Heute ist der 20.06.2026 und wir sind hier in Solingen, wo es immer etwas zu berichten gibt. Insbesondere in der Pflege, einem Bereich, der oft viel zu wenig Beachtung findet, gibt es ständig neue Entwicklungen und Herausforderungen. Ein zentrales Thema, das Pflegekräfte und Angehörige gleichermaßen beschäftigt, ist die Medikamentengabe. In der Pflege müssen viele Pflegebedürftige täglich mehrere Medikamente einnehmen, und hier kann so einiges schiefgehen. Um die Arzneimittelsicherheit zu erhöhen und Fehler zu vermeiden, wurde die 6-R-Regel ins Leben gerufen. Sie fungiert als eine Art Kompass für Pflegekräfte.

Die 6-R-Regel beinhaltet sechs entscheidende Punkte: Zuerst der richtige Patient – hier wird die Identität durch Name, Geburtsdatum oder Patientenarmband überprüft. Dann folgt das richtige Medikament, bei dem ein Abgleich mit der ärztlichen Verordnung unumgänglich ist. Auch die richtige Dosierung spielt eine zentrale Rolle, schließlich will niemand zu viel oder zu wenig verabreichen. Der richtige Zeitpunkt ist ebenso wichtig, um die Medikamente zur festgelegten Uhrzeit oder in den korrekten Intervallen zu geben. Auch die richtige Verabreichungsform muss gesichert werden – sei es oral, intravenös oder auf eine andere Weise. Und nicht zu vergessen: die richtige Dokumentation, die eine lückenlose Erfassung der Medikamentengabe sicherstellt.

Die Erweiterung zur 10-R-Regel

Doch damit nicht genug! Die 10-R-Regel, die eine erweiterte Version der 6-R-Regel darstellt, wurde vom Averosa-Institut entwickelt und geht noch weiter. Neben den sechs Punkten kommen vier neue hinzu: die richtige Anwendungsdauer, die richtige Aufbewahrung, das richtige Risikomanagement und die richtige Entsorgung. Diese Erweiterung ist besonders in komplexen Situationen hilfreich – zum Beispiel, wenn mehrere Medikamente gleichzeitig verabreicht werden müssen. Pflege.de empfiehlt in bestimmten Fällen sogar, die Medikamentengabe an qualifiziertes Personal abzugeben, insbesondere bei Injektionen oder komplexer Medikation.

Es ist wichtig zu wissen, dass die Medikamentengabe auch von einem Arzt verordnet werden kann und somit zur medizinischen Behandlungspflege gehört. Bei Unsicherheiten sollten Angehörige nicht zögern, die Behandlungspflege in Anspruch zu nehmen. Und wenn es doch zu einer falschen Medikamentengabe kommt? Dann heißt es sofort handeln: Den zuständigen Arzt informieren oder im Notfall den Notarzt rufen!

Arzneimitteltherapiesicherheit ernst nehmen

Die Risiken, die mit der Anwendung von Arzneimitteln verbunden sind, sind nicht zu unterschätzen. Die Erfolge der modernen Medizin, die auf Arzneimitteltherapie basieren, haben neue Behandlungsmöglichkeiten in vielen Indikationsbereichen eröffnet. Allerdings zeigen zahlreiche Studien, dass ungenügend kontrollierte Risiken zu vermeidbarer Morbidität und sogar Mortalität führen können. Dies ist nicht nur ein deutsches, sondern ein globales Phänomen. Die WHO hat in ihrem Bericht „Research on Patient Safety“ die Notwendigkeit von Forschung und Intervention betont.

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In Deutschland bündelt der Aktionsplan zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) verschiedene Maßnahmen auf Bundesebene. Besonders in Alten- und Pflegeheimen treten unerwünschte Arzneimittelereignisse (UAE) häufig auf. Bewohner in diesen Einrichtungen sind oft multimorbide und verwenden mehr als fünf verschiedene Arzneimittel, was die Gefahr von Wechsel- und Nebenwirkungen erheblich erhöht. Ein Vorläuferprojekt zum AMTS-AMPEL-Projekt hat bereits arzneimittelbezogene Probleme dokumentiert und die Sicherheitskultur in Alten- und Pflegeheimen eingeschätzt.

Eine multidisziplinäre Intervention zur Verbesserung der AMTS wurde entwickelt und evaluiert. Das AMTS-AMPEL-Projekt zielt darauf ab, unerwünschte Arzneimittelwirkungen zu quantifizieren und durch gezielte Interventionen zu reduzieren. Dabei wird die Machbarkeit, Wirksamkeit und Nachhaltigkeit der Maßnahmen genau unter die Lupe genommen.

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