In der aufregenden Welt des Fußballs gibt es nicht nur Tore und Jubel, sondern auch Aberglauben, der die Entscheidungen von Menschen beeinflusst – selbst auf höchster politischer Ebene! Argentiniens Präsident Javier Milei hat kürzlich angekündigt, dass er das WM-Finale gegen Spanien aus einem ganz besonderen Grund nicht im Stadion verfolgen wird. Sein Grund? Aberglaube. Er hat sich fest vorgenommen, das Spiel von seinem Amtssitz Quinta de Olivos in Buenos Aires aus zu verfolgen, weil dies Teil seiner persönlichen Glücksroutine ist.

Es klingt fast wie ein Ritual: Milei trägt während der Spiele stets dieselbe dicke Jacke des argentinischen Ölunternehmens YPF. Diese Jacke hat sich für ihn als Glücksbringer erwiesen, denn bei dem Viertelfinale gegen die Schweiz (das Argentinien mit 3:1 gewann) trug er sie, und es scheint, als ob sie ihm tatsächlich Glück gebracht hat. Einmal zog er sie jedoch kurz aus, was zu einem Gegentor führte – seitdem ist sie sozusagen untrennbar mit ihm verbunden. „Unter keinen Umständen“ wird er dieses Ritual brechen, das hat er im Radiosender El Observador bekräftigt.

Ein Präsident, der auf Tradition setzt

Am Sonntag um 21:00 Uhr MESZ, wenn das Finale in East Rutherford stattfinden wird, wird Milei also in seinem Amtssitz sitzen, während andere Größen, wie der spanische König Felipe VI. und US-Präsident Donald Trump, direkt im Stadion sein werden. Wenn Argentinien den WM-Titel gewinnen sollte, hat Milei bereits angekündigt, dass der Präsidentenpalast Casa Rosada für eine Feier der Nationalmannschaft zur Verfügung steht. Aber er macht auch deutlich, dass die Politik sich nicht an diesem Fest der Argentinier aneignen sollte. Ein klarer Hinweis darauf, dass er die Freude und den Stolz des Volks nicht mit politischen Ambitionen vermischen will.

Fußball ist in Argentinien mehr als nur ein Spiel; es ist ein Teil der Kultur, und abergläubische Rituale, die als «Cábalas» bekannt sind, spielen dabei eine große Rolle. Diese Traditionen sind tief verwurzelt und zeigen, wie sehr die Argentinier ihren Glauben an Glück und Unglück in den Sport einfließen lassen. Nicht nur Milei ist abergläubisch – auch Paraguays Präsident Santiago Peña hatte aus ähnlichen Gründen auf Stadionbesuche verzichtet, nachdem seine Nationalmannschaft ein Spiel verloren hatte.

Rassismus im argentinischen Fußball

<pDoch während die Menschen auf den Straßen und in den Stadien die Spiele verfolgen, gibt es eine Schattenseite, die nicht ignoriert werden kann. Argentinische Fans sind in der Vergangenheit mehrfach mit rassistischen Gesängen und Gesten aufgefallen. Diese Ausdrücke sind nicht nur beleidigend, sondern zeigen auch tief verwurzelte gesellschaftliche Vorurteile. Die Gleichsetzung von Schwarzen Menschen mit Affen oder Tieren ist ein trauriges Beispiel für diese Problematik. Beleidigungen wie "Macaco" werden gegen schwarze Spieler und Fans verwendet, besonders gegen Brasilianer. Solche Gesänge sind nicht neu, sie verstärken nur die gesellschaftliche Abwertung, die über Hautfarbe, Herkunft und soziale Klasse ausgedrückt wird.

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Es ist ein Thema, das die argentinische Fußballkultur überschattet. Argentinier haben oft ein Selbstbild als weiße, europäisch geprägte Nation, das seit dem 19. Jahrhundert gefördert wurde. Die gezielte Förderung europäischer Einwanderung hat die indigene und schwarze Geschichte weitgehend verdrängt. Reaktionen auf die rassistischen Vorfälle sind gespalten; während einige sie klar verurteilen, sehen andere sie als Teil der Fußballfolklore oder gar als Witz. Der argentinische Fußballverband und die Nationalmannschaft haben sich bisher nicht klar zu den Vorfällen geäußert, was die Situation nicht gerade verbessert.

Ein trauriges Bild, das sich hier abzeichnet, während der Fußballfanatismus und die Leidenschaft für das Spiel blühen. Während die Welt dem WM-Finale entgegenfiebert, bleibt abzuwarten, wie sich die Dinge entwickeln – sowohl auf dem Platz als auch abseits davon.

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