In der malerischen Region Soest bahnt sich eine spannende Kooperation zwischen der Fachhochschule Südwestfalen und den Soester Wiesenhähnchen an. Ziel dieser Zusammenarbeit ist nicht nur die wissenschaftliche Begleitung des Tierwohls in der Hähnchenmast, sondern auch die Stärkung der regionalen Vermarktung. Besonders interessant ist, dass die Studierenden der Fachhochschule 400 Masthähnchen in einem neuartigen Mobilstall untersuchen werden. Dabei stehen Futteraufnahme, Verhalten und die Entwicklung in der Freilandhaltung im Fokus.

Die Soester Wiesenhähnchen erweitern ihr Angebot um den Betriebszweig „Wiesenhähnchen“. Diese Hähnchen wachsen langsamer heran – in 60 Tagen statt der üblichen 30 – und werden unter tiergerechten Bedingungen gehalten. Um den Kunden den Zugang zu diesen hochwertigen Produkten zu erleichtern, wurde ein Online-Shop für Vorbestellungen eingerichtet. Die erste Lieferung ist für das Wochenende vom 24. bis 26. April geplant. Außerdem können die Kunden das Fleisch auch über Verkaufsautomaten am Hof in Ruploh beziehen.

Ein Stall der Zukunft

Der neue Stall der Fachhochschule ist mit modernster Technik ausgestattet: eine Solaranlage, eine automatische Fütterung sowie eine erhöhte Liegefläche und eine Alarmanlage sorgen für optimale Bedingungen. Die Hühner haben täglich zehn Stunden Zugang zur Wiese, und eine App überwacht Futter- und Wasseraufnahme. Das Ziel der Kooperation ist es, die Tierhaltung zukunftsfähig zu gestalten und Transparenz in der Lebensmittelproduktion zu schaffen. Diese Initiative wird durch das EU-Programm „Zekan 2/L“ gefördert, welches Forschungs- und Infrastrukturmittel bereitstellt.

Die Nachfrage nach regional erzeugtem Fleisch hat in den letzten Jahren, besonders während der Pandemie, stark zugenommen. Diese Entwicklung spiegelt sich auch im Markt für Bio-Masthähnchen wider, der kontinuierlich wächst. In Deutschland liegt der Bio-Anteil bei lediglich 2 %, während er in Österreich bei 22 % liegt. Verbraucher legen zunehmend Wert auf hohe Tierwohlstandards, regionale Herkunft und kurze Transportwege – Aspekte, die in der Soester Initiative besonders betont werden.

Haltungssysteme und Tierwohl

Die Bio-Masthähnchenhaltung orientiert sich an den natürlichen Bedürfnissen der Tiere. Laut EU-Bio-Verordnung dürfen maximal 4.800 Tiere pro Einheit gehalten werden, mit bis zu drei Einheiten pro Betrieb. Ein typisches Haltungssystem umfasst 9.600 bis 12.800 Tiere mit einem Vormast. Die Stallfläche variiert je nach Endgewicht und muss ausreichend Auslauf von 4 m² pro Tier bieten, der ab dem 29. Lebenstag jederzeit zugänglich sein muss.

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Technisch setzt die Bio-Masthähnchenhaltung auf automatisierte Systeme und intensive Tierbeobachtung. Regelmäßige Kontrollen sind Pflicht, um den Tieren ein optimales Umfeld zu bieten. Die Fütterung erfolgt in der Regel mit Bio-Fertigfutter, und das Schlachtalter beträgt etwa 56 bis 62 Tage.

Ein Blick in die Zukunft

Die Kooperation zwischen der Fachhochschule Südwestfalen und den Soester Wiesenhähnchen ist ein Schritt in die richtige Richtung, um Tierwohl und Wissenschaft zu vereinen. In einer Zeit, in der nachhaltige Landwirtschaft und transparente Lebensmittelproduktion immer wichtiger werden, ist es entscheidend, einen Konsens zwischen Verbrauchererwartungen und landwirtschaftlichen Praktiken zu erreichen. Forschung im Bereich der Tierwissenschaften spielt dabei eine zentrale Rolle und trägt dazu bei, dass die Landwirtschaft zukunftsfähig bleibt.

Besonders hervorzuheben ist das kürzlich in Kraft getretene Gesetz zur staatlichen, verpflichtenden Tierhaltungskennzeichnung. Dieses Gesetz soll Transparenz über die Haltungsformen von Tieren schaffen und den Verbrauchern helfen, bewusste Kaufentscheidungen zu treffen. In einem Markt, der zunehmend auf regionale und tierfreundliche Produkte setzt, sind Initiativen wie die in Soest nicht nur begrüßenswert, sondern auch notwendig.