Heute ist der 12.06.2026 und in der Politik herrscht mal wieder Aufregung – es geht ums Geld, genauer gesagt um das Kulturbudget. Der FPÖ-Kultursprecher Wendelin Mölzer hat kürzlich das Doppelbudget 2027/28 ins Visier genommen. Ein wahrlich besorgniserregendes Thema, wenn man sich die Zahlen anschaut: Rund 618 Millionen Euro an Auszahlungen stehen lediglich 6,2 Millionen Euro an Einzahlungen gegenüber. Das ist nicht nur ein Missverhältnis, das ist schon fast ein Skandal! Die Eigendeckung der Untergliederung liegt bei mageren 1 Prozent, was bedeutet, dass der Netto-Finanzierungsbedarf von 611 Millionen Euro hauptsächlich durch Steuergelder gedeckt wird.

Besonders kritisch sieht Mölzer die massive Konzentration der Mittel auf die großen Wiener Kulturbetriebe. Ganze 58 Prozent des Budgets fließen in die Bundestheater und Bundesmuseen, während die kleineren, oft regionalen Einrichtungen weitgehend leer ausgehen. Die Bundestheater erhalten unverändert 204 Millionen Euro, und bei den Museen gibt es nur marginale Reduzierungen. Aber das ist nicht alles – Mölzer bemängelt auch die touristische Prägung dieser Einrichtungen. Merkwürdigerweise kommen nur 28 Prozent der Besuche von der heimischen Bevölkerung. Wo bleibt da die Wertschätzung für die eigene Kultur?

Transparenz – ein Fremdwort?

Ein weiteres heißes Eisen ist die Intransparenz im Fördersystem, die Mölzer kritisch beleuchtet. Besonders bei den Unternehmens-Transfers, die von 55 auf über 69 Millionen Euro steigen, scheint eine klare Linie zu fehlen. Man fragt sich unwillkürlich, was hier wirklich hinter den Kulissen passiert. Auch die Einsparungen beim Denkmalschutz sind alarmierend: Die Mittel zur Erhaltung der Bausubstanz werden reduziert, und die Unterschutzstellungen sinken von 280 auf 180 pro Jahr ab 2027. Wer denkt da nicht an die wertvollen historischen Gebäude, die unsere Kultur prägen?

Und das ist noch nicht alles. Mölzer kritisiert die Verknüpfung von Fördervergaben mit Gender- und Klima-Kriterien. Ist es wirklich notwendig, dass Kulturförderung unter solche Bedingungen gestellt wird? Sein Fazit ist deutlich: Das Budget ist eine Fortsetzung eines Systems, das von Zentralismus, Förder-Intransparenz und ideologischer Steuerung geprägt ist.

Ein Blick über die Grenze: Kulturfinanzbericht 2024

Nun könnte man meinen, dass es in Deutschland besser aussieht. Der Kulturfinanzbericht 2024 bietet immerhin einen Überblick über die öffentliche Finanzierung von Kultur und kulturschaffenden Bereichen in Deutschland. Diese Publikation, die eine Gemeinschaftsveröffentlichung der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder ist, wird im Auftrag der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien erstellt. Also, eine solide Basis!

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Der Bericht konzentriert sich auf die Höhe, Struktur und Entwicklung der öffentlichen Ausgaben für Kultur. Dabei werden die Daten nach Ländern, Körperschaftsgruppen und Kulturbereichen gegliedert. Das klingt nach einer fundierten Analyse, die vielleicht auch als Vorbild für die österreichische Kulturpolitik dienen könnte. Schließlich basieren die Informationen auf den Ergebnissen der Finanzstatistiken für Bund, Länder und Gemeinden. Aber sind diese Zahlen wirklich aussagekräftig, wenn sie nicht in Beziehung zur Bevölkerungszahl, Wirtschaftskraft und den öffentlichen Gesamtausgaben gesetzt werden?

Am Ende bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen in der Kulturpolitik, egal ob in Österreich oder Deutschland, die Bedeutung von Transparenz und einer breiteren Verteilung der Mittel erkennen. Das kulturelle Erbe ist schließlich nicht nur ein Thema für die großen Städte, sondern sollte in der gesamten Gesellschaft einen hohen Stellenwert genießen. Nur so kann die Kultur lebendig bleiben und für alle zugänglich sein.