Die Rheinland-Pfalz-Ausstellung hat eine bewegte Geschichte – und nun steht eine neue Ära bevor. Im Jahr 2025 wird sie neu aufgelegt, doch die große Verbrauchermesse von 2027 wird nicht in ihrem bisherigen Heim in Mainz stattfinden. Stattdessen zieht die Veranstaltung nach Trier um, was für viele eine Überraschung sein dürfte. Die Messegesellschaft Mainz und die Expotec GmbH konnten sich nicht einigen, was letztlich zur Verlegung der Veranstaltung führt. Die ursprünglich für den Zeitraum vom 7. bis 11. April 2027 im Messepark Mainz-Hechtsheim geplante Großveranstaltung wird nun also in der ältesten Stadt Deutschlands stattfinden.

Der Geschäftsführer von Expotec, Frank Baumann, gab die Entscheidung nach ergebnislosen Gesprächen mit dem Betreiber des Mainzer Messegeländes bekannt. Ein Aspekt, der nicht unerwähnt bleiben sollte: Die Rheinland-Pfalz-Ausstellung hat eine über 50-jährige Tradition in Mainz und zählte seit den 1970er Jahren bis zu 70.000 Besucher und rund 700 Aussteller. Doch nach der Corona-Pandemie und der Insolvenz der RAM-Regio Messegesellschaft ist das Interesse merklich gesunken. In diesem Frühjahr kamen nur etwa 15.000 Besucher zur Messe, ein Rückgang von 9.000 im Vergleich zum Vorjahr. Man muss schon sagen, das ist ein deutlicher Dämpfer.

Der Umzug nach Trier

Die Umzugsgründe sind vielfältig. Expotec fordert Veränderungen, da das Messegelände in Mainz nicht mehr den gesetzlichen Standards entspricht, insbesondere was Stromkästen und Wasserleitungen betrifft. Karl Strack, der Parkbetreiber, bezeichnete diese Kritik als „Schlechtmacherei“ und plant, unter dem Namen „Rheinland-Pfalz-Ausstellung“ möglicherweise neue Angebote zu schaffen. Trier hingegen wird als guter Standort angesehen – mit einer starken Anziehungskraft nicht nur auf Rheinland-Pfalz, sondern auch auf das Saarland und die Nachbarländer wie Luxemburg, Belgien und Frankreich. Das moderne Messegelände in Trier bietet zudem viele Parkmöglichkeiten und eine gute Erreichbarkeit, was für Aussteller und Besucher ein klarer Vorteil ist.

Die Industrie- und Handelskammer sowie die Handwerkskammer Trier unterstützen den Umzug und sehen darin Vorteile für den Wirtschaftsstandort. Der Geschäftsführer der Mainzer Messegesellschaft kann die Argumente für den Umzug allerdings nicht nachvollziehen und plant, eine neue Messe für Mainz ins Leben zu rufen. Spannend bleibt also, wie sich die Situation weiterentwickeln wird. Könnte es in Zukunft gar zwei Messen pro Jahr geben, eine in Mainz und eine in Trier? Das hängt wohl davon ab, ob ein alternatives Gelände in Mainz gefunden wird.

Perspektiven und Ausblick

Die Landesregierung hat auch ein Auge auf die internationale Messebeteiligung in Rheinland-Pfalz geworfen. Im Rahmen des Außenwirtschaftsprogramms 2023 wird die Erfüllung der Erwartungen der mittelständischen Wirtschaft evaluiert. Die Auswirkungen der Messeteilnahmen auf den Wirtschaftsstandort werden im Ausschuss für Wirtschaft und Verkehr thematisiert. Es zeigt sich deutlich, dass Messen nicht nur ein Ort für Austausch und Verkauf sind, sondern auch entscheidend für die wirtschaftliche Entwicklung in der Region. Vielleicht bietet der Umzug nach Trier auch frischen Wind und neue Chancen für alle Beteiligten.

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Das nächste Kapitel der Rheinland-Pfalz-Ausstellung wird also in Trier geschrieben, und es bleibt abzuwarten, was die Zukunft bringt. Vielleicht wird Mainz doch noch einmal ein wichtiger Standort für die Verbrauchermesse – wenn die Bedingungen stimmen. Bleibt nur zu hoffen, dass die Besucherzahlen in Trier wieder ansteigen und die Messe zu dem wird, was sie einmal war.

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