Am Freitag, dem 8. Mai, wird die Lutherkirche in Pirmasens zum Schauplatz eines ganz besonderen Ereignisses. Giora Feidman, der weltbekannte Klarinettist und unermüdliche Brückenbauer der Musik, gibt im Rahmen seiner Tournee „For a Better World“ ein Konzert. Mit 90 Jahren wirkt er immer noch so leidenschaftlich und voller Lebensfreude, dass man kaum glauben kann, dass er schon so viele Jahrzehnte auf der Bühne steht. Die Vorfreude auf sein Spiel ist greifbar – nicht nur in der Luft, sondern auch in den Herzen derjenigen, die sich auf den Abend freuen.

Feidman, geboren am 25. März 1936 in Buenos Aires, hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Seine Familie floh vor Judenpogromen aus Chisinau, und 1951 wanderte er nach Israel aus, wo er beim Israel Philharmonic Orchestra spielte. In den 70ern begann seine Solo-Karriere als Klezmerklarinettist in New York. Diese Wurzeln sind nicht nur ein Teil seiner Biografie, sondern auch der Treibstoff für seine künstlerische Mission. Er möchte mit seiner Musik gewaltige Spuren hinterlassen, die weit über den Klang hinausgehen und nachhaltige, positive Erinnerungen schaffen.

Kunst als Verbindung zwischen Menschen

Sein Motto, die Menschen mit echtem Interesse zu begegnen, zieht sich wie ein roter Faden durch seine gesamte Karriere. Feidman glaubt fest daran, dass Musik eine Brücke zwischen den Menschen bildet – ein Medium, das Empathie und Verständnis fördert. In einer Welt, in der oft das Militärische und Materielle im Vordergrund steht, plädiert er für die Bedeutung von Fürsorge und Bildung. Er ist der Überzeugung, dass Künstler eine Verantwortung haben, ihre Sichtbarkeit für gesellschaftliche Zwecke zu nutzen.

Das Publikum in Deutschland beschreibt er als familiär und wertschätzend, was sicher auch dazu beiträgt, dass seine Konzerte immer wieder zu einem emotionalen Erlebnis werden. Die Spiritualität, die in seiner Musik mitschwingt, gibt dem Ganzen eine besondere Tiefe. Seine Klarinette, die er wie ein zusätzliches Glied seines Körpers behandelt, wird zum Sprachrohr seiner Seele.

Klezmer: Eine lebendige Tradition

Feidman ist ein herausragender Vertreter der Klezmermusik, einer Volksmusiktradition aus dem aschkenasischen Judentum. Der Begriff „Klezmer“ selbst stammt von den hebräischen Wörtern für „Werkzeug“ und „Lied“ und bezieht sich ursprünglich auf die Musiker. Diese Musiktradition hat sich um das 15. Jahrhundert entwickelt und erfreut sich vor allem bei Hochzeiten und Festen großer Beliebtheit. Die Melodien erinnern oft an die menschliche Stimme und bewegen sich in einem Spektrum, das von fröhlichen Tänzen bis hin zu melancholischen Klängen reicht.

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Die Klarinette, die im 19. Jahrhundert zum bevorzugten Instrument der Klezmermusik wurde, ist wie gemacht für Feidmans virtuoses Spiel. Die Musik selbst ist nicht nur zum Tanzen gedacht; sie erzählt auch Geschichten, die tief in der jüdischen Kultur verwurzelt sind. Mit dem Aufblühen der Klezmermusik in den 70ern, angeführt von Künstlern wie Feidman, wurde diese Tradition auch außerhalb jüdischer Kreise populär und erlebte eine Renaissance, die bis heute anhält.

Ein Konzert von Giora Feidman ist also nicht nur ein musikalisches Event, sondern ein Erlebnis, das die Menschen zusammenbringt und sie auf eine emotionale Reise mitnimmt. Die Lutherkirche wird am 8. Mai sicher einmal mehr zum Schauplatz unvergesslicher Momente, wenn Feidman und sein Duo die Zuhörer mit ihrer Musik in eine andere Welt entführen.