Heute ist der 2.07.2026 und im Rhein-Lahn-Kreis gibt es aufregende Neuigkeiten im Bereich Gewaltschutz in Werkstätten. Mehr als 60 Trainerinnen und Trainer haben nun ihre Ausbildung im Projekt „Gemeinsam stark“ abgeschlossen. Dieses inklusive Schulungskonzept wurde von den Caritas-Werkstätten Westerwald-Rhein-Lahn in Zusammenarbeit mit der Landesarbeitsgemeinschaft Werkstatträte Rheinland-Pfalz entwickelt. Nach drei intensiven Fortbildungsblöcken in Mainz und Trier können die Teilnehmenden nun ihre Zertifikate stolz in den Händen halten.

Die Schulungen zielen darauf ab, Wissen über Gewalt zu vermitteln und Menschen im Alltag zu stärken. Dabei stehen Themen wie „Gewalt erkennen“, „Grenzen setzen“ und „Hilfsangebote bei Gewalt“ im Vordergrund. Besonders bemerkenswert ist, dass dieses Konzept gemeinsam mit Menschen mit Behinderung erarbeitet wurde. Die Inhalte wurden von Werkstattbeschäftigten und Fachkräften entwickelt und ausprobiert, was den Ansatz noch authentischer macht. In Tandems arbeiten Menschen mit Behinderung und Mitarbeitende zusammen, um ein inklusives Lernumfeld zu schaffen.

Ein dringendes Anliegen

Die Notwendigkeit solcher Schulungen wird durch eine bundesweite Untersuchung untermauert, die zeigt, dass 26% der Werkstattbeschäftigten in den letzten drei Jahren sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz erfahren haben. Zudem berichteten 33% von seelischer Gewalt und 14% von körperlicher Gewalt. Jana Müller von den Caritas-Werkstätten hebt die immense Bedeutung von Gewaltschutz und das Wissen um persönliche Grenzen hervor. Es ist einfach nicht hinnehmbar, dass Menschen in ihrer Arbeitsumgebung so vielen Gefahren ausgesetzt sind.

Die Schulungsreihe umfasst fünf Module, die verschiedene Aspekte von Gewalt und Selbstschutz abdecken. Dabei kommen eine Vielzahl von Methoden zum Einsatz – Bilder, Filme, Übungen, Gespräche und praktische Beispiele helfen, das Wissen lebendig und greifbar zu machen. Eine spannende Perspektive ist, dass eine weitere Ausbildungsrunde für Anfang 2027 geplant ist, um noch mehr Werkstätten die Umsetzung von „Gemeinsam stark“ zu ermöglichen.

Ein landesweites Thema

<pAber das ist nicht alles, was zum Thema Gewaltschutz in Deutschland gesagt werden muss. Am 6. und 7. November findet das siebte Symposium „Gewalt, Aggression und Belästigung am Arbeitsplatz“ statt. Fast 1.000 Teilnehmende werden sich online und etwa 200 vor Ort versammeln, um über Gewaltschutzmaßnahmen zu diskutieren. Claudia Drechsel-Schlund, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der BGW, macht den universellen Schutzanspruch gegen Gewalt deutlich. Rüdiger Schuch, Präsident der Diakonie Deutschland, fordert eine klare Haltung gegen sexualisierte Belästigung und Gewalt – und das ist absolut notwendig.

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Die gesetzliche Unfallversicherung schützt Beschäftigte, die von Gewalt betroffen sind, und das ist ein wichtiger Schritt. Dennoch zeigt eine DGUV-Umfrage, dass über 50% der Beschäftigten im Gesundheits- und Sozialwesen innerhalb von 12 Monaten verbale Übergriffe erlebt haben, und 22% berichteten von körperlicher Gewalt. Es ist erschreckend, wie weit verbreitet dieses Problem ist.

Strukturelle Ursachen erkennen

In vielen Bereichen der sozialen Arbeit, wie Kindertagesstätten, Jugendämtern und der Suchthilfe, ist Gewalt leider ein alltäglicher Begleiter. Strukturelle Ursachen, insbesondere Personalmangel und hohe Arbeitsbelastungen, begünstigen verletzendes Verhalten. Besonders in der Kindertagespflege besteht Handlungsbedarf – hier müssen bessere Personalschlüssel und effektive Schutzkonzepte her. Psychische Gewalt ist dabei am häufigsten, gefolgt von physischen und sexualisierten Übergriffen. Es ist eine ernste Thematik, die uns alle betrifft.

In der Behindertenhilfe und Wohnungslosenhilfe ist die Situation ähnlich. Die Berichte über Gewalt unter Adressat:innen und gegenüber Fachkräften sind alarmierend. Dabei spielt die hohe Personalfluktuation sowie belastete Teamkulturen eine bedeutende Rolle. Es ist klar, dass die bestehenden Schutzkonzepte oft unzureichend umgesetzt oder sogar unbekannt sind. Hier ist noch viel zu tun, um die Bedingungen für alle Beteiligten zu verbessern.

Es ist höchste Zeit, dass wir als Gesellschaft einen klaren Fokus auf Gewaltschutz legen und die Strukturen hinterfragen, die zu diesen Missständen führen. Denn letztendlich geht es darum, eine sichere und respektvolle Umgebung für alle zu schaffen – egal, ob in Werkstätten, sozialen Einrichtungen oder Kitas. Und das ist nicht nur ein Wunsch, sondern eine grundsätzliche Notwendigkeit.

Ein modernes Nachrichtenportal wie unseres, muss für alle Menschen zugänglich sein. Unser Website System wurde daher konsequent nach den Vorgaben der WCAG 2.1 und BITV 2.0 entwickelt – mit sauberer Struktur, ARIA-Attributen und ohne technische Hürden für assistive Technologien. Die barrierefreie Umsetzung verantwortete Daniel Wom / VeloCore.