In Kusel wird ein neues Kapitel aufgeschlagen: Unter dem Titel „Trauer – Liebe – Leben“ findet die Gründung einer Trauergruppe statt, die Menschen in ihrer Trauer begleiten möchte. Thomas Ehlhardt (66 Jahre, aus Körborn) und Markus Arnold (37 Jahre, aus Altenglan) leiten diese Gruppe ehrenamtlich. Ist das nicht großartig? Nach ihrer Erfahrung in der Hospizbegleitung ist die Idee entstanden, einen Raum zu schaffen, der der Stille, den Gefühlen und sogar der Wut Platz bietet – ganz ohne Zwang zum Sprechen.
Die ersten Schritte in dieser neuen Trauergruppe sind für den 17. Juni geplant. Einmal im Monat, immer am dritten Mittwoch, treffen sich die Teilnehmer von 18 bis 19.30 Uhr in den einladenden Räumen des Ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdiensts Westrich in der Remigiusbergstraße. Die Gruppenstärke ist bewusst auf 8 bis 10 Personen beschränkt, um ein Gefühl der Nähe und des Vertrauens zu schaffen. Ehlhardt und Arnold bringen wertvolle Erfahrungen mit: Ehlhardt ist seit drei Jahren in der Sterbebegleitung aktiv, Arnold seit rund zehn Jahren. Sie haben eine Fortbildung bei der Ökumenischen Hospizhilfe Speyer absolviert und sind ausgebildete Sterbebegleiter.
Ein Ort der Begegnung und des Austauschs
Die Trauergruppe richtet sich an alle Interessierten, unabhängig von einer vorherigen Betreuung durch den Hospizdienst. Dorothée Weis, die Koordinatorin des Dienstes, beschreibt die Gruppe als wertvolle Erweiterung – wie ein Lückenfüller in der Unterstützung von Trauernden. Und das ist nötig, denn die tiefgreifenden Veränderungen, die der Verlust eines geliebten Menschen mit sich bringt, sind enorm. Ehlhardt sieht seine Gespräche mit Trauernden als „Geschenke“ und schöpft Kraft aus seinem christlichen Glauben. Arnold hingegen findet Inspiration in seiner Musik und den Werten der Menschlichkeit.
Aber das ist noch nicht alles! Die Organisation OMEGA, die 1985 gegründet wurde, ergänzt das Angebot in der Region. Sie ist eine überkonfessionelle Gemeinschaft, die die Würde sterbender Menschen bis zum letzten Moment wahren möchte. Ehrenamtliche unterstützen sowohl die Sterbenden als auch deren Angehörige und bieten praktische Hilfe sowie emotionale und psychologische Unterstützung. OMEGA engagiert sich auch in der Aufklärungsarbeit rund um die Themen Sterben, Tod und Trauer. Veranstaltungen, Vorträge und Workshops sollen die Gesellschaft für die Bedürfnisse trauernder Menschen sensibilisieren – eine wichtige Aufgabe, die oft zu wenig Beachtung findet.
Der Weg zum Ehrenamt
Die Bereitschaft, sich auf das Leben und Sterben einzulassen, ist von zentraler Bedeutung. Wer sich als Ehrenamtlicher im Hospiz engagieren möchte, kann an einem Vorbereitungskurs teilnehmen. Dieser Kurs verbindet Wissen, Haltung und Austausch und wird von erfahrenen Koordinator:innen begleitet. Die Ehrenamtlichen lernen, wie sie Zeit schenken, zuhören und Präsenz zeigen können, ohne dass Pflege erforderlich ist. Themen wie Kommunikation, Nähe und Distanz, Spiritualität und Selbstfürsorge werden behandelt – und das über einen Zeitraum von 80 bis 100 Stunden. Mit praktischen Erfahrungen und einem feierlichen Abschluss wird der Kurs zu einem bedeutsamen Schritt in einem ehrenamtlichen Engagement.
In Kusel wird also ein wertvolles Angebot geschaffen. Die Trauergruppe „Trauer – Liebe – Leben“ und die Unterstützung durch OMEGA bieten einen wichtigen Raum für Menschen in schweren Zeiten. Die Anmeldung zur neuen Gruppe erfolgt unter der Telefonnummer 06381 9961147. Wer weiß, vielleicht ist es genau das, was viele Menschen in dieser Zeit brauchen.