Soest rollt vorwärts: Neues Radwegekonzept verbindet Mobilität und Umweltschutz
Heute ist der 18.06.2026 und die Stadt Soest hat wieder einmal bewiesen, dass sie sich aktiv mit der Verbesserung ihrer Infrastruktur auseinandersetzt. Im Stadtentwicklungsausschuss wurde kürzlich eine neue Variante für die Veloroute 3 diskutiert, die die Fortführung der WLE-Trasse vorsieht. Ein wichtiger Schritt, der nicht nur den Radverkehr fördern, sondern auch die Mobilität in der Stadt neu gestalten könnte.
Die Detailplanung war bereits in der Sitzung im April umstritten. Besonders die Bedenken der Grünen – die sich um das achtprozentige Gefälle der Rampe drehten – wurden erneut laut. In der aktuellen Sitzung wurde jedoch beschlossen, dass der Radverkehr in diesem Bereich nur in eine Richtung rollen wird. Ursprünglich hatten die Grünen einen Zweirichtungsradweg gefordert, doch die Breite des Radwegs lässt dies nicht zu. Ein Kompromiss musste her, und so zogen sie ihren Antrag zurück, eine flachere Rampe zu bauen, was das Fällen mehrerer Bäume zur Folge gehabt hätte.
Ein Baum für den Radweg
Wie es oft der Fall ist, stehen Umweltschutz und Infrastrukturentwicklung in einem ständigen Dialog. In diesem Fall schlug das Ingenieurbüro vor, den Radweg als Hochbord zu bauen, was das Fällen von gleich vier Bäumen erfordert hätte. Doch Gerd Hohmann von der BG brachte einen Prüfauftrag ein, der die Straße für einige Meter verschmälern könnte, was immerhin nur einen Baum fällen würde. Diese Möglichkeit fand mehrheitliche Zustimmung im Ausschuss, während sich die AfD enthielt. Ein kleiner, aber wichtiger Schritt für die Natur und die Radfahrer!
Die Gestaltung der letzten Meter vor dem Bahnhof bleibt allerdings unklar. Radfahrer und Fußgänger müssen sich einen schmalen Weg teilen, was für beide Gruppen zu einer Herausforderung werden könnte. Alternativ könnte man den Radweg auf einen schmalen Schutzstreifen auf die Fahrbahn führen, was jedoch ein gewisses Risiko birgt. Fraglich, ob das die beste Lösung ist – hier ist Fingerspitzengefühl gefragt.
Fördermittel und Umsetzung
Die gesamte Baumaßnahme zwischen dem Nottebohmweg und dem Bahnhof wird auf etwa 800 Meter geschätzt und die Kosten belaufen sich auf 2,1 Millionen Euro. Gut zu wissen: 80% dieser Summe werden durch das Land aus EFRE-Mitteln gefördert. Die Frist zur Umsetzung dieser Maßnahmen ist bis 2028 gesetzt. Damit wird ein weiterer Schritt in Richtung des Verkehrsentwicklungsplans von 2016 gemacht, der darauf abzielt, den Radverkehrsanteil in Soest bis 2030 von 22% auf 28% zu steigern. Ein ambitioniertes Ziel, aber eines, das mit der richtigen Planung durchaus erreichbar ist.
Mobilität, Stadtstruktur und Stadtentwicklung sind eng miteinander verbunden. Die Stadt Soest hat sich diesem Thema schon seit Jahren verschrieben. Die Arbeitsgruppe Verkehrsplanung, die zur Abteilung Stadtentwicklung und Bauordnung gehört, hat die Aufgabe, verträgliche Lösungen für Flächenansprüche im Straßenraum zu finden. Dabei spielen auch Klimaschutz und Lärmbelästigung eine wesentliche Rolle. Es ist nicht nur wichtig, dass sich Radfahrer sicher fühlen, sondern auch, dass die gesamte Stadt von einem gut durchdachten Verkehrsnetz profitiert.
Der neue Verkehrsentwicklungsplan wurde 2016 beschlossen und seitdem gibt es viele Themen und Projekte, die umgesetzt wurden. Soest ist sogar Gründungsmitglied der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte in Nordrhein-Westfalen. Das zeigt, dass die Stadt nicht nur redet, sondern auch handelt. Mit dem neuen VEP Klima+ wird zusätzlich der Fokus auf umweltfreundliche Mobilität gelegt, was für die Zukunft der Stadt von entscheidender Bedeutung ist. Hoffen wir, dass diese neuen Pläne bald Realität werden!
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