In einem kleinen Dorf bei Landau in der Pfalz erblickte Volker Wissing im Jahr 1970 das Licht der Welt. Aufgewachsen in einer Familie, in der Bildung und Tradition großgeschrieben wurden, half er von klein auf im hauseigenen Weingut seines Vaters, der als Deutsch- und Religionslehrer auch die Liebe zur Sprache und zur Kultur vermittelte. Schon früh entdeckte er seine Leidenschaft für die Musik und spielte viele Jahre Orgel – insgesamt 13 Jahre lang war er als Kirchenmusiker aktiv. Ein bunter Weg, der ihn schließlich in die Politik führen sollte.

1998 trat Wissing der FDP bei und beschritt damit eine steile Karriereleiter. Kaum ein Jahr später übernahm er den Vorsitz des Stadtverbandes Landau, und schon sechs Jahre später saß er für die Partei im Bundestag. Doch wie das Leben so spielt, kam 2013 der Dämpfer: Die FDP scheiterte an der 5-Prozent-Hürde. Ein Rückschlag, der ihn jedoch nicht aufhielt. Stattdessen wechselte er in die rheinland-pfälzische Landespolitik und wurde zwischen 2016 und 2021 Minister für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau. In dieser Zeit arbeitete er eng mit der Ministerpräsidentin Malu Dreyer zusammen und setzte sich als FDP-Generalsekretär für die Ampelkoalition im Bund ein.

Ein Minister mit Verantwortung

Als Bundesminister für Digitales und Verkehr im Kabinett von Olaf Scholz war Wissing maßgeblich an der Einführung des 9-Euro-Tickets und des Deutschlandtickets beteiligt. Seine Ansichten über das Scheitern der Ampelkoalition sind klar: fehlende Kommunikation und mangelnde Kompromissbereitschaft. Wissing selbst hielt sich aus den Streitigkeiten heraus und suchte den Dialog mit seinen Koalitionspartnern. Ein Ansatz, der ihm wichtig ist – die Notwendigkeit von Kompromissen und Brückenbau in einer vielfältigen Gesellschaft. „Wir dürfen nicht Teile der Gesellschaft besiegen“, betont er, „sondern müssen zusammenhalten.“

Nach der Entlassung von Finanzminister Christian Lindner entschloss sich Wissing, seine Regierungsverantwortung weiter auszuüben. Er trat gar aus der FDP aus und übernahm zusätzlich das Justizministerium von Marco Buschmann – auch als parteiloser Minister blieb er in seiner Funktion. Ein Politiker, der vor Herausforderungen nicht zurückschreckt und sich für ein verantwortungsvolles Handeln in der Politik einsetzt. Ende letzten Jahres erschien sein Buch „Verantwortung“, das als Debattenbeitrag für mehr Verantwortungsbewusstsein in der Politik gedacht ist.

Gesellschaftliche Herausforderungen und ein Blick in die Zukunft

Wissing äußert sich nicht nur zu den Belangen seiner eigenen Partei, sondern thematisiert auch gesellschaftliche Probleme, die viele betreffen. Er fordert eine präzise Analyse und konstruktive Lösungen, um die Herausforderungen, vor denen wir stehen, anzugehen. Dabei bleibt er ein Mann des Dialogs – seine Verantwortung in der Ampelregierung und die Bemühungen um Lösungen sind für ihn zentral. „Wir müssen die Probleme unserer Zeit gemeinsam lösen“, sagt er, „und das gelingt nur, wenn wir bereit sind, aufeinander zuzugehen.“

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Seine politische Laufbahn ist geprägt von Höhen und Tiefen, von Kämpfen und Erfolgen. Die FDP, die seit ihrer Gründung 1948 immer wieder mit internen Konflikten und Herausforderungen zu kämpfen hatte, hat auch in jüngster Zeit stark gelitten. Nach einem historisch schlechten Wahlergebnis von nur 0,8 Prozent in Brandenburg im November 2024 und der darauf folgenden Beendigung der Koalition ist die Frage nach der Zukunft der Partei und ihrer Relevanz in der politischen Landschaft drängend. Wissing, als eine der prägenden Figuren, wird bei der Suche nach einer neuen Richtung eine wichtige Rolle spielen.

In einer Zeit, in der die politischen Landschaften im ständigen Wandel sind, bleibt abzuwarten, welche Wege Wissing und die FDP einschlagen werden. Der Dialog und das Streben nach Lösungen sind dabei vielleicht die wichtigsten Werkzeuge, um aus den Herausforderungen gestärkt hervorzugehen.