Es gibt Momente im Leben, die man einfach nicht vergisst – und die Abschlussprüfung der Schreinergesellinnen und -gesellen in Bernkastel-Wittlich zählt ohne Zweifel dazu. In diesem Jahr hat sich ein bemerkenswerter Trend abgezeichnet: Zwei Drittel der Absolventen waren junge Frauen. Das ist nicht nur eine erfreuliche Nachricht, sondern auch ein starkes Zeichen dafür, dass das Schreinerhandwerk zunehmend weiblicher wird. Wer hätte gedacht, dass eine solche Zahl in einem Handwerk erreicht werden kann, das traditionell von Männern dominiert wird?

Der Prüfungsausschuss hatte die anspruchsvolle Aufgabe, die Gesellenstücke zu begutachten. Jedes Stück wurde auf Maßgenauigkeit, Verarbeitung und die gestalterische Idee hin untersucht. Und die Ergebnisse können sich sehen lassen! Tim Oster wurde sogar für sein Sideboard aus massiver Eiche für den Wettbewerb „Die Gute Form 2026“ nominiert. Seine Schreinerei Heinz und Loos aus Binsfeld hat offenbar eine hervorragende Ausbildung geboten. Auch die Zwischenprüfungen wurden nicht ohne Aufmerksamkeit verfolgt, denn überdurchschnittliche Leistungen wurden bereits dort mit Prämien gewürdigt.

Eine bunte Palette an Gesellenstücken

Die Gesellenstücke wurden im Hunsrücker Holzmuseum in Morbach ausgestellt – eine wahre Augenweide. Die Vielfalt der Arbeiten ist beeindruckend, von Anrichten über Sideboards bis hin zu Schreibtischen. Hier ein kleiner Überblick:

  • Nele Bauerfeld: Anrichte Eiche massiv, Schreinerei-Innenausbau Zimmer-Blasius, Morbach
  • Florian Brixius: Sideboard Eiche massiv und Lack anthrazit, Schreinerei Luxemburger GmbH, Mülheim
  • Colyn Catherine Cayé: Spielemöbel Esche Nussbaum, Unilux GmbH, Salmtal
  • Joscha Geiter: Schreibtisch Eiche mit Einlage, Padati GmbH, Wittlich
  • Merle Lutz: Anrichte Eiche mit Lackfront, Schreinerei Hayer GmbH, Wittlich
  • Dshamilja Marie Nußbaum: Anrichte Ahorn und Nussbaum, Gedert GmbH Möbelwerkstatt, Starkenburg
  • Tim Oster: Sideboard Eiche mit Linienintarsie in der Front, Schreinerei Heinz und Loos GmbH und Co. KG, Binsfeld
  • Vivian Pesch: klassischer Küchenschrank Ulme, Padati GmbH, Wittlich
  • Suparom Phuangsawat: Hängeboard aus Olivenholz mit Intarsie in der Front, Simon Schreinerwerkstätte GmbH, Hupperath

Ein Videoporträt der Gesellenstücke wird während der Lossprechungsfeier in Hetzerath gezeigt. Das verspricht, ein emotionaler Moment zu werden, nicht nur für die Absolventen, sondern auch für ihre Familien und Freunde.

Ein kreativer Wettbewerb

Am 07.08.2024 fand die Übergabe der Gesellenbriefe und der Wettbewerb „Die Gute Form“ in der Domäne Blumenrod statt. Ein Event, das die Kreativität und das handwerkliche Geschick der Prüflinge in den Fokus rückte. Die Jury, bestehend aus prominenten Persönlichkeiten wie Christian Wendel (CDU, Landtagsabgeordneter) und Matthias Losacker (Architekt), bewertete die Ausstellungsstücke nach verschiedenen Kriterien – von der eigenschöpferischen Idee bis hin zur Gebrauchsfähigkeit. Finn Marlon Meffert von der Schreinerei Lamboy in Limburg konnte sich über den ersten Platz freuen. Ein großer Erfolg!

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Insgesamt bestanden 13 Prüflinge die Prüfung, und das ist ein Grund zur Freude für alle Beteiligten. Kreisinnungsmeister Wolfram Uhe lobte die neuen Gesellen und deren Entscheidung für den Beruf. Und das ist mehr als nur ein schöner Satz. Es ist eine Bestätigung für all die harte Arbeit und das Engagement, das in den letzten Jahren in die Ausbildung geflossen ist.

Der weibliche Anteil im Handwerk

Der Frauenanteil unter den Auszubildenden im Handwerk liegt zurzeit bei 17,3 Prozent. Während Frauen in vielen gewerblich-technischen Berufen noch unterrepräsentiert sind, zeigen kreative Handwerksberufe, wie beispielsweise das Maßschneiderhandwerk mit 83,3 Prozent Frauenanteil, dass es auch anders geht. Der Trend hin zu mehr Frauen in handwerklichen Berufen, insbesondere in kreativen Bereichen, ist unübersehbar. Berufe wie Tischlerin oder Augenoptikerin gewinnen zunehmend an Beliebtheit bei jungen Frauen, die ihre kreativen Talente ausleben möchten.

Insgesamt lässt sich sagen, dass die Entwicklungen in der Schreinerausbildung in Bernkastel-Wittlich nicht nur erfreulich, sondern auch zukunftsweisend sind. Die neuen Gesellen bringen frischen Wind in die Branche und zeigen, dass das Schreinerhandwerk alles andere als verstaubt ist. Hier wird mit Herzblut gearbeitet, und das spürt man in jedem einzelnen Stück Holz.

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