Heute ist der 27.05.2026 und die Fußballwelt in Soest sieht ganz anders aus. Der SV Westfalia Soest hat den bitteren Gang in die Landesliga antreten müssen. Der Abstieg war alles andere als eine Überraschung. Viele hatten es geahnt, die Anzeichen waren deutlich: Nach einem holprigen Start in die Saison verlor das Team im Herbst an Stabilität. Immer wieder schlichen sich Niederlagen ein, und so fand man sich schnell in der Abstiegszone wieder. Am vorletzten Spieltag war es dann endgültig besiegelt – das Team muss nun den Neuanfang wagen.
Die Auswirkungen sind tiefgreifend. Ein Umbruch war unausweichlich, die alte Garde wird weitestgehend verabschiedet. Bis zu elf Spieler, darunter der talentierte Gianni Jacome-Fontana, werden den Verein verlassen. Sein Wechsel zu Arminia Bielefeld II ist bereits bekannt und zeigt, wie sehr der SV Westfalia Soest als Sprungbrett für viele angesehen wurde. Vereinschef Ingo Schaffranka hat dazu klare Worte gefunden: Zu viele Spieler hätten den Verein lediglich als Durchgangsstation genutzt. Das muss sich ändern.
Fokus auf die Region
Der Verein plant nun, sich stärker auf regionale Spieler zu konzentrieren. Das Ziel ist klar: der Zusammenhalt soll gestärkt werden. Ein neuer Kader wird angestrebt, mit einer Reduzierung auf 22 Spieler. Aktuell sind 20 im Team, aber die Abgänge stehen vor der Tür. 13 Spieler werden den Verein verlassen, darunter Leistungsträger wie Lukas Kasparek, der zu einem Regionalligisten wechselt, und Philipp Ratz, der sich einem Oberligisten anschließt. Auch der Kapitän Steffen Hinne-Schneider legt aufgrund gesundheitlicher Probleme eine Pause ein.
Ein Lichtblick in dieser turbulenten Phase könnte Gianni Fontana sein, der aus der U19 des SV Lippstadt zu Westfalia Soest wechselt. Der 18-jährige Flügelspieler, ausgebildet im Nachwuchsleistungszentrum des SC Paderborn, soll die vakanten Stellen im Kader füllen. Trainer Dustin Hamel und Sportleiter Torsten Garbe sind überzeugt von seinem Potenzial und sehen in ihm eine wichtige Säule für den Neuaufbau.
Der Weg nach vorne
Trainer Ibou Mbaye hat bereits Pläne geschmiedet, um eine neue Mannschaft zu entwickeln. Der Fokus liegt auf jungen Spielern, die darauf brennen, sich in der Liga zu beweisen. Nach dem letzten Heimspiel gegen den SV Maaslingen wird der Neuanfang in Angriff genommen. Die zweite Mannschaft hat zudem die Möglichkeit, den Aufstieg in die Bezirksliga zu schaffen, was den Unterbau stärken könnte und Perspektiven für die U19-Spieler schaffen würde.
Die kommenden Wochen werden entscheidend sein. Die Nachfolge im Tor ist noch unklar, da Torwart Thorben Beckmann den Verein aus beruflichen Gründen verlässt und die Zukunft von Keeper Elias Rienermann ebenfalls in den Sternen steht. Es bleibt abzuwarten, wie der Verein die Herausforderungen meistern wird. Die Fans sind gespannt, ob der Neuanfang gelingt und ob die neue Strategie, sich auf regionale Talente zu konzentrieren, Früchte tragen wird.