Futtertonne in Not: Kastellauns Tiertafel kämpft um ihr Überleben
Im beschaulichen Kastellaun, im Herzen des Rhein-Hunsrück-Kreises, stehen die ehrenamtlichen Helfer der Tiertafel „Futtertonne“ vor einer ernsthaften Herausforderung. Der Verein, der sich um bedürftige Tierbesitzer kümmert und ihnen mit Futter und Zubehör unter die Arme greift, sieht seine Existenz gefährdet. Der Grund? Ein bevorstehender Verkauf des Gebäudekomplexes in der Perlengasse 1, in dem sich die Tiertafel befindet. Zukünftige Eigentümer haben bereits eine drastische Mieterhöhung angekündigt, obwohl der Kaufvertrag noch gar nicht unterschrieben ist. Da könnte sich die Miete mal eben verfünffachen – eine Summe, die die Tiertafel, die auf Spenden angewiesen ist, schlichtweg nicht stemmen kann.
Der derzeitige Mietvertrag, der 2019 zu sehr günstigen Konditionen abgeschlossen wurde, scheint nun ein Relikt aus besseren Zeiten zu sein. Während die Tiertafel ein wichtiges Angebot für die Region darstellt, indem sie Hilfe für Tiere und deren Besitzer bietet, bleibt die Frage offen, wie lange sie noch in den aktuellen Räumlichkeiten bleiben kann. Ein Angebot an die neuen Eigentümer wurde nicht angenommen. Das Konzept der Tiertafel ist einfach, aber effektiv: Bedürftige müssen nachweisen, dass sie bereits ein Tier im Haushalt haben, um in den Genuss des Angebots zu kommen. Die Kunden kommen aus der Moselregion, Hunsrück und Naheregion – ein Netzwerk von tierlieben Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind.
Ein Aufruf zur Unterstützung
Die Ehrenamtlichen der Tiertafel sind nun aktiv auf der Suche nach neuen Räumlichkeiten, idealerweise in der Umgebung von Kastellaun, Simmern oder Kirchberg. Benötigt wird eine Ladenfläche von etwa 40 Quadratmetern, möglicherweise sogar mit zusätzlicher Lagerfläche. Die Situation ist angespannt, und jeder Tag zählt. Wer passende Räumlichkeiten kennt oder helfen kann, sollte sich unbedingt bei Eva Maria Libera melden – ihre Kontaktdaten sind 0151/40556127 oder evamarialibera@tierhilfe-rhein-hunsrueck.de. Auch wenn es sich um eine kleine Hilfe handelt, jeder Beitrag zählt und kann in dieser kritischen Zeit den Unterschied machen.
Die Tiertafel hat über zehn Futterspendenboxen in verschiedenen Geschäften der Region aufgestellt, um die Spendenbereitschaft zu fördern. Geldspenden sind ebenfalls unerlässlich, damit der Verein die nötigen Artikel zukaufen kann. Das ist nicht nur eine Frage des Überlebens für die Tiertafel, sondern auch für die Tiere, die auf die Unterstützung angewiesen sind. Der Deutsche Tierschutzbund warnt in diesem Zusammenhang vor den finanziellen Schwierigkeiten, mit denen viele Tierheime und ähnliche Einrichtungen konfrontiert sind.
Ein besorgniserregender Trend
Der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder, beschreibt die Lage als „dramatisch“. Die Ursachen sind vielschichtig: leere Versprechungen der Ampel-Regierung und eine geringe Unterstützung durch die Kommunen. Im Koalitionsvertrag wurde zwar eine Verbrauchsstiftung zur Unterstützung der Tierheime zugesichert, doch bis heute sind konkrete Maßnahmen ausgeblieben. Ein Investitionsstau von rund 160 Millionen Euro bei den 550 dem Verband angeschlossenen Heimen ist die düstere Realität. Ohne schnelle Hilfe wird der praktische Tierschutz, wie wir ihn kennen, nicht mehr existieren können.
Die Tiertafel „Futtertonne“ ist nur ein Beispiel für die großen Herausforderungen, vor denen tierliebe Menschen und Organisationen stehen. Während die Spendenbereitschaft aufgrund von Inflation und einer unsicheren wirtschaftlichen Lage zurückgeht, sind die Tiere die Leidtragenden. Es ist an der Zeit, dass wir als Gemeinschaft zusammenhalten und alles in unserer Macht Stehende tun, um diesen wertvollen Dienst für unsere tierischen Freunde aufrechtzuerhalten.
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