Am Sonntag, dem 10. Mai, um 11 Uhr, wird im Theater des Museum Schloss Cappenberg eine bemerkenswerte Ausstellung eröffnet: „Unter Tage. Kumpel und Kohle im Ruhrgebiet“. Diese Präsentation nimmt die Besucher mit auf eine visuelle Reise durch die Geschichte des Bergbaus, der eine prägende Rolle am östlichen Rand des Ruhrgebiets gespielt hat. Der Eintritt am Eröffnungstag ist frei – eine hervorragende Gelegenheit für alle, die sich für die Kultur und Geschichte der Region interessieren.
Die Werke des Künstlers Alfred Schmidt, der von 1930 bis 1997 lebte und in Gelsenkirchen-Buer verstarb, stehen im Mittelpunkt dieser Ausstellung. Schmidt reflektiert in seinen Arbeiten den tiefgreifenden Strukturwandel des Ruhrgebiets, der ab den 1960er- und 1970er-Jahren einsetzte, als Schlüsselindustrien wie der Kohlebergbau und die Stahlindustrie an Bedeutung verloren. Mit einem präzisen, expressiven Realismus dokumentiert er die Industriearchitektur und die Menschen, die in dieser von Wandel geprägten Zeit lebten und arbeiteten.
Alfred Schmidt und seine Kunst
Alfred Schmidt studierte Design, Malerei und Architektur in Wuppertal und begann ab 1975, in den Bergwerken des Ruhrgebiets zu malen und zu zeichnen. Seine Kunstwerke thematisieren nicht nur den Bergbau, sondern auch das Zusammenspiel von Industrie und Natur sowie Fragen zur Erinnerungskultur. Diese Aspekte sind besonders relevant, wenn man bedenkt, dass der Anteil der Ruhrgebietskohle an der globalen Steinkohleproduktion von etwa 8% im Jahr 1955 auf einen sehr geringen Anteil heute gesunken ist. Der letzte Bergwerksschacht wurde 2018 geschlossen, was den endgültigen Ausstieg aus dem hochsubventionierten Steinkohlebergbau markierte.
Die Eröffnung der Ausstellung wird von Landrat Mario Löhr, Kulturdezernent Philipp Reckermann, Marion Freitag und Arne Reimann begrüßt und musikalisch begleitet von Norbert Labatzki und Anke Göntgen. Die Ausstellung ist bis zum 25. Oktober 2026 während der regulären Öffnungszeiten im Museum zu sehen. Es ist eine hervorragende Gelegenheit für Jung und Alt, sich mit Themenführungen und Specials näher mit der Geschichte des Bergbaus auseinanderzusetzen.
Der Strukturwandel im Ruhrgebiet
Der Strukturwandel im Ruhrgebiet führte dazu, dass zwischen 1980 und 2000 rund 500.000 Arbeitsplätze im produzierenden Gewerbe verloren gingen. Gleichzeitig konnten im Dienstleistungssektor kontinuierliche Zuwächse verzeichnet werden, sodass heute über 80% der Beschäftigten im tertiären Sektor tätig sind. Dieser Wandel hat nicht nur die wirtschaftliche Landschaft verändert, sondern auch die kulturelle Identität der Region beeinflusst.
In den letzten zwei Jahrzehnten haben zahlreiche Existenzgründungen in Bereichen wie Energie, Umwelt, Informations- und Kommunikationstechnik sowie Medizin und Mikroelektronik stattgefunden. Neue Technologiezentren und Forschungsanstalten wurden eingerichtet, um den Übergang zum Wissensstandort zu unterstützen. Die Entwicklung des Ruhrgebiets hin zu einer bedeutenden Kulturlandschaft mit zahlreichen Sprech-, Musik- und Tanzbühnen, Kulturfestivals und Museen ist ein weiterer wichtiger Aspekt dieses Wandels. Über 50 Industriedenkmäler bilden die „Route der Industriekultur“, die Besucher an die industrielle Vergangenheit der Region erinnert.
Die Ausstellung „Unter Tage“ ist somit nicht nur eine Hommage an die Geschichte des Bergbaus, sondern auch ein Stück lebendige Erinnerungskultur, die den Strukturwandel des Ruhrgebiets in den Fokus rückt und die Wechselbeziehungen zwischen Mensch und Industrie thematisiert. Für weitere Informationen zur Ausstellung und zum Rahmenprogramm besuchen Sie bitte die Website des Museums.