Der Historische Verein Pirmasens e.V. hat sich auf die Fahnen geschrieben, die lokale Geschichte zu erforschen und zu vermitteln, und das mit voller Hingabe seit nunmehr 100 Jahren. Anlässlich dieses bemerkenswerten Jubiläums wird am 24. November 2025 um 19:30 Uhr im Carolinensaal der Stadt ein Festvortrag von Heike Wittmer stattfinden, der die Geschichte des Vereins und seine kulturelle Bedeutung für Pirmasens beleuchtet. Der Verein wurde am 7. April 1925 als „Verein für Heimatkunde“ ins Leben gerufen und versammelt seitdem geschichtsinteressierte Bürger zu spannenden Veranstaltungen, die in den ersten Jahren im Pfälzer Hof und im Café Luitpold stattfanden.

Der Festvortrag wird wichtige historische Dokumente und Anekdoten aus der Vereinsgeschichte präsentieren. Viele der Gründungsmitglieder, unter denen auch Oberbürgermeister Geheimrat Strobel war, setzten sich schon damals für die Aufarbeitung der politischen Gliederung ihrer Region ein. Diese ersten öffentlichen Vorträge sind beispielhaft für das unermüdliche Engagement des Vereins, das auch in der Veröffentlichung der „Pirmasenser Geschichtsblätter“ seinen Niederschlag gefunden hat.

Ein Blick auf die Herausforderungen

Das Engagement des Vereins dreht sich nicht nur um geschichtliche Aufarbeitung, sondern auch um die Bewahrung des Heimatmuseums und die Thematisierung politischer Umbrüche. Wittmer wird besonders das Ehrenamt und das Engagement vieler Männer im Verein hervorheben. Die Veranstaltung steht allen geschichtsinteressierten Bürgern offen und der Eintritt ist frei.

Eine weitere Veranstaltung, die sich intensiv mit der dunklen Seite der Geschichte auseinandersetzt, ist die Buchvorstellung von Dr. Joachim Schäfer am 27. Oktober 2025, ebenfalls im Carolinensaal. Sein Buch mit dem Titel „Die Raubzüge der Saarpfälzischen Vermögensverwertungsgesellschaft GmbH“ beleuchtet die Enteignungen jüdischer Bürger in der Region während der nationalsozialistischen Herrschaft. Der Historische Verein bietet hier eine Plattform für die kritische Auseinandersetzung mit dieser Vergangenheitsbewältigung und lädt ein, mit dem Autor ins Gespräch zu kommen.

Erinnerungsorte für die Zukunft

Es ist essenziell, dass solche Erinnerungen nicht in Vergessenheit geraten. Die Bundeszentrale für politische Bildung hat eine Datenbank mit rund 450 Erinnerungsorten in Deutschland erstellt, die an die Verfolgten und Ermordeten in der NS-Zeit erinnern. Diese Orte und Initiativen sind von großer Bedeutung für die Förderung der Erinnerungskultur und das historische Lernen. Die Vielfalt und der Wandel der Erinnerungslandschaft zeigen, wie wichtig das zivilgesellschaftliche Engagement für die Entstehung dieser Orte ist.

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Die Veranstaltungen in Pirmasens sind also nicht nur Feierlichkeiten, sondern auch eine Einladung zum Nachdenken und Diskutieren über das, was war und was nie wieder geschehen sollte. Diese Auseinandersetzungen sind unabdingbar, um die lokale Geschichte umfassend und gerecht zu beleuchten.