In der Welt des Handwerks gibt es Geschichten, die Mut machen. Eine solche ist die von Juana Bleker. Sie hat sich in den 1990er-Jahren nach ihrem Abitur um eine Ausbildung im Sanitär-Heizung-Klima-Großhandel beworben und damit einen wahren Pioniergeist bewiesen. Als erstes Mädchen in ihrer Filiale musste sie sich erst mal die Sprache des Handwerks aneignen. Das war nicht immer einfach, aber sie hat durch harte Arbeit und Engagement alle Abteilungen durchlaufen und ihre Stärken in Zahlen und Organisation entdeckt. Die Ausbildung verkürzte sie und machte das, was viele als Herausforderung betrachten würden: ein Studium zur Diplom-Betriebswirtin.

Nach der Geburt ihres Kindes wagte sie den Sprung in die Selbstständigkeit und bot Bürodienstleistungen für Handwerksbetriebe an. 2010 übernahm sie dann gemeinsam mit ihrem Mann einen Betrieb, der schließlich 2015 zur Bleker Haustechnik GmbH in Bocholt wurde. Juana ist Gesellschafterin, während ihr Mann die Geschäftsführung innehat. Ihre Verantwortung erstreckt sich über Finanzen, Personal und den kaufmännischen Bereich. In der Betriebsführung legt sie großen Wert auf Verantwortung, Offenheit, Ehrlichkeit und Wertschätzung – Werte, die in der heutigen Zeit mehr denn je gefragt sind.

Frauen im Handwerk – Ein Schritt in die Zukunft

Obwohl Frauen in Führungsrollen im Handwerk sichtbarer werden, gibt es nach wie vor alte Muster, die nicht so leicht zu durchbrechen sind, etwa im Kontakt mit Banken. Juana Bleker engagiert sich seit 2007 bei den UnternehmerFrauen im Handwerk (UFH) und wurde 2021 zur 1. Vorsitzenden des UFH NRW gewählt. Sie setzt sich für den fehlenden gesetzlichen Mutterschutz für Selbstständige ein und arbeitet aktiv an der Weiterentwicklung von Strukturen und Projekten im Handwerk. In der Vollversammlung der Handwerkskammer bringt sie sich ein, behandelt Themen wie Ausbildung, Fachkräftesicherung und Digitalisierung.

Was Juana besonders am Herzen liegt, ist die Förderung junger Frauen im Handwerk. Sie appelliert an diese, sich zu engagieren, zu vernetzen und stolz auf ihre Berufe zu sein. Die UFH unterstützt Frauen im Handwerk durch Vernetzung und Wissensaustausch – eine wichtige Initiative, um Frauen den Zugang zu diesem oft als Männerdomäne geltenden Bereich zu erleichtern. In Nordrhein-Westfalen gibt es rund 18 regionale Arbeitskreise, die regelmäßig Treffen und Workshops organisieren.

Ein Blick auf die Zahlen

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Der Frauenanteil unter den Auszubildenden im Handwerk liegt im Jahr 2024 bei gerade einmal 17,3 Prozent. In gewerblich-technischen Berufen sind Frauen oft unterrepräsentiert. Doch in kreativen Handwerksberufen sieht das ganz anders aus: Bei den Maßschneiderinnen sind es beeindruckende 83,3 Prozent, bei Goldschmiedinnen 75,7 Prozent und bei Konditorinnen sogar 84,8 Prozent. Auch im Gesundheitsbereich sind Frauen stark vertreten, etwa bei Zahntechnikerinnen mit 65,8 Prozent oder Augenoptikerinnen mit 69,8 Prozent.

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Erfreulicherweise gibt es eine Zunahme junger Frauen in Berufen wie Kraftfahrzeugmechatronikerin, Tischlerin oder Malerin und Lackiererin. Der Friseurberuf hat den höchsten Anteil weiblicher Auszubildender im Handwerk. Das sind alles positive Zeichen, die Hoffnung machen, dass die Zukunft des Handwerks weiblicher wird! Und auch wenn noch nicht alles Gold ist, was glänzt, so gibt es doch viele Frauen, die mit Leidenschaft und Engagement dafür kämpfen, dass sich die Rahmenbedingungen für alle verbessern.

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