In Mainz stehen die Zeichen auf Veränderung. Die alte Hochstraße, die seit fünf Jahren für den Verkehr gesperrt ist, wird nun endlich abgerissen. Der Abriss, der von der Max Wild GmbH, einem Spezialisten aus Süddeutschland, durchgeführt wird, soll bis Ende 2028 abgeschlossen sein. Ein großes Unterfangen, das für Anlieger und Verkehrsteilnehmer einige Herausforderungen mit sich bringen wird.

Die Hochstraße, die 1969 eingeweiht wurde, diente ursprünglich als Verbindung zwischen der Rheinallee und der Mombacher Straße. Doch im Juli 2021 war es dann soweit: Risse und Korrosion führten zur kompletten Sperrung der Brücke. Die Stadt hat bereits vorab Gespräche mit betroffenen Anliegern, darunter ein Autowasch-Park, ein Baustoffhändler und das Mainzer Tierheim, geführt, um die Auswirkungen der Arbeiten zu besprechen.

Abriss mit Weitsicht

Der Abbau der 1,3 Kilometer langen Brücke beginnt im Herbst, genauer gesagt in Höhe des Hartenbergparks, und erfolgt von der Mombacher Straße in Richtung Rheinallee. Die Herausforderung ist nicht zu unterschätzen: Die dichte Bebauung und drei Bahntrassen, die während der Arbeiten zeitweise gesperrt werden müssen, machen die Sache komplex. Übrigens, die Gesamtkosten für den Abriss betragen mindestens 33 Millionen Euro!

Die Max Wild GmbH wird nicht nur den Abriss durchführen, sondern auch die Planung und das Recycling der Baustoffe übernehmen. Hierbei sollen bis zu 80 Prozent der alten Materialien wiederverwendet werden. Das klingt doch nach einem umweltfreundlichen Ansatz – auch wenn es für die Anwohner einige Unannehmlichkeiten mit sich bringen wird.

Ein langer Weg bis zur Vollendung

Die eigentlichen Abrissarbeiten haben einen langen Planungshorizont. Ab Juni 2027 müssen drei Bahnstrecken unter der Hochstraße für jeweils einen Monat gesperrt werden. Zuerst wird die Strecke zwischen Mainz und Alzey betroffen sein, gefolgt von Köln-Mainz ab März 2028 und Mainz-Mombach-Wiesbaden ab April 2028. Anwohner und Verkehrsteilnehmer sollten sich also auf Verkehrsbehinderungen einstellen.

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Die Brücke wird in handliche Stücke von bis zu 20 Metern Länge und 12 Metern Breite geschnitten, um den Abtransport zu erleichtern. Ein großes Kranfahrzeug wird die Einzelteile abtransportieren, während Lkw bereitstehen, um die Stücke weiter zu transportieren. Es wird spannend zu beobachten, wie sich die Arbeiten entfalten – und wir hoffen, dass die Anwohner dabei nicht allzu sehr leiden müssen.

Ein besonders emotionaler Punkt ist der Umzug des Mainzer Tierheims, das aufgrund des Abrisses neue Räumlichkeiten finden muss. Das zeigt, dass der Abriss nicht nur bauliche, sondern auch soziale Auswirkungen hat. Auch Axel Weber, der Besitzer der Eventlocation Alte Lokhalle, äußerte Bedenken hinsichtlich möglicher Umsatzeinbußen und Schäden an seinem denkmalgeschützten Gebäude.

Die Stadt hat angekündigt, die Öffentlichkeit über Verkehrsbehinderungen während der Bauarbeiten zu informieren. Es bleibt zu hoffen, dass die notwendigen Informationen rechtzeitig zur Verfügung stehen, damit sich die Anwohner und Verkehrsteilnehmer entsprechend vorbereiten können. Man kann nur gespannt sein, wie sich die Situation entwickelt und welche neuen Verkehrswege sich aus diesem großen Abriss ergeben werden.