Ein großer Moment für die Martinstradition im Rheinland! Diese lebendige und tief verwurzelte Tradition, die uns mit so vielen Erinnerungen an unsere Kindheit verbindet, wurde nun offiziell in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Deutschland aufgenommen. Die Kulturministerkonferenz der Länder und der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien haben diese Entscheidung getroffen, und die Freude darüber ist einfach nicht in Worte zu fassen. Die deutsche Unesco-Kommission hat die frohe Botschaft im März in Bonn bekannt gegeben und damit einen weiteren Meilenstein in der Geschichte dieser Tradition gesetzt.

Maßgeblich an dieser Bewerbung beteiligt waren René Bongartz aus Brüggen und Jeyaratnam Caniceus aus Kempen. Die beiden haben 2017 eine Versammlung für Martinsvereine in Brüggen organisiert, um lokale Besonderheiten zu sammeln. So kam es, dass 2018 die Martinstradition im Rheinland bereits als immaterielles Kulturerbe des Landes NRW anerkannt wurde. Mittlerweile gehört der Dachverband Martinsbund über 120 Vereinen an, die sich mit Herz und Seele für den Erhalt und die Pflege dieser Tradition einsetzen.

Ein feierlicher Moment in Schwerin

Am 16. Juli dieses Jahres war es dann soweit: Eine fünfköpfige Delegation des Martinsbundes reiste nach Schwerin, um die Ernennungsurkunde zur Aufnahme in das bundesweite Verzeichnis entgegenzunehmen. Diese Auszeichnung wird als bedeutende Würdigung eines über 160 Jahre gewachsenen Brauchtums angesehen. Wer hätte gedacht, dass der erste Martinsumzug in heutiger Form bereits 1867 in Dülken stattfand? Ein kleiner, aber feiner Anfang, der sich über die Jahre zu einem bunten Fest entwickelt hat, an dem viele Menschen teilnehmen.

Die Teilnahme an Umzügen und Aktivitäten der Martinstradition ist für alle Menschen offen! Das ist das Schöne daran. Ortsvereine, Schulen und Kindertageseinrichtungen bereiten Laternen und Lieder vor, und die Kinder freuen sich jedes Jahr aufs Neue auf die Mantelteilung. Besonders die Heischebräuche, bei denen die Kleinen von Haus zu Haus ziehen, um ein Lied zu singen oder einen Spruch aufzusagen, sind ein großer Hit. Dafür gibt es dann kleine Gaben – so wird die Vorfreude auf den Martinstag richtig lebendig!

Ein starkes Netzwerk für die Zukunft

Der Martinsbund plant, sein bestehendes Netzwerk weiterzuentwickeln. Die Ziele sind klar: eine stärkere Vernetzung der Akteure der rheinischen Martinstradition, der Ausbau der Zusammenarbeit auf europäischer Ebene und ein intensiver Austausch mit anderen Martinstraditionen in Deutschland. Der Martinsbund versteht sich als Plattform zur Zusammenführung von Menschen, Vereinen und Initiativen. Die kulturelle Bedeutung der Martinstraditionen soll sichtbar gemacht und dauerhaft gestärkt werden.

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Im September werden Vertreter des Martinsbundes sogar nach Ungarn reisen, dem Geburtsland von Martin! Das ist nicht nur ein schöner Austausch, sondern auch eine Möglichkeit, die Traditionen in einem internationalen Kontext zu beleuchten. Diese Vernetzung ist wichtig, denn es gibt zahlreiche Martinstraditionen in Deutschland und Europa, die in unterschiedlichen Formen praktiziert werden.

Ein Teil des immateriellen Kulturerbes

Die Martinstradition ist nicht allein. Sie reiht sich ein in eine Liste von fünf neu eingetragenen Traditionen im bundesweiten Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes, darunter auch die Bolzplatzkultur und das Herrenschneiderhandwerk. Der Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hebt die Rolle des Immateriellen Kulturerbes für das kulturelle Selbstverständnis hervor. Eine spannende Zeit für all die, die sich für den Erhalt und die Pflege solcher Traditionen einsetzen!

Die Einschreibung der Martinstradition im Rheinland dient nicht nur der eigenen Identität, sondern auch der Vernetzung mit anderen Trägergruppen und dem fachlichen Austausch. Deutschland hat mittlerweile zehn Einträge auf den internationalen UNESCO-Listen des Immateriellen Kulturerbes. Das zeigt, wie lebendig und wandlungsfähig kulturelle Ausdrucksformen sind. Und das ist doch etwas, worauf wir stolz sein können!

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