Hitze im Garten: So überstehen Pflanzen und Rasen den Sommer
Wenn die Sonne mit voller Kraft vom Himmel strahlt und die Temperaturen über die 30-Grad-Marke klettern, wird es für viele Pflanzen im heimischen Garten eine wahre Herausforderung. Besonders junge Gewächse und frisch ausgepflanzte Pflanzen leiden unter der extremen Hitze. Sie haben oft nicht die tiefen Wurzeln, die notwendig sind, um in trockenen Zeiten an Wasser zu gelangen. Kübel- und Topfpflanzen sind in dieser Hinsicht besonders gefährdet, denn sie sind auf den begrenzten Erdraum angewiesen, der in ihren Behältern vorhanden ist.
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, ist regelmäßiges Gießen unerlässlich – am besten in den frühen Morgenstunden, wenn die Temperaturen noch erträglich sind. Dabei sollte das Wasser gezielt am Boden im Wurzelbereich der Pflanzen ausgebracht werden. Einmal kräftig und durchdringend gießen, ist besser als täglich nur kleine Mengen Wasser großflächig zu verteilen. Viele Kübelpflanzen benötigen sogar zweimal täglich Wasser, besonders wenn ihre Blätter schlapp herabhängen und die Triebe träge wirken. Das ist ein deutliches Zeichen, dass die Pflanzen Durst haben und schnellstens wieder aufgepäppelt werden müssen.
Rasenpflege bei Hitze
Apropos Hitze – auch der Rasen macht bei solchen Temperaturen schlapp. Bei über 30 Grad Celsius stellt das Gras sein Wachstum ein, und das Mähroboter-Einsatzverbot sollte ernst genommen werden. Es ist ratsam, den Rasen mindestens fünf bis sieben Zentimeter hoch zu lassen, um Vergilbung und Austrocknung zu vermeiden. Regelmäßige Beregnung hat in dieser Zeit wenig Effekt, und die sparsame Nutzung von Wasser wird dringend empfohlen. Das Wasser sollte bevorzugt für die schutzbedürftigen Nutzpflanzen und Ziergewächse mit flachem Wurzelwerk verwendet werden. Die Natur weiß schließlich, wie man sich anpasst, und wir sollten ihr dabei nicht im Weg stehen.
Ein weiteres Beispiel für die Anpassung an die veränderten klimatischen Bedingungen ist das Johanniskraut, das am 24. Juni blüht. Interessanterweise hat sich der Blühbeginn durch die Klimakrise verfrüht. Johanniskraut ist nicht nur ein schöner Anblick im Garten, sondern hat auch heilende Eigenschaften, etwa als Heilsalbe oder gegen Nervosität. Ein echtes Allround-Talent, würde ich sagen.
Tipps für einen klimafreundlichen Garten
Wenn wir schon beim Thema Anpassung sind, der NABU hat einige wirklich hilfreiche Tipps zusammengestellt, um Gärten klimafreundlicher zu gestalten. Das Ziel: Gärten als Wohlfühlorte für Menschen und Tiere zu schaffen! Ein wichtiger Punkt ist das Pflanzen von Bäumen, die nicht nur Schatten spenden, sondern auch Sauerstoff produzieren. Hecken und Sträucher sind ebenfalls wertvoll, sie bieten Nahrung und Verstecke für Tiere und schützen gleichzeitig vor Wind.
Vielfalt ist das Stichwort. Pflanzenvielfalt anstelle von Monokulturen wirkt wie eine Klimaanlage; sie kühlen und befeuchten die Luft. Und wusstest du, dass ein Teich oder Sumpfbeet Lebensräume für viele Arten schafft und gleichzeitig Kohlenstoff speichert? So wird der Garten nicht nur schöner, sondern auch ökologisch wertvoller.
Wasser sparen ist ein weiteres großes Thema. Regentonnen und Zisternen sind perfekte Möglichkeiten, um Regenwasser zu sammeln und den Gießwasserbedarf zu reduzieren. Und anstelle von Rasenflächen könnte man sich auch für eine Wiese entscheiden, die mit heimischen Arten bepflanzt ist. Diese benötigt weniger Pflege und Wasser und hat tief reichende Wurzeln, die den Boden vor Erosion schützen.
Ein paar kleine Änderungen im Garten können eine große Wirkung haben – nicht nur für die Pflanzen, sondern auch für uns Menschen und die Tierwelt. So wird der Garten zu einem Ort, an dem sich alle wohlfühlen können. Und das ist doch am Ende das, was wir alle wollen, oder?
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