Feierlaune oder Vertrauenskrise? Der 250. Geburtstag der USA im Schatten der Außenpolitik
Heute ist der 4.07.2026 und die Wiesen entlang der National Mall in Washington, D.C. blieben leer – ein Bild, das kaum für Feierlaune sorgt. Der 250. Geburtstag der USA, ein Anlass, der eigentlich zu jubelnden Feiern einladen sollte, wird überschattet von einem tiefen Vertrauensverlust in die amerikanische Außenpolitik. Die Umfragewerte von Donald Trump sind in den Keller gefallen, und das aus guten Gründen: der Irankrieg, steigende Benzin- und Lebensmittelpreise – alles Faktoren, die die Stimmung in der Bevölkerung dämpfen.
In einer umfassenden Umfrage des Pew Research Centers zeigt sich, dass nur 25% der Befragten aus 36 Ländern Vertrauen in die globale Führungsrolle der USA haben. Das ist alarmierend! Der Rückgang des Ansehens ist nicht nur ein amerikanisches Phänomen, sondern betrifft auch unsere europäischen Nachbarn. In Deutschland, wo vor nicht allzu langer Zeit noch 83% die USA für verlässlich hielten, sind es jetzt nur noch 39%. Eine schockierende Entwicklung, die sich auch in Schweden (von 83% auf 31%) und den Niederlanden (von 88% auf 41%) zeigt. Sogar in Italien und Spanien ist das Vertrauen in die USA massiv gesunken.
Globale Meinungen im Umbruch
Das Bild wird noch düsterer, wenn man die Zahlen aus anderen Ländern betrachtet. In der Türkei sehen 84% der Bevölkerung die USA negativ. In Lateinamerika ist die Wahrnehmung gemischt: Während in Kolumbien die proamerikanische Haltung stark bleibt, zeigen sich in Mexiko die Menschen überwiegend kritisch. Sogar in Argentinien, wo Trump enge Beziehungen zum Präsidenten Milei pflegt, haben zwei Drittel eine negative Meinung von ihm.
Ein interessanter Aspekt sind die positiven Bewertungen in Israel, wo 81% der Befragten die USA positiv sehen. Und in afrikanischen Ländern wie Kenia, Nigeria und Ghana bleibt die Wahrnehmung trotz der drastischen Kürzungen bei humanitärer Hilfe, die zu bis zu einer Million Todesfällen führten, relativ positiv, besonders unter konservativen Christen. Hier erkennt man, wie unterschiedlich die Meinungen zur US-Politik weltweit sind.
Trumps Außenpolitik im Kreuzfeuer
Trumps Außenpolitik hat jedoch nicht nur Freunde gefunden. Über 50% der Befragten glauben, dass die USA unzuverlässig sind. Diese Wahrnehmung schränkt die Handlungsspielräume der USA ein, besonders in strategisch wichtigen Regionen. Während Südostasiatische Länder stark von der Sperre der Straße von Hormus betroffen sind, hat China durch die US-Politik diplomatisch profitiert. Immer mehr Staaten stimmen in den UN mit China ab, was zeigt, dass die Zeiten, in denen die USA als unangefochtene Führungsmacht galten, vorbei sind.
Die Umfrage zeigt auch, dass 76% der Befragten weltweit kein Vertrauen in Trumps Führung haben. Und das ist nicht nur ein Problem für die USA selbst – es hat auch Auswirkungen auf die internationale Stabilität. Nur 35% glauben, dass die USA tatsächlich zu Frieden und Stabilität beitragen. Das ist kaum zu fassen, wenn man bedenkt, wie lange die USA als Hüter der Demokratie galten.
Die zweite Amtszeit von Trump könnte den Vertrauensverlust noch weiter verschärfen, ähnlich wie es bereits während seiner ersten Amtszeit der Fall war. Der Democracy Perception Index verdeutlicht, dass die Wahrnehmung der USA von +22 auf -6 gefallen ist. Das Vertrauen in Xi Jinping (34%) und Wladimir Putin (31%) übertrifft mittlerweile das Vertrauen in Trump (23%). Ein wirklich bemerkenswerter Wandel, der die geopolitische Landschaft nachhaltig beeinflussen könnte.
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