Heute ist der 21.06.2026 und der Sommer hat endlich Einzug gehalten – die Freibäder sind prall gefüllt, und die Menschen genießen die wohltuende Abkühlung. Doch während die Sonne strahlt, bleibt die Sicherheit der Badegäste ein Thema, das immer wieder aufs Tapet kommt. Künstliche Intelligenz (KI) ist mittlerweile nicht mehr nur ein Schlagwort aus der Science-Fiction, sondern findet auch in unseren Freibädern und Badeseen Anwendung. Ja, wirklich! Diese Technik wird zunehmend zur Unterstützung der Wasseraufsicht eingesetzt, und das aus gutem Grund.

Ertrinken geschieht oft leise und unauffällig – ein dramatisches Szenario, das für viele von uns kaum vorstellbar ist, bis es zu spät ist. Die Technologie, die unsere Schwimmbäder schützt, hat sich weiterentwickelt. KI-Systeme sind in der Lage, auffällige Bewegungsmuster zu erkennen, dazu zählen längeres Untertauchen oder reglose Personen. Sobald der Algorithmus eine Gefahr wittert, schlägt er Alarm und benachrichtigt das Personal. Auf diese Weise wird die Reaktionszeit erheblich verkürzt – ein entscheidender Vorteil, wenn es um Menschenleben geht.

Die Vor- und Nachteile der KI-Überwachung

Natürlich hat alles seine zwei Seiten. Die Vorteile der KI liegen auf der Hand: schnelle Mustererkennung, permanente Beobachtung, und eine präzise Ortsangabe. Das entlastet das Personal, das oft unter enormem Druck steht, und sorgt dafür, dass in kritischen Momenten schneller reagiert werden kann. Aber – und das ist ein großes Aber – die Technik hat auch ihre Tücken. Fehlalarme, technische Ausfälle und Abhängigkeit von Kamerapositionen können problematisch sein. Und die Kosten? Die können sich schnell in fünf- bis sechsstellige Beträge summieren.

Ein Beispiel für den Fortschritt in diesem Bereich ist das Taubertsberg Bad in Mainz, wo seit dem letzten Jahr KI im Nicht-Schwimmerbecken eingesetzt wird. Im neuen Sport- und Familienbad ist der Einsatz auch im Schwimmerbecken geplant. Die Verantwortlichen sind mit der Technik zufrieden, betonen jedoch, dass sie kein Allheilmittel ist. Schließlich liegt die Aufsichtspflicht im Schwimmbad primär bei den Eltern, auch wenn die Betreiber eine gewisse Verantwortung tragen. Leider zeigt die Statistik, dass in Rheinland-Pfalz im Jahr 2022 15 Menschen beim Baden ihr Leben verloren, und auch im laufenden Jahr gab es bereits mehrere Badetote.

Die Rolle der KI im Schwimmunterricht

Der Mangel an qualifizierten Rettungsschwimmern ist ein weiteres ernstzunehmendes Problem. Hier könnte KI eine Brücke schlagen. Die Systeme sind nicht nur in der Lage, gefährliche Situationen zu erkennen, sondern können auch bei Sucheinsätzen unter Wasser in unübersichtlichen Gewässern unterstützen – etwa mit KI-gestützten Sonargeräten. Zudem fördert das Land Rheinland-Pfalz Lehrerinnen und Lehrer mit Fort- und Weiterbildungsangeboten zum Schwimmunterricht. Ein Lichtblick, denn die Zahl der Schwimmabzeichen ist leicht gestiegen, während die Teilnehmerzahlen bei Schwimmkursen rückläufig sind.

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Ein paar spannende Beispiele aus anderen Städten zeigen, wie vielversprechend der Einsatz von KI in Schwimmbädern tatsächlich ist. In München sorgt ein KI-System im Südbad seit Juli 2022 für Sicherheit, während das Panorama-Bad in Freudenstadt mit 15 Kameras das Becken überwacht. Im Stadionbad Köln wurden acht Kameras installiert und die Kosten beliefen sich auf ca. 50.000 Euro. Es wird spannend zu beobachten, wie diese Technologie in der Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen könnte.

Die digitale Transformation hat die Art und Weise, wie wir Sicherheit im Wasser verstehen, revolutioniert. Anabel Ternès, Spezialistin für digitale Transformation, erklärt, dass KI Ertrinkende schneller erkennen kann, indem sie atypische Bewegungsmuster analysiert. Wenn etwas nicht stimmt, wird das Personal über Smartwatches alarmiert. Die Systeme speichern keine personenbezogenen Daten, Gesichter werden nicht erfasst – eine wichtige Maßnahme in Bezug auf den Datenschutz. Es ist klar, KI ergänzt die menschliche Aufsicht, ersetzt sie aber nicht. Diese Zusammenarbeit könnte ein Schlüssel zu einer sichereren Zukunft in unseren Schwimmbädern sein.

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