Heute ist der 13.06.2026 und hier in Koblenz spürt man schon die Aufregung, die durch die bevorstehenden Änderungen in der Verpackungsverordnung der EU aufkommt. Ab August 2026 wird die „Packaging and Packaging Waste Regulation“ (EU 2025/40) in Kraft treten und das Handwerk sowie viele andere Branchen vor neue Herausforderungen stellen. Es geht nicht nur um das viel diskutierte Thema der Plastikvermeidung, sondern auch um die Verantwortung, die Unternehmen künftig für ihre Verpackungen tragen müssen.

Mit dem Ziel, Verpackungsabfälle zu verringern, das Recycling zu fördern und die Kreislaufwirtschaft zu stärken, ist die Verordnung ein richtiger Schritt in die richtige Richtung. Betroffen sind nicht nur die großen Industrien, sondern auch kleine Betriebe im Lebensmittelhandwerk, wie Bäckereien oder Fleischereien. Unternehmen, die Lebensmittel verpacken oder Produkte mit eigener Marke vertreiben, müssen sich auf neue Pflichten einstellen. Zum Beispiel müssen sie Konformitätserklärungen für ihre Verpackungen ausstellen und technische Nachweise bereitstellen. Das klingt erst einmal nach viel Bürokratie – und das ist es auch! Aber in einer Welt, in der die Müllberge stetig wachsen, sind solche Maßnahmen dringend nötig.

Verpackungen und ihre Verantwortung

Die Verordnung bringt eine Vielzahl von rechtlichen Pflichten mit sich, die je nach Rolle in der Verpackungslieferkette variieren. Erzeuger, Importeure und Lieferanten müssen nun eng zusammenarbeiten, um die neuen Vorgaben einzuhalten. Ab Februar 2027 müssen sogar Betriebe, die mit eigenen Behältern arbeiten, diese hygienisch akzeptieren und befüllen. Und das ist noch nicht alles! Ab 2030 wird es sogar erforderlich sein, dass viele Transportverpackungen wiederverwendbar sind. Man fragt sich: Wo soll das alles hinführen? Klar ist nur, dass die Regelungen auch ein Stück weit den Druck auf die Kleinbetriebe erhöhen werden, die oft schon am Limit arbeiten.

Besonders spannend wird es in Bezug auf PFAS, die sogenannten „Ewigkeitschemikalien“, die ab August 2026 in Lebensmittelverpackungen nur noch in minimalen Mengen erlaubt sind. Viele Betriebe müssen jetzt schnell handeln und ihre Verpackungen auf diese neuen Standards anpassen. Das betrifft insbesondere die aktuellen Verpackungen für Backwaren oder Fleischprodukte, die häufig mit PFAS-haltigen Beschichtungen arbeiten. Ein Praxistipp für alle Handwerksbetriebe: Überprüfen Sie Ihre Rolle in der Verpackungslieferkette und sichern Sie sich die nötigen technischen Nachweise, bevor der Stichtag kommt!

Die EU packt an

Die EU hat mit überwältigender Mehrheit für diese neuen Vorschriften gestimmt – 476 zu 129 Stimmen und 24 Enthaltungen. Das zeigt, wie ernst es der Gemeinschaft ist, die Kreislaufwirtschaft anzukurbeln und die Menge an Verpackungsmüll zu reduzieren. Bis 2030 sollen die Mitgliedstaaten mindestens 5 % weniger Verpackungsmüll produzieren und der Leerraumanteil in Umverpackungen darf maximal 50 % betragen. Zudem wird es ab Januar 2030 ein Verbot bestimmter Einwegverpackungen aus Kunststoff geben, was für viele Gastronomiebetriebe eine echte Herausforderung darstellen könnte.

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Und das ist noch nicht alles! Die Endvertreiber müssen bis 2030 sicherstellen, dass sie 10 % ihrer Produkte in wiederverwendbaren Verpackungen anbieten können. Das könnte für eine ganz neue Art des Denkens im Einzelhandel sorgen. Die Frage ist, wie schnell und wie gut die Betriebe sich auf diese neuen Gegebenheiten einstellen können. Der Umsatz mit Verpackungen in der EU betrug im Jahr 2018 stolze 355 Milliarden Euro – ein Markt, der nur durch innovative Lösungen und ein Umdenken in der Branche frischen Wind braucht.

Die neuen Regelungen sind nicht nur ein Schritt in Richtung eines nachhaltigeren Umgangs mit Ressourcen, sie sind auch eine Reaktion auf die Erwartungen der Bevölkerung. Die Menschen fordern mehr Klarheit und Verantwortung von den Unternehmen. Und vielleicht ist das der entscheidende Punkt: Die Vorschriften werden nicht nur von oben verordnet, sondern spiegeln auch ein wachsendes Bewusstsein in der Gesellschaft wider. Die Bürger wollen nicht länger tatenlos zusehen, wie der Verpackungsmüll überhandnimmt. Das Anliegen ist klar: weniger Müll, mehr Recycling und eine echte Kreislaufwirtschaft.

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