Refuge: Ein bewegendes Stück über Migration und Identität im Staatstheater Mainz
Heute ist der 20.06.2026 und wir blicken auf ein faszinierendes Ereignis im Kleinen Haus des Staatstheaters Mainz zurück. Dort feierte das Stück „Refuge“ von Deidre Kinahan seine Premiere – ein Werk, das auf so viele Arten berührt und zum Nachdenken anregt. Die Bühne präsentiert eine realistische Landschaft: eine grüne Wiese, ein Baum und ein verfallenes Gehöft, das den Zuschauer sofort in die Atmosphäre des 18. Jahrhunderts entführt. In einer Zeit, in der Migration und Konflikte immer noch aktuelle Themen sind, lädt die Inszenierung von Jim Culleton dazu ein, sich mit diesen Herausforderungen auseinanderzusetzen.
„Refuge“ ist nicht nur ein Stück, sondern das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen dem Staatstheater Mainz und der irischen Fishamble New Play Company, unterstützt von Culture Ireland. Es erzählt die bewegende Geschichte der jungen Mutter Hannah, die mit ihrem Mann Peter und anderen Familien aus der Pfalz nach Limerick geflüchtet ist. Ein Verweis auf die pfälzischen Migranten, die vor 300 Jahren nach Irland kamen und dort eine neue Heimat suchten. Man könnte fast sagen, die Geschichte wiederholt sich – Migration als ein zentrales Thema, das in der heutigen Zeit noch immer relevant ist.
Einblick in die Handlung
Die Handlung springt zwischen den Epochen hin und her, was der Geschichte eine besondere Dynamik verleiht. Hannah bleibt in beiden Zeitebenen präsent und ihr Schicksal wird von der Feindschaft zwischen den katholischen Iren und den protestantischen Pfälzern geprägt. Diese Konflikte sind nicht nur historisch, sondern auch emotional aufgeladen. Der junge Flüchtling Zabi, der von Hass und Vorurteilen auf seiner Flucht berichtet, bringt eine modernere Perspektive in die Erzählung. Die Zuschauer werden Zeugen einer tragischen Wendung: Das Stück endet mit dem Tod von Hannahs Sohn Ludwig, was die Themen Verlust und Freundschaft zwischen Hannah und einem Wilderer in den Fokus rückt.
Eine interessante Facette ist die übertrieben versöhnliche Schlussnote – das Publikum feierte die Liebes- und Friedensbotschaft, die trotz der schweren Themen vermittelt wird. Die nächste Vorstellung wird am 21. Juni um 18 Uhr sowie am 23. Juni um 19.30 Uhr im Kleinen Haus des Staatstheaters Mainz stattfinden. Wer sich also für die Thematik interessiert, sollte sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen!
Hintergrund und Kontext
Ein weiterer spannender Aspekt ist die Veröffentlichung einer Broschüre und Ausstellung durch das Generalkonsulat von Irland in Frankfurt, die sich mit der Geschichte der irischen Pfälzer beschäftigt. Hierin werden zahlreiche Persönlichkeiten und Institutionen genannt, die an dem Projekt mitgewirkt haben: von Alexandra Bogensperger über Dr. Gisela Holfter bis hin zur Irish Palatines Association. Diese Verknüpfungen zeigen, wie vielschichtig die Geschichte und die Beziehungen zwischen Deutschland und Irland sind.
Die Ansichten in der Broschüre sind die des Autors und spiegeln nicht unbedingt die Meinungen des irischen Department of Foreign Affairs and Trade wider. Dennoch ist es wichtig, solche Geschichten zu erzählen und die Verbindungen zwischen den Kulturen zu beleuchten. Migration, Identität und die Suche nach einem Zuhause – das sind Themen, die auch heute noch viele Menschen bewegen.
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