maximum für diesen Tag darstellt. Die Luft war extrem trocken; die Taupunkte lagen unter 5 Grad und die relative Feuchtigkeit am Nachmittag fiel auf unter 30 Prozent. Das führte zu einer erhöhten Waldbrandgefahr insbesondere im Osten und Süden des Landes, während der UV-Index zwischen 6 und 7 lag. Die Temperaturen lagen damit 8 bis 9 Grad über dem Klimamittel für Anfang Mai, das normalerweise bei 17 bis 18 Grad liegt. Historisch gesehen gab es an Maifeiertagen auch schon Temperaturen von 27 oder 28 Grad.
Der Wechsel der Wetterlage
Doch bereits ab dem 2. Mai wird sich das Hoch nach Osten verlagern, was wärmerer und feuchterer Luft Platz macht. Erste Schauer und Gewitter sind für den Nachmittag des 2. Mai im Westen vorhergesagt. Hochdruckgebiet WINFRIED, das bis Freitag, den 1. Mai, das Wetter in weiten Teilen Europas bestimmte, zieht schrittweise nach Osteuropa. Die Strömung dreht sich auf südliche Richtungen, was die Neigung zu Schauern und Gewittern allmählich erhöht. Am Mittwoch, den 29. April zeigte sich der Himmel in vielen Teilen Deutschlands wolkenlos, während am Alpenrand vereinzelt Schauer auftraten.
Die Temperaturen stiegen in den Tagen zuvor auf bis zu 23 Grad, fühlten sich jedoch aufgrund des kräftigen Ostwinds kühler an. In exponierten Hochlagen kam es zu starken bis stürmischen Böen. Die sehr trockene Luft sorgte zudem für nächtliche Auskühlung, wodurch die Temperaturen in der Osthälfte häufig in den Frostbereich sanken. Doch ab dem 1. Mai wurde der Wind schwächer und drehte auf südöstliche Richtungen. Die Temperaturen stiegen weiter an, im Westen über 25 Grad, in anderen Regionen zwischen 20 und 24 Grad, was ideale Bedingungen für Aktivitäten im Freien bot.
Klimawandel im Fokus
Diese Wetterphänomene stehen jedoch im Kontext eines sich verändernden Klimas. Europa wird zunehmend als Hotspot des Klimawandels beschrieben. So war 2024 das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Europa, mit einem Temperaturanstieg von erstmals 1,5 Grad über dem vorindustriellen Niveau. Der Klimazustandsbericht von Copernicus und der WMO listet zahlreiche Extremwetterereignisse auf, die auch in den letzten Jahren nicht ausblieben: von Hitzewellen und Waldbränden bis hin zu heftigen Niederschlägen und Überschwemmungen, die verheerende Folgen hatten.
Die Oberflächentemperaturen der europäischen Meere stiegen, und die Gletscher in den Alpen schmelzen schneller als je zuvor. Prognosen deuten darauf hin, dass das Hochwasserrisiko in den kommenden Jahrzehnten steigen wird, insbesondere in Großstädten. Dennoch gibt es positive Entwicklungen: 45 Prozent des europäischen Stroms stammen mittlerweile aus erneuerbaren Quellen, und immer mehr Städte planen Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel. Ein klarer Hinweis darauf, dass sich die Gesellschaft nicht nur den Herausforderungen des Klimawandels stellen, sondern auch aktiv Lösungen suchen kann.