Heute ist der 24.05.2026 und die Wellen schlagen hoch im ORF. Eine Umfrage auf krone.at zum Thema ORF-Chefwahl am Pfingstsonntag hat für ordentlich Gesprächsstoff gesorgt. Fast 20.000 Menschen haben sich daran beteiligt – eine beachtliche Zahl, die zeigt, wie sehr die Bevölkerung an diesem Thema interessiert ist. Doch die Ergebnisse sind alles andere als erfreulich. Über 18.000 Teilnehmer, also rund 94 Prozent, glauben nicht an eine faire Wahl. Nur etwa 1.000 Teilnehmer, das sind ca. 6 Prozent, hegen noch Hoffnungen auf eine anständige Wahl. Ein deutliches Zeichen für das tiefgreifende Misstrauen in die Entscheidungsprozesse des ORF und die Politik.

Besonders in der Kritik steht die Instrumentalisierung des Stiftungsrats. Die Warnung ist klar: Sowohl die Politik als auch der ORF könnten unter dem schwindenden Vertrauen der Bevölkerung leiden. Man fragt sich, wie lange es noch gutgehen kann, wenn die Menschen das Gefühl haben, dass die Entscheidungen nicht unabhängig getroffen werden. Diese Misstrauenskultur bleibt nicht ohne Folgen und könnte die Glaubwürdigkeit der Medien weiter untergraben.

Der Stiftungsrat unter der Lupe

Der ORF-Stiftungsrat, das Gremium, das über wichtige Entscheidungen wacht, besteht aus 35 Mitgliedern. In der jüngsten Konstellation ist von den sieben bekannten Bundesland-Gesandten nur einer neu: Michael Götzhaber aus Kärnten. Die anderen sind Katharina Hofer aus Oberösterreich, Ulrike Domany-Funtan aus der Steiermark, Stefan Kröll aus Tirol, Alfred Geismayr aus Vorarlberg, Thomas Prantner aus Salzburg und Christian Kolonovits aus Burgenland. Die politische Landschaft im Stiftungsrat ist alles andere als ausgeglichen – das Kräfteverhältnis ist 4:2:1 (schwarz-rot-blau). Das lässt aufhorchen.

Wien und Niederösterreich stehen bei Redaktionsschluss noch ohne klare Entscheidung da. Die Parteien im Nationalrat haben jedoch bereits ihre sechs Vertreter bestimmt. Für die FPÖ sind das Peter Westenthaler und Christoph Urtz, während Ewald Aschauer (ÖVP), Markus Boesch (Neos), Hildegard Aichberger (Grüne) und Heinz Lederer (SPÖ) ebenfalls vertreten sind. Interessanterweise gilt Heinz Lederer als Favorit für den Vorsitz des ORF-Stiftungsrats – ein Posten, der mit großer Verantwortung und Einfluss verbunden ist.

Ein Blick auf das Vertrauen in die Medien

Parallel dazu zeigt eine neue Umfrage von „Das Zielgruppen Büro“, dass das Vertrauen in die Medien in Österreich erheblich beschädigt ist. Diese Umfrage wurde im Vorfeld der Stakeholder-Klausur „Ein Versprechen für die Republik“ und der DATUM STIFTUNG durchgeführt. Dabei wurden 1.000 in Österreich lebende Personen ab 16 Jahren online befragt. Überraschenderweise vertrauen zwar 42 Prozent der Teilnehmer den meisten Medien, aber zwei Drittel machen sich Sorgen um den professionellen Journalismus. Gründe dafür sind gekürzte Budgets, sinkende Abozahlen und der Abbau von Arbeitsplätzen – das ist brisant!

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Ein beunruhigendes Bild ergibt sich auch hinsichtlich der Unabhängigkeit der Medien: 70 Prozent der Befragten sorgen sich um politischen Einfluss. Nur 24 Prozent glauben, dass die meisten Medien frei von politischer Einflussnahme sind. Das sind alarmierende Zahlen! Die Befragten fordern politische Maßnahmen zur Stärkung der Medienunabhängigkeit, wobei nur 46 Prozent bereit sind, dass die Politik dafür finanzielle Mittel bereitstellt. Eine Konferenz mit dem Titel „Acht Tische für die Vierte Gewalt“ wird im November stattfinden, um Visionen und Handlungsempfehlungen zur Zukunft der Medienlandschaft zu erarbeiten. Es bleibt abzuwarten, ob diese Bemühungen Früchte tragen werden.