Heute, am 2. Juni 2026, hat der Österreichische Integrationsfonds in Graz ein spannendes Multiplikatoren-Seminar veranstaltet, das sich mit einem sehr aktuellen und wichtigen Thema befasst hat: „Religiös motivierter Extremismus: Strömungen und Trends“. Hierbei ging es um Entwicklungen, die uns alle betreffen, um Radikalisierungsdynamiken und die damit verbundenen Herausforderungen, die in den Bereichen Prävention, Integration und Sicherheitsarbeit auftreten. Eine ganze Reihe von Vertretern aus der Politik, Bildung, Verwaltung, Sicherheitsbereich und Zivilgesellschaft hat sich zusammengefunden, um gemeinsam Lösungen zu erarbeiten.
Die Veranstaltung war nicht nur ein Ort des Austausches, sondern auch ein Raum für Impulse. Lisa Fellhofer und Amrei Martschinke vom DPI, Hamzeh Laila vom ÖIF und Jeremy Stöhs von SICHER LEBEN haben mit ihren Vorträgen wertvolle Einblicke gegeben. Ein zentrales Anliegen des Seminars war es, aktuelle Entwicklungen zu vermitteln, Präventionskompetenzen zu stärken und die zentralen Akteure in der Steiermark besser zu vernetzen. Ein besonders brisantes Thema war die Nutzung digitaler Räume durch religiösen Extremismus. Denn soziale Medien und algorithmisch verstärkte Inhalte haben die Verbreitung extremistischer Ideologien drastisch verändert.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache
Im Verfassungsschutzbericht 2025 wird alarmierend von 306 islamistischen Tathandlungen berichtet – ein Anstieg um satte 42,3 % gegenüber dem Vorjahr. Landeshauptmann Mario Kunasek hat in seiner Eröffnungsrede betont, wie wichtig es ist, Sicherheit, Integration und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern. „Extremismusprävention erfordert frühzeitige Erkennung und gemeinsames Handeln“, so Kunasek. Und auch Landesrat Karlheinz Kornhäusl unterstrich die Dringlichkeit, Radikalisierung frühzeitig vorzubeugen, um unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt zu schützen.
Ein weiterer Punkt, der zur Sprache kam, war der Einfluss des politischen Islams auf die Jugend – besonders über digitale Medien. Landesrat Hannes Amesbauer machte deutlich, dass hier gesetzliche Maßnahmen gegen extremistische Netzwerke notwendig sind, um einen nachhaltigen Schutz zu gewährleisten. Das Seminar hat somit nicht nur aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen beleuchtet, sondern auch konkrete Handlungsansätze diskutiert.
Demokratiebildung als Schlüssel zur Prävention
Ein zentrales Anliegen in der Jugendarbeit ist die Radikalisierung von Jugendlichen und die Förderung der Demokratiebildung. Diese Themen sind eng miteinander verknüpft. Demokratiefeindlichkeit und Extremismus zeigen sich häufig in Hass im Internet, populistischen Bewegungen und radikalen Parteien. Umso wichtiger ist es, bereits im Kindes- und Jugendalter Aufklärung und Demokratiebildung zu fördern. Hier gibt es zahlreiche Initiativen, die sich diesem Ziel widmen. Die Vielfalt-Mediathek bietet beispielsweise Materialien zur Prävention und Intervention bei Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus.
Zusätzlich hat die Deutsche Gesellschaft für Demokratiepädagogik einen wertvollen Beitrag geleistet, indem sie sich für Demokratie in Bildungs- und Jugendeinrichtungen engagiert. Der Zugang zu Informationen ist dabei entscheidend. Netzwerke wie das Jugendhilfeportal bündeln Nachrichten zur Demokratiebildung und bieten Fachkräften wertvolle Unterstützung. Der Austausch zwischen verschiedenen Akteuren kann hier einen echten Unterschied machen.
Ein weiteres spannendes Projekt ist „Dialog macht Schule“, das Demokratiebildungsformate für Jugendliche in strukturschwachen Bezirken entwickelt. Diese Ansätze zeigen, dass es viele Wege gibt, um aktiv gegen Extremismus und Radikalisierung vorzugehen. Es bleibt zu hoffen, dass solche Initiativen und die Impulse aus dem Seminar in Graz Früchte tragen und einen positiven Einfluss auf unsere Gesellschaft ausüben.