In einer Zeit, in der Erinnerungen oft verblassen, gibt es Orte, die Geschichten erzählen, die in den Mauern verwoben sind. Die LVR-Klinik für Orthopädie in Viersen, wo einst die Krüppelheilanstalt gegründet wurde, ist so ein Ort. Hier, in Süchteln, öffnete die orthopädische Anstalt am 5. August 1921 ihre Türen. Zwei Kölner Mädchen waren die ersten Patientinnen, und sie trugen die Hoffnung auf Heilung in ihren Herzen. Ein Ort, geboren aus der Notwendigkeit, in einer kriegsgebeutelten Zeit, als die Betreuung von verkrüppelten Kindern dringend notwendig war. Der Landesfürsorgeverband der Rheinprovinz erkannte die Not und legte den Grundstein für eine Einrichtung, die sich über ein Jahrhundert hinweg zu einer der größten Kinderkliniken Deutschlands entwickeln sollte.

Heute, am 6. Mai, findet eine besondere Filmvorführung unter dem Titel „Et Krüppelheim“ statt. Im festlichen Ambiente des Festsaals der Klinik wird um 18 Uhr die bewegte Geschichte der LVR-Klinik erzählt. Beatrix Wolters, eine leidenschaftliche Geschichtenerzählerin, wird uns mit auf eine Reise nehmen, die die Entwicklung dieser Institution von den Anfängen bis zur modernen Zeit nachzeichnet. Der Eintritt ist frei, und eine Anmeldung ist nicht erforderlich – einfach vorbeikommen und eintauchen in die Vergangenheit.

Ein Blick in die Geschichte

Der erste Direktor der Klinik, Dr. Ludwig Roeren, war nicht nur ein engagierter Arzt, sondern auch ein passionierter Fotograf und Filmer. Seine Aufnahmen und die Interviews mit Zeitzeugen werden im Film präsentiert, ergänzt durch historisches Film- und Fotomaterial aus den 20er-Jahren. Die Klinik erlebte eine rasante Entwicklung: Bis 1923 erreichte man eine Höchstbelegung von 200 Patientinnen, und bis 1927 wurden zusätzliche Gebäude errichtet, um den wachsenden Bedürfnissen gerecht zu werden. Damals standen die Behandlungsmethoden ganz im Zeichen von Freiliegekuren und Bettunterricht – eine Art Schule für die bettlägerigen Kinder, die sich auch kulturell und sportlich betätigen konnten.

Doch nicht nur der Film wird heute Abend ein Highlight sein. Diese Veranstaltung markiert auch den Auftakt zum „Tag der offenen Tür“, der am kommenden Samstag, dem 9. Mai, von 11 bis 15 Uhr stattfindet. Historische Spaziergänge mit Beatrix Wolters werden um 11:30 Uhr und 14 Uhr angeboten – eine wunderbare Gelegenheit, die Klinik und ihre Geschichte hautnah zu erleben. Wer mehr über die bewegte Vergangenheit erfahren möchte, kann das Buch „Et Krüppelheim – Eine Zeitreise durch die bewegte Geschichte der LVR-Klinik für Orthopädie Viersen“ in lokalen Buchhandlungen oder beim Verein für Heimatpflege Viersen erwerben.

Ein modernes Kompetenzzentrum

Die LVR-Klinik für Orthopädie hat sich über die Jahrzehnte hinweg weiterentwickelt und ist heute ein modernes Kompetenzzentrum. Jährlich werden etwa 3000 Patientinnen behandelt, von denen mehr als 2000 operativ versorgt werden. Das Behandlungsspektrum reicht von Knie-, Hüft- und Schulterendoprothetik bis hin zu Bandscheibenchirurgie und Fußchirurgie. Auch ambulante Operationen sind für kleinere Eingriffe möglich. Die Klinik bietet zudem nicht-operative Behandlungen für akute Wirbelsäulen- und Schmerzpatientinnen an. Ein wahrhaft beeindruckendes Spektrum, das zeigt, wie weit die Medizin gekommen ist und wie wichtig es ist, das Patientinnenwohl stets im Fokus zu haben.

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Historische Reisen wie die, die heute Abend begonnen wird, sind nicht nur eine Rückschau in die Vergangenheit, sondern auch ein Spiegelbild der aktuellen Debatten über die Gesundheitsversorgung. Fragen, die uns heute beschäftigen, hatten ihre Wurzeln oft in der Geschichte der Krankenhäuser. Die Deutsche Gesellschaft für Krankenhausgeschichte, gegründet 1963, widmet sich diesen Themen und bietet eine Plattform für Forschungen und Initiativen zur Hospital- und Krankenhausgeschichte. Solche Veranstaltungen sind eine wunderbare Möglichkeit, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen und gleichzeitig die Zukunft der Gesundheitsversorgung zu gestalten.