Die Welt der Erzieherinnen und Erzieher ist alles andere als langweilig. Gerade in Zeiten, in denen Künstliche Intelligenz (KI) viele Routinejobs in Verwaltungen und Büros bedroht, scheint der Beruf der Erzieherin oder des Erziehers eine sichere Wahl zu sein. Denn hier ist die menschliche Komponente entscheidend – die Kreativität, das Einfühlungsvermögen und die Fähigkeit, Kinder spielerisch zu fördern. In Wesel, wo die Evangelische Kindertagesstätte an der Blücherstraße ein Ausbildungsglück bietet, wird das besonders deutlich.

Mit viel Engagement und einem Lächeln im Gesicht absolvieren die beiden jungen Frauen Suad Khudher und Joelin Santamaria ihre praxisintegrierte Ausbildung (PiA). Suad, die 2017 aus dem Irak nach Deutschland kam, hat sich nach anfänglichen Überlegungen zur Krankenschwester für den Weg in die frühkindliche Bildung entschieden. Joelin hingegen bringt familiäre Wurzeln im sozialen Bereich mit und möchte besonders denen helfen, die in schwierigen Verhältnissen aufwachsen. Die Motivation dieser beiden ist spürbar und wird von Kita-Leiterin Carmen Peters und ihrer Vertreterin Michaela Kralik sehr gelobt. Ein großes Plus: Die PiA-Ausbildung bietet vom ersten Tag an eine Vergütung – im ersten Jahr sind das 1350 Euro brutto pro Monat. Ein echter Anreiz!

Attraktive Ausbildungsbedingungen

Die PiA-Ausbildung, die seit 2012 angeboten wird, hat viele Vorteile. Sie umfasst drei Jahre, in denen die angehenden Erzieherinnen sowohl praktische Erfahrung in der Kita als auch theoretisches Wissen in der Fachschule erlangen. Ein typisches Modell sieht vor, dass die Auszubildenden drei Tage in der Praxis arbeiten und zwei Tage in der Schule sind. Im Vergleich zur klassischen Erzieherausbildung, die oft nicht vergütet wird, ist das natürlich ein enormer Vorteil, denn dort erhält man erst im abschließenden Praktikum ein Gehalt.

Die Nachfrage nach der PiA-Ausbildung ist hoch, nicht zuletzt wegen des Fachkräftemangels in der Branche. Erzieherinnen und Erzieher haben kaum Angst vor Arbeitslosigkeit – ein Plus in diesen unsicheren Zeiten. Voraussetzung für den Einstieg ist ein Fachabitur oder eine abgeschlossene Lehre im relevanten Bereich sowie ein Ausbildungsplatz in einer sozialpädagogischen Einrichtung. Suad rät, bei Schwierigkeiten in der Ausbildung, eventuell zu einer anderen Kita zu wechseln. Das klingt nach einem klugen Plan!

Ein Blick in die Zukunft

Mit einem klaren Fokus auf die Verbindung von Theorie und Praxis ist die PiA-Ausbildung ein spannender Weg für alle, die sich für die Arbeit mit Kindern begeistern. Die Lerninhalte orientieren sich an der klassischen Erzieherausbildung und sind oft in fachrichtungsbezogene Bereiche gegliedert. Auch die Ausbildungsmodelle variieren – mal gibt es Blockunterricht, mal Unterricht ab Mittag. Diese Flexibilität kann helfen, die Ausbildung mit anderen Verpflichtungen in Einklang zu bringen.

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Was die finanzielle Seite angeht, erhalten die PiA-Praktikantinnen eine tariflich festgelegte Vergütung, die im Laufe der drei Jahre ansteigt. Von etwa 1140 Euro im ersten Jahr bis zu 1303 Euro im dritten Jahr. Und das Beste: Es besteht ein gesetzlicher Anspruch auf bezahlten Urlaub. Einige Arbeitgeber bieten sogar Sonderurlaub zur Prüfungsvorbereitung an. So wird die Ausbildung nicht nur finanziell, sondern auch organisatorisch attraktiv gestaltet.

Die Zukunft der frühkindlichen Bildung in Deutschland sieht vielversprechend aus. Mit engagierten jungen Menschen wie Suad und Joelin, die sich mit Herz und Verstand für die nächste Generation einsetzen, gelingt es, die Herausforderungen der Branche zu meistern. Der Weg zur Erzieherin ist ein wichtiger und wertvoller Schritt, der nicht nur den Kindern zugutekommt, sondern auch der gesamten Gesellschaft. Und wer weiß? Vielleicht wird der Beruf bald sogar noch mehr Anerkennung und Wertschätzung erfahren, als er es schon jetzt hat.