Der Wuppertaler SV steht vor einem spannenden letzten Spieltag, doch es ist auch die Zeit des Abschieds für Kevin Rodrigues-Pires. Nach nur einer halben Saison als Co-Trainer wird er den Verein verlassen. Ein Schritt, der für viele überraschend kommt, vor allem nachdem er eine so intensive und lehrreiche Zeit hinter sich hat. Rodrigues-Pires, dessen Karriere mit beeindruckenden 222 Einsätzen in der Regionalliga und 110 in der 3. Liga aufwartet, hat unter anderem für namhafte Clubs wie Rot-Weiß Essen und Preußen Münster gespielt. Seine Reise führte ihn zuletzt zum WSV, wo er sich seit seiner Rückkehr in die vierte Liga im Sommer 2020 als Teamkapitän und Mentor etablierte.
Die Saison war für Rodrigues-Pires nicht einfach. „Extrem intensiv und sehr lehrreich“ beschreibt er die vergangenen Monate. Die Herausforderung, als Co-Trainer unter Mike Wunderlich zu arbeiten, war eine, die ihm die Möglichkeit gab, viele seiner Ideen und Konzepte einzubringen. Dabei hat er nicht nur strategisch, sondern auch emotional viel investiert. Der WSV kämpft vor dem letzten Spieltag auf dem vorletzten Platz der Regionalliga West. Um den Klassenerhalt zu sichern, müsste die Mannschaft eine Differenz von 18 Toren aufholen. Ein fast unmögliches Unterfangen, doch die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
Ein Blick auf die Karriere
Rodrigues-Pires‘ Wurzeln reichen bis 2009 zurück, als er sein Senior-Debüt für Alemannia Aachen II feierte. Über Schalke 04 II, wo er zwei Saisons verbrachte, und den Wechsel zu Rot-Weiss Essen, wo er 2014 gegen SSVg Velbert zwei Tore erzielte, führte ihn sein Weg durch verschiedene Ligen. Nach Stationen bei Sportfreunde Lotte und TSV Steinbach kehrte er 2018 zu Preußen Münster zurück, bevor er schließlich 2020 beim Wuppertaler SV landete. Hier erlebte er nicht nur Höhen, sondern auch Tiefen, darunter schwere Verletzungen wie einen Kreuzbandriss, der ihn mehrere Monate außer Gefecht setzte.
Sein Engagement und die tiefe Verbundenheit zum Verein sind offensichtlich. Rodrigues-Pires plant, nach der Saison zu gehen, unabhängig davon, in welcher Liga der WSV spielt. Dennoch möchte er das letzte Spiel gewinnen und dem Verein alles Gute wünschen. Ein schöner Abschied, der im Fußball nicht immer selbstverständlich ist. Was die Zukunft für ihn bereithält? Er ist offen für neue Herausforderungen, selbst als Cheftrainer. Dabei legt er großen Wert auf ein klares Konzept und Vertrauen. Die A-Lizenz hat er fest im Blick – Weiterbildung ist für ihn ein Muss.
Die Regionalliga West im Fokus
Die Regionalliga West, in der der Wuppertaler SV spielt, ist die vierthöchste Liga im deutschen Fußball und hat eine lange Geschichte. Gegründet 1963, hat sie sich als eine bedeutende Plattform für Talente etabliert. Aktuell steht der SC Fortuna Köln an der Spitze, während der WSV sich in einer heiklen Situation befindet. Der Meister der Regionalliga West steigt direkt in die 3. Liga auf, was den Druck auf die Spieler und Trainer umso größer macht.
Mit 18 aktuellen Mannschaften ist die Liga ein Schmelztiegel für Fußballbegeisterte in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Die Herausforderung, in dieser Liga zu bestehen, ist groß, und der Druck, insbesondere in der Abstiegszone, wird jeden Tag spürbar. Rodrigues-Pires hat in seiner Zeit beim WSV sicherlich viel gelernt, doch ob seine nächsten Schritte ihn zurück an die Seitenlinie führen werden oder in andere Bereiche des Fußballs, bleibt abzuwarten.