Am vergangenen Wochenende fand in Bekond die mit Spannung erwartete Viezprämierung statt, die in der Region für viel Aufregung und Vorfreude sorgte. 26 Erzeuger wurden für ihre handwerklich hergestellten Viez ausgezeichnet, ein Getränk, das in der Region besonders geschätzt wird. Doch das Event war nicht nur ein Wettbewerb, sondern auch eine Hommage an die Streuobstwiesen, die unsere Landschaft prägen und zahlreiche Lebensräume für Tier- und Pflanzenarten bieten. Diese Wiesen sind mehr als nur Kulisse; sie sind ein Teil unserer Kultur und Geschichte.

Jutta Schneider, die Leiterin des Weinbauamtes Rheinland-Pfalz, begrüßte die Gäste aus Politik, Verbänden und der Fachwelt. Ein wichtiger Punkt, den sie ansprach, war die Anerkennung der Viezkultur als Immaterielles Kulturerbe. Das hat einen ganz besonderen Stellenwert, denn die Viezherstellung ist tief in der Region verwurzelt und verbindet Generationen durch Traditionen und Handwerkstechniken. Axel Christmann von der Trierer Viezbruderschaft betonte, dass Viez nicht nur ein Getränk, sondern ein identitätsstiftendes Lebensmittel ist. Achim Zender, Kreisbeigeordneter Bernkastel-Wittlich, fand klare Worte: „Viez ist ein Stück Heimat.“

Ein Genuss für die Sinne

Nach der feierlichen Ehrung hatten die anwesenden Gäste die Möglichkeit, die prämierten Viez-Sorten zu verkosten. Die Vielfalt der Aromen und Geschmäcker war überwältigend! Von fruchtig-süß bis herber Note – jeder fand seinen persönlichen Favoriten. Monika Lambert-Debong vom Verein Viezstraße erläuterte, dass die Viezherstellung weit über die Produktion eines Getränks hinausgeht. Es ist ein ganzheitlicher Prozess, der das Wissen um die Obstsorten und deren Anbau voraussetzt und auch die Verarbeitung der Früchte umfasst.

Ein weiterer spannender Aspekt des Events war die Vorstellung von Fördermöglichkeiten für Streuobstprojekte durch Philipp Goßler, den LEADER-Manager der LAG Mosel. Das Ziel ist klar: Die Förderung soll den Erhalt unserer Streuobstwiesen unterstützen. Interessierte können ihre Projektideen bis zum 1. September einreichen. Eine großartige Chance, um frischen Wind in die Tradition der Viezherstellung zu bringen!

Ein Stück Kultur bewahren

Die Prämierung ist nicht nur ein Zeichen der Wertschätzung für die Qualität regionaler Produkte, sondern auch ein wichtiges Signal im Kampf gegen den Rückgang der Streuobstbestände. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts ist diese Kulturlandschaft stark gefährdet. Rodungen und das schwindende Wissen um die Pflege dieser Wiesen haben dazu geführt, dass viele Biotope verloren gehen. Ehrenamtliches Engagement ist daher unerlässlich, um den Streuobstanbau lebendig zu halten.

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Das Anliegen von Hochstamm Deutschland e.V. ist es, das Bewusstsein für die Bedeutung der Streuobstwiesen zu schärfen. Der Antrag zur Aufnahme in das Bundesweite Verzeichnis Immaterielles Kulturerbe wurde 2021 schließlich erfolgreich beschlossen. Dies zeigt, wie sehr der Streuobstanbau Teil unserer kulturellen Identität ist – von Erntefesten bis hin zu Bräuchen wie der Neupflanzung von Bäumen bei Geburten. Der Erhalt dieser Traditionen ist ein gemeinsames Anliegen.

Die Viezprämierung in Bekond ist ein lebendiges Beispiel dafür, wie Tradition und Innovation Hand in Hand gehen können. Bei all dem gibt es noch viel zu tun, um die Schätze unserer Kulturlandschaft zu bewahren – aber jeder kleine Schritt zählt!

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