Pfälzische Geschichte digital: Ein Blick in die Vergangenheit der Auswanderer
In Kaiserslautern gibt es Neuigkeiten, die nicht nur Geschichtsliebhaber begeistern werden! Das Institut für Pfälzische Geschichte und Volkskunde (IPGV) hat die Ausgaben der Wochenzeitung „Der Pfälzer in Amerika“ digital zugänglich gemacht. Diese Zeitung, die 1884 von Conrad Voelcker – einem gebürtigen Edenkobener – ins Leben gerufen wurde, war eine wichtige Informationsquelle für die vielen Pfälzer, die in eine neue Welt auswanderten. In einer Zeit, als schnelle Kommunikation ein unerfüllter Traum war, sammelte die Zeitung alles Wichtige: Von Geburten über Heirats- und Todesfälle bis hin zu Fabrikgründungen und sogar kleinen Skandalen wie Schlägereien oder Hausbränden. Man kann sich kaum vorstellen, wie das Leben der Auswanderer war!
Die Veröffentlichung von 1884 bis 1917 hat nicht nur die pfälzische Migrationsgeschichte, sondern auch die Sozial- und Alltagsgeschichte des 19. und frühen 20. Jahrhunderts geprägt. In diesen Ausgaben finden sich auch Werbeanzeigen, die einen Einblick in die wirtschaftlichen Aktivitäten der Auswanderer gewähren. Die Gemeinschaft, die in diesen Seiten beschrieben wird, ist eine interessante Mischung aus Pfälzern, Deutschen, Amerikanern und bayerischen Untertanen. Das IPGV besitzt nahezu alle Jahrgänge im Original, was sie zur einzigen Institution mit diesem vollständigen Bestand macht. Leider ist der Zustand des alten Zeitungspapiers so besorgniserregend, dass eine öffentliche Nutzung nicht mehr möglich ist, ohne die wertvollen Dokumente zu gefährden.
Digitalisierung und Restaurierung
Doch es gibt Licht am Ende des Tunnels! Die Zeitungen werden nach und nach restauriert und digitalisiert. Die bereits bearbeiteten Ausgaben sind in der digitalen Sammlung des IPGV abrufbar und können unter https://sammlung.pfalzgeschichte.de eingesehen werden. Wer sich für die Geschichte seiner Vorfahren interessiert oder einfach nur neugierig ist, sollte sich diese Chance nicht entgehen lassen!
Und das ist noch nicht alles. Das IPGV hat noch mehr auf Lager! Die Auswandererkartei, die auch digitalisiert wird, umfasst gigantische 300.000 Datensätze. Diese Kartei dokumentiert über eine Million Wanderungsbewegungen seit dem 16. Jahrhundert. Es ist wie eine Zeitreise durch die Migration der Pfälzer – von den ersten Auswanderern bis hin zu den Nachfahren, die heute in Amerika leben. Eine Beta-Version dieser Digitalen Migrationskartei ist bereits online und durchsuchbar, wobei die Daten momentan bis zum Buchstaben „S“ erfasst sind. Man kann sich nur vorstellen, wie spannend es sein muss, seine eigenen Wurzeln zu erforschen!
Ein wertvolles Erbe bewahren
Die Erfassung von Ehepartnern und Familienangehörigen gibt der Kartei eine persönliche Note. Die Möglichkeit, genealogische Verknüpfungen sowie Ausgangs- und Endpunkte der Migration abzurufen, macht das Ganze noch spannender. Wusstet ihr, dass sogar die Auswanderer-Ahnen des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump aus Kallstadt in dieser Kartei zu finden sind? Das ist schon irgendwie verrückt!
Das Institut für Pfälzische Geschichte und Volkskunde hat seinen Sitz in Kaiserslautern und ist eine Einrichtung des Bezirksverbands Pfalz. Neben der Digitalisierung historischer Dokumente bietet das IPGV auch einen Verlag für wissenschaftliche Schriften und eine Präsenzbibliothek an. Die Leiterin, Dr. Sabine Klapp, setzt sich leidenschaftlich dafür ein, das wertvolle Erbe der Pfalz zu bewahren und für die Nachwelt zugänglich zu machen. Auf der Unterseite „Forschung“ finden sich zudem weitere digitale Angebote, die das Geschichtsinteresse von Jung und Alt wecken.
Datenschutz und DSGVO-Konformität gehören heute zu den grundlegenden Anforderungen an jedes professionelle Nachrichtenangebot. Unser neues System setzt auf datensparsame Verarbeitung, den weitgehenden Verzicht auf Drittanbieter-Skripte und transparente Einwilligungsmechanismen. Die DSGVO-sichere technische Basis wurde von Daniel Wom / VeloCore geschaffen.
