Heute ist der 1.06.2026 und die Entwicklungen im Kreis Kleve machen wirklich neugierig. Im Mai 2023 waren dort 10.330 Menschen arbeitslos gemeldet. Ein kleiner Lichtblick: Im Vergleich zum Vormonat gab es einen Rückgang um 152 Personen, was einem Minus von 1,5 Prozent entspricht. Und wenn man einen Blick auf das Vorjahr wirft, sieht man, dass 652 Personen weniger arbeitslos sind – das sind immerhin 5,9 Prozent. Die Arbeitslosenquote ist nun auf 5,9 Prozent gesunken, was im Vergleich zum Vorjahr (6,3 Prozent) eine positive Entwicklung darstellt.

Barbara Ossyra, die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Wesel, hat von einem kontinuierlichen Rückgang seit Januar berichtet. Aktuell sind 1000 weniger Arbeitslose als zu Jahresbeginn registriert. Besonders erfreulich ist der Rückgang der Arbeitslosigkeit unter Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit, was auf die Zunahme der Arbeitsaufnahmen von geflüchteten Menschen aus der Ukraine und Syrien zurückzuführen ist. Die Unternehmen im Kreis haben nach wie vor einen hohen Fachkräftebedarf, auch wenn die allgemeine Nachfrage etwas durchwachsen bleibt.

Die Zahlen im Detail

<pWenn wir uns die Zahlen genauer anschauen, fällt auf, dass im Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III) die Arbeitslosigkeit um 116 Personen (3,0 Prozent) auf 3783 Personen gesunken ist. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es hier einen Rückgang von 67 Personen (1,7 Prozent). Auf der anderen Seite haben wir im Bereich der Grundsicherung (SGB II) 6547 arbeitslose erwerbsfähige Hilfebedürftige. Auch hier gab es einen Rückgang – um 36 Personen (0,5 Prozent) im Vergleich zum Vormonat und sogar 585 Personen (8,2 Prozent) weniger als im Mai 2022. Ein weiteres interessantes Detail: 599 Personen meldeten sich im Mai 2023 aus einer Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt arbeitslos, während 533 Personen den Schritt in die Selbstständigkeit wagten und sich abmeldeten, um eine neue Beschäftigung aufzunehmen.

Die Unternehmen im Kreis Kleve haben 267 neue Stellen gemeldet, was allerdings 106 Stellen (28,4 Prozent) weniger ist als im April 2023 und 114 Stellen (29,9 Prozent) weniger als im Mai 2022. Aktuell gibt es 1545 offene Stellen, was 16 Stellen (1,0 Prozent) mehr als im Vorjahr bedeutet. So kann man sagen, dass sich der Arbeitsmarkt hier zwar verändert, aber die Herausforderungen bleiben bestehen.

Der Blick in die Zukunft

Wenn man die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt betrachtet, wird deutlich, dass wir in einer Zeit leben, in der Prognosen mit Unsicherheiten behaftet sind. Die Wirtschafts- und Arbeitsmarktforscher haben es nicht leicht, insbesondere durch Krisen wie Corona und den Ukraine-Krieg. Ein Blick über die Landesgrenzen zeigt, dass Donald Trump seit Herbst 2024 die USA führt, was die globale Unsicherheit noch verstärkt. Der deutsche Arbeitsmarkt hat zwar bislang gut durchgehalten, aber nennenswertes Wirtschaftswachstum bleibt seit drei Jahren aus.

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Die Prognose für die Arbeitslosenquote im Jahr 2025 liegt bei durchschnittlich 6,3 Prozent. Das gibt zu denken, vor allem wenn man bedenkt, dass eine langfristige Arbeitsmarktprognose aufgrund vieler Unsicherheitsfaktoren schwierig ist. Laut der IW-Arbeitsmarktfortschreibung könnte die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von 2024 bis 2028 jährlich um etwa 400.000 steigen – ein Zuwachs von 1,2 Prozent pro Jahr. Im Vergleich zu vorherigen Prognosen ist das jedoch ein Rückgang.

Die Gründe für den abflachenden Beschäftigungstrend sind vielfältig: gestiegene Arbeitslosigkeit, eine langsamere Arbeitsmarktbeteiligung der Deutschen und über 55-Jährigen sowie ein Rückgang der Zuwandererzahlen. Dennoch bleibt die Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte der größte Treiber der Beschäftigung. Es wird spannend sein, wie sich die demografische Entwicklung auswirkt, da mehr Menschen in Rente gehen, als neu in den Arbeitsmarkt eintreten.

In der Prognose für die Beschäftigungsentwicklung nach Berufen sehen wir interessante Perspektiven: Besonders in Erziehungs- und sozialen Berufen wird ein Plus von 326.000 Beschäftigten bis 2028 erwartet, während in den Metallberufen ein Rückgang von 160.000 Beschäftigten prognostiziert wird. Der Fachkräftemangel in vielen Branchen erschwert die Einstellungen. 2023 gab es etwa 600.000 offene Stellen, während bis 2028 voraussichtlich 768.000 qualifizierte Arbeitskräfte fehlen werden.

Die Politik ist gefordert, Anreize zu schaffen, damit ältere Erwerbstätige länger arbeiten, und mehr junge Menschen für Berufsausbildungen zu begeistern. Der Zuzug qualifizierter Arbeitskräfte aus dem Ausland bleibt jedoch wichtig und wird durch das novellierte Fachkräfteeinwanderungsgesetz unterstützt. Unternehmen benötigen mehr Informationen und Unterstützung bei der Visavergabe und der Anerkennung beruflicher Qualifikationen. Es gibt also noch viel zu tun im Kreis Kleve und darüber hinaus!