In Viersen tut sich was – und das nicht nur beim feinen Kaffee am Sonntagmorgen. Ein Pilotprojekt hat die Stadt ein Stück weit umweltfreundlicher gemacht, zumindest, was die Abfallentsorgung angeht. An viel frequentierten Stellen, wie den Busbahnhöfen in Alt-Viersen, Dülken und Süchteln sowie am Bahnhofsvorplatz, wurden eigens Halterungen für Pfandflaschen installiert. Der Antrag kam von der CDU-Ratsfraktion, die damit „Pfandsammlern“ die Suche nach Leergut erleichtern wollte. Doch die Bilanz der Stadtverwaltung fällt eher ernüchternd aus: Die Nutzung dieser Halterungen blieb hinter den Erwartungen zurück. Für rund 2830 Euro wurden insgesamt zehn Halterungen angeschafft – ein kleiner Preis für einen großen Effekt, könnte man denken. Aber die Hoffnung, dass sich die Halterungen als nützlich erweisen, bleibt bestehen, auch wenn keine zusätzlichen Pfandringe geplant sind.
Was für die Halterungen gilt, das trifft auch auf die Pfandringe zu, die kürzlich von den städtischen Betrieben an denselben Standorten montiert wurden. Diese Ringe sind dafür gedacht, leere Pfandflaschen sicher abzustellen, anstatt sie in die Abfalleimer zu werfen. Ein echter Gewinn für die Pfandsammler, die sich damit das mühselige Fischen aus dem Müll sparen können. Die Ringe hängen an Laternen und in der Nähe öffentlicher Abfalleimer; ein Aufkleber mit der Aufschrift „Pfand gehört daneben“ erklärt den Sinn der Sache. Die Entscheidung zur Installation fiel im Februar 2024, und das Ganze war – wie sollte es anders sein – eine Reaktion auf einen Antrag der CDU-Fraktion. Ursprünglich sollten die Ringe schon im Sommer aufgehängt werden, aber Lieferprobleme haben das Ganze etwas verzögert.
Ein Blick in die Zukunft
Die Stadtverwaltung hat beschlossen, die Erfahrungen aus diesem Testlauf zu dokumentieren und im Jahr 2025 einen Bericht vorzulegen. Darin wird man Empfehlungen finden, wie es weitergehen könnte. Und das ist wichtig, denn die Herausforderungen im Bereich der Abfallwirtschaft sind groß. Häufig landen Pfandflaschen einfach im Müll, obwohl sie das nicht sollten. Ein Umstand, der nicht nur die Umwelt belastet, sondern auch die Pfandsammler, die oft wie die Geier um die Container kreisen. Ein Ansatz zur Verbesserung könnte die Einführung einer Pfandpflicht für alle Getränkesegmente sein – so wie es bereits in vielen anderen Ländern der Fall ist.
Eine Studie des bifa Umweltinstituts im Auftrag des Umweltbundesamtes hat gezeigt, dass die Rückgabe von Getränkeflaschen tatsächlich zur Umweltverbesserung beiträgt. Die Pfandpflicht auf Einwegverpackungen hat dazu geführt, dass weniger Müll auf unseren Straßen und Plätzen landet. Und das ist kein kleines Thema! Mehrwegflaschen aus PET sind umweltfreundlicher als die üblichen Einwegflaschen oder -dosen, was uns zum Nachdenken anregen sollte. UBA-Präsident Jochen Flasbarth hat die Vorteile von Mehrwegflaschen klar benannt, und das sollten wir nicht ignorieren.
Die Diskussion um Abfallvermeidung und Recycling wird uns also noch lange begleiten. In Viersen hat man mit den Pfandflaschenhalterungen und -ringen einen ersten Schritt gewagt. Wie wir sehen, ist der Weg zur umweltfreundlicheren Stadt steinig, aber jeder kleine Schritt zählt. Vielleicht wird der nächste Bericht ja eine positive Überraschung bringen, wer weiß?