Heute ist der 3. Juni 2026, und während ich hier in Bad Kreuznach sitze, genieße ich die warmen Sonnenstrahlen, die durch das Fenster scheinen. Der Mai 2026 hat uns in Deutschland ordentlich durchgeschüttelt – mal mit Kälte, mal mit Hitze und auch ganz schön viel Regen. Die Mitteltemperatur lag bei 14,1°C, was uns zwei Grad über dem Durchschnitt der Referenzperiode von 1961 bis 1990 bringt. Ein echter Temperaturspitzenreiter war der 30. Mai im Oberrheingraben, da knackten wir die 34°C-Marke! Unglaublich, oder? Aber nicht alles war so sonnig und heiter.
Die Eisheiligen, die uns traditionell frische Brisen und frostige Nächte bescheren, taten genau das. Am 1. Mai gab es in Piding sogar einen Tiefstwert von -3,3°C. Ein Schock für alle, die mit frühlingshaften Temperaturen gerechnet hatten. Und dann, um den Kontrast perfekt zu machen, hatten wir sechs bis acht heiße Tage, in denen das Thermometer die 30°C-Marke überstieg – vor allem im Oberrheingraben, im Rhein-Main-Gebiet, in Rheinland-Pfalz und im Saarland.
Regen und Sonnenschein
Der Niederschlag war im Mai mit etwa 65 l/m² etwas unter dem Durchschnitt von 1961 bis 1990 (71 l/m²). Verglichen mit der Periode von 1991 bis 2020 lag er sogar bei 93% des klimatischen Solls. Vor allem am 4. Mai in Ochtrup fiel die höchste Tagessumme mit 70,4 l/m². Während die nördliche Mitte, der Schwarzwald und die Alpen teilweise über 100 l/m² abbekamen, schauten die Menschen in Ostbayern auf gerade mal 25 l/m². Ein echtes Wettermosaik, das sich hier entfaltet hat!
Und wie schaut’s mit dem Sonnenschein aus? Der Mai 2026 brachte uns rund 254 Stunden Sonne, was ein Plus von 26% im Vergleich zur Referenzperiode von 1961 bis 1990 bedeutet. Im Vergleich zu den Jahren 1991 bis 2020 sind es sogar 19% mehr. Das kann man als gutes Omen für den Sommer werten – wenn die Sonne mal scheint, dann richtig! Im Bundesland Schleswig-Holstein genossen die Menschen die meisten Sonnenstunden mit 277 Stunden.
Klimawandel im Blick
Doch während wir uns über die warmen Temperaturen und die Sonnenstunden freuen, sollten wir nicht vergessen, dass der Klimawandel uns alle betrifft. Der Deutsche Klimaatlas zeigt uns, wie sich die Wetterelemente in Deutschland über mehr als 200 Jahre verändert haben. Er bietet nicht nur einen Überblick über bereits gemessene Änderungen, sondern auch über zukünftige Entwicklungen. Man kann fast schon sagen, dass die Karten des Atlas wie ein Fenster in die klimatische Zukunft Deutschlands sind.
Mit einer Vielzahl von Klimamodellen und einer hohen Informationsdichte ermöglicht der Atlas einen tiefen Einblick in die regionalen Unterschiede und die Auswirkungen auf verschiedene gesellschaftliche Bereiche. Dies ist besonders wichtig, wenn man bedenkt, dass die Siedlungs- und Verkehrsfläche in Deutschland um durchschnittlich 50 Hektar pro Tag wächst. Ein faktischer Hinweis darauf, dass wir unsere Flächennutzung überdenken müssen, um die Biodiversität zu schützen und den Klimaschutz voranzutreiben.
Ein Blick in die Ökosysteme
Moore und Auenwälder sind nicht nur malerisch, sie sind auch entscheidend für unseren Klimaschutz. Der Ökosystematlas zeigt die Verbreitung von 72 Ökosystemklassen in Deutschland. Wälder spielen ebenfalls eine zentrale Rolle, indem sie 2021 rund 3,1 Milliarden Tonnen Kohlenstoff speichern. Doch auch hier gibt es Herausforderungen: Waldschäden durch Trockenheit und Insektenbefall beeinträchtigen die Kohlenstoffaufnahme erheblich. Im Jahr 2024 werden alleine 16,8 Millionen Kubikmeter Schadholz auf Insektenschäden entfallen – eine alarmierende Zahl!
Der Mai 2026 war also ein Monat voller Wetterkapriolen, der uns nicht nur die Schönheit des Frühlings, sondern auch die Herausforderungen des Klimawandels vor Augen führte. Mit einem Blick auf die jüngsten Entwicklungen und die Informationen aus dem Deutschen Klimaatlas wird klar: Es liegt an uns, diese Veränderungen zu verstehen und proaktiv zu handeln. Schließlich geht es um unsere Zukunft und die der nächsten Generationen.