Heute ist der 5.07.2026 und in Pirmasens, im charmanten Forum ALTE POST, beginnt eine ganz besondere Reise in die Welt der Märchen. Eine Ausstellung über die Brüder Grimm öffnet ihre Pforten und lädt große sowie kleine Besucher ein, in die schillernden Bilderwelten ihrer berühmtesten Geschichten einzutauchen. Man könnte sagen, dass es sich hier nicht nur um ein paar hübsche Illustrationen handelt – es ist vielmehr ein Blick auf die Entwicklung von Märchen, die uns seit Generationen begleiten.

Unter der Leitung von Dr. Bernhard Lauer, dem Geschäftsführer der Brüder-Grimm-Gesellschaft in Kassel, wird eine Sammlung präsentiert, die alte Bilderbogen, Schwarz-Weiß-Zeichnungen, Scherenschnitte, Buchcover und moderne Märchenbilder umfasst. Man findet sich zwischen Porträts, Familienszenen und Stadtansichten wieder, die alle eine Geschichte erzählen. Die Ausstellung legt besonders viel Wert auf die „Kinder- und Hausmärchen“, die 1812 und 1815 veröffentlicht wurden, und zeigt eindrucksvoll deren Entwicklung. Ein Highlight sind die französischen Bilderbogen aus Wissembourg und die besonderen Exponate wie der Märchenfries aus einem Berliner Kinderzimmer von etwa 1913/14.

Ein buntes Begleitprogramm

Doch das ist noch nicht alles! Für alle, die mehr als nur schauen wollen, hat das Forum ALTE POST ein abwechslungsreiches Begleitprogramm geschnürt. Am 5. Juli startet die Ausstellung mit einer Vernissage, die um 11 Uhr beginnt und mit musikalischer Begleitung für einen feierlichen Rahmen sorgt. Familien können sich am 12. Juli auf eine interessante Führung mit Kreativaktion für Kinder freuen. Und für die kleinen Entdecker von 6 bis 10 Jahren gibt es am 15. Juli ein Ferienprogramm, das Spaß und Kreativität verbindet. Ein Druckworkshop für Erwachsene am 18. Juli und für Jugendliche am 28. Juli bieten die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden. Die Reihe schließt mit einem weiteren Ferienprogramm für Kinder von 7 bis 10 Jahren am 4. August und einer Abschlussveranstaltung am 16. August.

Ein Blick auf die Brüder Grimm

Die Brüder Grimm, Jacob, Wilhelm und Ludwig, wurden während der Herrschaft des Pirmasenser Landgrafen geboren und begannen bereits 1806 mit dem Sammeln von Märchen und Sagen. Ihre berühmteste Sammlung, die „Kinder- und Hausmärchen“, wurde in über 200 Sprachen übersetzt und hat Generationen geprägt. Neben ihrer literarischen Arbeit waren die Brüder auch Sprachforscher und politisch aktiv. Sie gehörten zu den Göttinger Sieben, einer Gruppe von Professoren, die sich gegen die Willkürherrschaft des Königs von Hannover wandten und dafür ihre Stellen verloren. Ein weiteres spannendes Detail: Jacob und Wilhelm verfassten das erste deutsche Wörterbuch!

Die Ausstellung ist nicht nur lokal von Bedeutung. Sie hat bereits internationale Beachtung gefunden und war in Ländern wie Japan, Korea, Kasachstan, Russland und Amerika zu sehen. Wer also glaubt, Märchen seien nur etwas für Kinder, der wird hier eines Besseren belehrt. Es gibt auch Bücher aus verschiedenen Kontinenten zu entdecken, darunter japanische Ausgaben und friesische Interpretationen. Die Illustrationen, die im ersten Obergeschoss der Alten Post zu sehen sind, stammen von namhaften Künstlern wie Ernst Liebermann und Paul Hey, der durch Märchenillustrationen als Zigarettenbilder bekannt wurde. Jugendstil-Illustrationen sind zahlreich vertreten, und die kunstvollen Darstellungen in symbolbeladenen Rahmen laden zum Staunen ein.

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Die Ausstellung ist bis zum 16. August geöffnet, Mittwoch bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr. Wer also in der Gegend ist oder einfach Lust auf einen märchenhaften Ausflug hat, sollte unbedingt vorbeischauen. Es ist eine Gelegenheit, in die faszinierende Welt der Märchen einzutauchen und die Geschichten zu erleben, die uns alle miteinander verbinden.

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