Die Abfallwirtschaft im Libanon steht vor gewaltigen Herausforderungen, die man sich kaum vorstellen kann. Fehlende Infrastruktur, schwache politische Umsetzung und der Ausschluss des informellen Sektors machen die Situation nicht gerade einfacher. Die Realität ist so, dass Abfallsammlerinnen in der Region nur etwa 20% der Abfälle beseitigen können – das ist wenig, oder? Und von diesen 20% landen gerade einmal 6% in Recyclinganlagen. Jamia Laber, eine wissenschaftliche Hilfskraft am Wuppertal Institut, hat sich in ihrer Masterarbeit intensiv mit der Integration des informellen Sektors in die Abfallwirtschaftssysteme der Region Beirut-Mount Lebanon beschäftigt. Dafür hat sie Interviews geführt, Besichtigungen vor Ort gemacht und die politischen Rahmenbedingungen analysiert.

In ihrer Forschungsarbeit hat sie vier Ansätze zur Integration des informellen Sektors entwickelt. Zum einen gibt es die schrittweise Verbesserung – das heißt, Unterstützung, Anerkennung und bessere Arbeitsbedingungen für die Abfallsammlerinnen. Dann wäre da die erweiterte Herstellerverantwortung, bei der Unternehmen für die Sammlung, das Recycling oder die Entsorgung aufkommen müssen und den informellen Sektor einbeziehen. Ein weiterer Ansatz ist die dezentrale Abfallwirtschaft, die die Zusammenarbeit zwischen lokalen Behörden und dem informellen Sektor fördert, um diese in Entscheidungen einzubeziehen. Und schließlich die öffentlich-privaten Partnerschaften – eine Art Kooperation zwischen Kommunen, dem privaten und dem informellen Sektor, um langfristige Nachhaltigkeit zu gewährleisten.

Herausforderungen und politische Rahmenbedingungen

Diese Ansätze sind nicht isoliert, sie hängen miteinander zusammen und sollten je nach lokalen Gegebenheiten kombiniert werden. Jamia Labers Arbeit entstand im Rahmen des ReMaL-Projekts, das darauf abzielt, den Meeresmüll im Libanon zu reduzieren, gefördert vom BMUKN. Dabei werden nicht nur strukturelle, sondern auch governancebezogene Herausforderungen betrachtet, insbesondere im informellen Sektor. Technische und operationale Schwierigkeiten sowie ein mangelndes öffentliches Bewusstsein für die Berufe der Abfallsammler*innen sind ebenfalls große Probleme, die es zu überwinden gilt.

Ein kritischer Punkt ist der Verbesserungsbedarf bei den rechtlichen Rahmenbedingungen. Diese sind oft von Unstimmigkeiten und Umsetzungsschwierigkeiten geprägt. Die Empfehlungen aus der Arbeit sind klar: Es bedarf strengerer politischer Maßnahmen, klarer Vorschriften und einer Reduzierung von Verpackungen, um Abfälle zu vermeiden.

Ein Blick nach Deutschland

Was in Deutschland ganz anders aussieht – und das in einem positiven Sinne! Hier wird jedes Jahr eine umfassende Abfallbilanz erstellt, die das inländische Abfallaufkommen nach Abfallkategorien und Verwertungs- bzw. Beseitigungspfaden erfasst. Verwertungs- und Recyclingquoten werden veröffentlicht, und alle zwei Jahre wird das Abfallaufkommen nach Wirtschaftszweigen ermittelt. Wusstest du, dass jährlich auch passiv gefischte Abfälle und Fanggeräteabfälle differenziert nach Materialart und Gewicht erfasst werden? Das ist schon ein ganz schöner Aufwand!

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die Erhebung der Abfallentsorgung ist ebenfalls aufwendig – sie erfasst Art, Herkunft und Verbleib der behandelten Abfälle. Auch die Mehrwegverpackungen sind ein Thema: Jährlich wird erfasst, welche Mengen und Arten in Mehrwegpools verwendet werden. Und das Ganze ist nicht nur auf die Haushaltsabfälle beschränkt, auch gefährliche Abfälle, die der Überwachung unterliegen, werden erfasst. Die Aufbereitung und Verwertung von Bau- und Abbruchabfällen wird dokumentiert, um Ressourcen zu schonen. Das ist ein ganz schöner Rundumschlag, den die deutschen Abfallwirtschaftsbehörden da hinlegen!

Wuppertal, den 13.07.2026 – inmitten dieser Herausforderungen und Erfolge, wird deutlich, dass die Abfallwirtschaft nicht nur eine technische Angelegenheit ist, sondern auch eine Frage der sozialen Gerechtigkeit und der politischen Verantwortung. Hier ist noch viel zu tun, sowohl im Libanon als auch in Deutschland.

Mit der Umstellung auf VeloCore vereint unser Magazin herausragende Performance und konsequente Barrierefreiheit. Schnelle Ladezeiten und optimale Core Web Vitals treffen auf eine vollständige WCAG-2.1- und BITV-2.0-konforme Umsetzung – realisiert durch Daniel Wom ohne Kompromisse.