Am 15. Mai wird in Kusel ein ganz besonderer Geburtstag gefeiert: Werner Feick wird 80 Jahre alt. Ein Mann, der nicht nur die Schulbank an seinem Heimatgymnasium, dem Siebenpfeiffer-Gymnasium, gedrückt hat, sondern auch über 37 Jahre lang als Lehrer für Englisch und Geschichte die Geschicke vieler Schüler prägte. Seine Verbindung zur Schule ist tief verwurzelt, denn die Geschichte des Gymnasiums reicht bis ins Jahr 1535 zurück. Besonders bemerkenswert ist, dass die Schule in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen feiert, nachdem sie 1924 als staatliches Gymnasium gegründet wurde.
Feick wurde am 15. Mai 1943 in Wahnwegen geboren. Sein Vater, ein Diamantschleifer, kehrte nach dem Zweiten Weltkrieg schwer verletzt zurück und prägte Werner in seiner Kindheit. Schon früh war klar, dass er Lehrer werden wollte. Nach seinem Studium in Saarbrücken und einem Jahr in London trat er 1974 seine Lehrtätigkeit in Kusel an. Während seiner Zeit als Lehrkraft erlebte er nicht nur Höhen, sondern auch Tiefen. In den 1990er Jahren kämpfte er gegen eine schwere Krankheit, die ihm die Anteilnahme vieler ehemaliger Schüler einbrachte. Diese Rückmeldungen waren für ihn nicht nur tröstlich, sondern auch eine Bestätigung seiner Lebensaufgabe.
Ein Chronist mit Leidenschaft
Auf Anregung des damaligen Direktors Ralf Hellwig begann Feick vor 17 Jahren mit der Sichtung des Schularchivs, das bis ins Jahr 1836 zurückreicht. Was als einfache Aufarbeitung begonnen hatte, entwickelte sich zu einer umfassenden Chronik der Schule. Feick durchforstete 21 Ordner voller Dokumente, die nicht chronologisch geordnet waren. Dabei stieß er auf interessante Funde, wie eine Todesanzeige eines Schülers aus dem Zweiten Weltkrieg und ein Schreiben einer Kohlenhandlung aus der Nachkriegszeit, das von fehlenden Kohlelieferungen berichtete. Er digitalisierte wichtige Dokumente, um sie für die Nachwelt zu bewahren – ein wahrhaft wertvoller Beitrag zur Schulgeschichte.
Seine Veröffentlichung „Geschichte des Gymnasiums Kusel“ in den Westricher Heimatblättern aus dem Jahr 2012 beleuchtet auch dunkle Kapitel der Schulgeschichte, insbesondere die Zeit des Nationalsozialismus. Feicks Leidenschaft für die Geschichte zeigt sich nicht nur in seinen Schriften, sondern auch in seiner beeindruckenden Bibliothek. Aktuell liest er „Das Weltbild des mittelalterlichen Menschen“ von Aaron Gurewitsch – ein Buch, das sicherlich viele interessante Perspektiven bietet.
Ein Leben für die Bildung
Die Schule, die Feick so lange begleitet hat, hat sich im Laufe der Jahre stark verändert. Das ursprüngliche Schulgebäude, das 1847 erbaut wurde, entsprach bald nicht mehr den Anforderungen. In den 1950er Jahren zog die Schule in die Lehnstraße und schließlich 1967 in das heutige Gebäude an der Walkmühlstraße, wo sie weiterhin ansässig ist. Feicks Einfluss auf die Schule und die Schülerinnen und Schüler kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. 2011 ging er in Pension, äußerte jedoch, dass ihm die Arbeit immer Freude bereitet hat. Ein Leben, das ganz der Bildung gewidmet war und an dem er selbst als Schüler und Lehrer teilhatte.
Werner Feick ist seit 50 Jahren mit seiner Frau Brigitte verheiratet. Gemeinsam haben sie die Höhen und Tiefen des Lebens gemeistert, und auch das ist ein Grund, seine Lebensgeschichte zu feiern. Wenn am 15. Mai die Feierlichkeiten anstehen, wird nicht nur ein Geburtstag gefeiert, sondern auch das umfangreiche Erbe, das er für die nachfolgenden Generationen hinterlässt – als Lehrer, Chronist und Mensch.