Es ist ein schleichender, aber deutlich spürbarer Wandel im stationären Modehandel in Österreich. Geschäfte schließen reihenweise, und die Gründe sind vielfältig. Während die hohen Kosten für Mieten und Personal weiter steigen, stagnieren die Verkaufspreise. Ein Blick auf die Zahlen macht die Situation noch klarer: Laut einer Analyse des Instituts für Österreichs Wirtschaft (iföw) im Auftrag der Wirtschaftskammer (WKÖ) ist die Zahl der Modegeschäfte in den letzten zehn Jahren um satte 22% gesunken. Besonders betroffen sind kleine Boutiquen und große Ketten gleichermaßen. Die Verbraucher geben heute relativ weniger für Bekleidung und Schuhe aus – von über 7% der Konsumausgaben vor 30 Jahren sind wir auf nur noch 4,5% gesunken.

Gleichzeitig hat sich das Einkaufsverhalten verändert. Immer mehr Menschen greifen zu Online-Angeboten, und das spiegelt sich auch in den neuesten Trends wider. 2020 kauften 36% der Konsumenten gelegentlich online, während es 2022 bereits fast 50% waren. Das sind beeindruckende Zahlen! Doch nicht nur das, auch asiatische Plattformen wie Temu und Shein drängen mit ihren unschlagbaren Preisen und einer schier endlosen Produktvielfalt auf den Markt. Diese Billigplattformen, die oft keine Zölle zahlen und sich nicht an Sicherheitsstandards halten, fluten den Markt mit ihrer Ware und setzen den stationären Handel unter Druck.

Der Aufstieg von Temu und Shein

In Deutschland ist das Bild ähnlich. Temu und Shein gewinnen an Popularität und stehen mittlerweile ganz oben auf der Liste der größten Onlineshops. Laut der Studie „E-Commerce-Markt Deutschland 2025“ ist Shein von Platz 18 auf Platz 7 geklettert, während Temu sein Handelsvolumen vervierfachte und nun auf Platz 5 steht. Der Umsatz von Shein stieg 2024 um 18 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro – das sind Zahlen, die einem schwindelig werden können!

Beide Plattformen locken die Käufer mit günstigen Preisen und spielerischen Elementen, die das Einkaufserlebnis zu einem kleinen Abenteuer machen. Doch nicht alles, was glänzt, ist Gold. Die Kritik an Temu und Shein ist laut und deutlich: Mangelnde Produktqualität, fehlende Kontrollen und unlauterer Wettbewerb werden häufig angeprangert. Der Handelsverband Deutschland fordert bereits strengere Regulierungen, um die heimischen Unternehmen zu schützen. Und das ist nur der Anfang. Gegen Temu läuft ein Verfahren der EU-Kommission wegen des Risikos illegaler Produkte, während Shein wegen Verstößen gegen EU-Verbraucherschutzvorschriften nachbessern muss.

Die Stimme der Branche

Inmitten all dieser Herausforderungen erhebt sich die Stimme von Günther Rossmanith, dem Obmann des Bundesgremiums Handel mit Mode und Freizeitartikeln in der WKÖ. Er fordert von der Politik mehr Unterstützung und die Durchsetzung von Umwelt-, Sicherheits- und Ethikstandards. „Es ist notwendig, um die Zukunft des seriösen Modehandels und die damit verbundenen Arbeitsplätze zu sichern“, so Rossmanith. Ein Aufruf, der in Zeiten wie diesen wichtiger denn je erscheint.

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Die Welt des Modehandels ist in Bewegung. Der Aufstieg des Online-Handels, insbesondere durch asiatische Anbieter, verändert die Spielregeln. Der stationäre Handel muss sich anpassen, um nicht gänzlich unterzugehen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Politik und die Branche gemeinsam aufstellen werden, um die Herausforderungen zu meistern und die traditionsreiche Welt des Modehandels zu bewahren.